Sparkassen wollen nicht tauschen
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Beim Geldabheben an Bankautomaten und beim elektronischen Zahlungsverkehr müssen Kunden weiterhin mit Problemen rechen. Die Sparkassen wollen den Fehler mitteles Softwareupdate beheben.
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) will fehlerhafte Bankkarten mit einem Software-Update reparieren. Dadurch solle ein Austausch von rund 20 Millionen Giro- und 3,5 Millionen Kreditkarten vermieden werden, teilte der Verband mit. Bei Kosten von etwa zehn Euro pro ausgetauschter Karte bliebe den Sparkassen somit eine rund 240 Millionen Euro teure Umtausch-Aktion erspart. Ein Sprecher des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) wollte sich noch nicht darauf festlegen, dass ein Umtausch mit Sicherheit vermieden werden könne.
«Wir werden uns erst festlegen, wenn sicher ist, dass ein Update flächendeckend, schnell und sicher durchführbar ist», sagte BdB-Sprecher Lars Hofer. Auch seinem Verband sei daran gelegen, einen Kartenaustausch zu vermeiden. Bisher stehe nur fest, dass ein Update der fehlerhaften Software technisch möglich sei. Die dem BdB angeschlossenen privaten Banken haben nach eigenen Angaben rund 2,5 Millionen fehlerhafte Zahlungskarten ausgegeben.
Eine verbesserte Software könnte laut Hofer auf die Karten gespielt werden, wenn Kunden sie in den Bankautomaten stecken. Davon würden die Kartenbesitzer kaum etwas von dem Update bemerken. Lediglich die Abhebung würde etwas länger dauern.
Austausch der Pannen-Karten würde Monate dauern
Der DSGV erklärte, der Austausch aller betroffenen Karten würde mehrere Monate dauern. Dies solle dem Kunden nicht zugemutet werden. Der Verband kündigte an, noch in dieser Woche einen konkreten Zeitplan und Handlungsempfehlungen für die Kunden von Sparkassen und Landesbanken vorzustellen.
Kunden können die von Sparkassen und Landesbanken ausgegebenen fehlerhaften Karten laut DSGV am Ausstellungsdatum erkennen: Betroffen sind Kreditkarten, die einen Chip tragen und vor März 2009 ausgegeben wurden. Girokarten (früher: EC-Karten), die nach Juni 2009 verteilt wurden, sind definitiv nicht betroffen.
Schadenersatzforderungen werden laut
Insgesamt sind rund 30 Millionen Kredit- und Girokarten in Deutschland von der Panne betroffen. Der niederländisch-französische Chip-Hersteller Gemalto mit Sitz in Amsterdam übernahm die Verantwortung. Grund für den Fehler ist, dass die Software auf sogenannten EMV-Chips das Jahr 2010 nicht richtig verarbeiten kann. Bankautomaten und Händlerterminals verweigerten deshalb seit Neujahr massenhaft die Zahlung.
Die Verbraucherzentralen forderten unterdessen Banken und Sparkassen auf, ihre Kunden für die Pannen zu entschädigen. Der Vorstandschef des Bankzulieferers Gemalto, Olivier Piou, sagte dem Handelsblatt allerdings, es sei zu früh, etwas über den finanziellen Schaden und mögliche Regressforderungen zu sagen. DSGV-Sprecherin Michaela Roth sagte, dem Zentralen Kreditausschuss (ZKA), dem Zentralorgan der Bankenverbände, lägen noch keine Forderungen des Einzelhandelsverbands HDE vor.
Mögliche Forderungen an Gemalto seitens der Banken wollte Roth «nicht in der Öffentlichkeit diskutieren». Regressansprüche müssten von Juristen geprüft werden. Wenn Bankkunden wegen der Kartenpanne einen materiellen Schaden hätten, sollten sie die Belege sammeln und sich direkt an das eigene Institut wenden, empfahl die Sprecherin.
Bundesbank-Vorstand kritisiert Informationspolitik
Die Bundesbank hatte zuvor die Kreditwirtschaft wegen des Kartenproblems attackiert. Die Branche müsse ihre Informationspolitik verbessern, sagte Vorstandsmitglied Hans Georg Fabritius dem Handelsblatt.
Der ZKA warnte davor, das Problem durch Überkleben des fehlerhaften Chips beheben zu wollen. An deutschen Händlerterminals sollen demnach alle Karten voraussichtlich am Montag wieder funktionieren. An ausländischen Annahmestellen könne es aber weiter zu Problemen kommen.
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