«Kleinä, langsama, kürza»
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Von news.de-Redakteur Christian Mathea
Artikel vom 12.12.2009
Nichts ist spannender als eine Woche in der Wirtschaft. Es geht um dicke Geschäfte, Politik und viel Geld. Und auch um Leute, die damit nicht umgehen können. Der satirische Rückblick.
«Allem Anfang wohnt ein Zauber inne.» Schöner als mit den Worten Hermann Hesses kann man den Beginn der Blutsbrüderschaft zwischen VW und Suzuki nicht beschreiben.
Mitte der Woche bestätigten die beiden Autobauer, dass sie in Zukunft Seit' an Seit' schreiten wollen - und zwar mit einer so breit aufgestellten Flotte, dass alle Kundenkreise etwas im VW-Suzuki-Potpourri finden sollen. Der sparsame Angeber bekommt seinen Porsche Swift, und für den Schwerverdiener in Berlin, der seinen Reichtum aufgrund der Zündelwut einiger linksradikaler Jugendlicher tarnen muss, gibt's den Suzuki Phaeton.
Trotz dieser unendlichen Kombinationsmöglichkeiten schüttelte die Presse den Kopf über die geschlossene Freundschaft. VW habe nichts gelernt aus den gescheiterten Fusionen zwischen Daimler und Chrysler oder BMW und Rover, wetterte der Blätterwald. Aber meine lieben Kommentatoren: Bei VW und Suzuki gibt es doch einen entscheidenden Unterschied: Damals hieß die Devise: «Wir bauen den Größten und Schnellsten.» VW und Suzuki wollen aber kleine Autos bauen.
Das passt in die Zeit, und nicht nur wegen des Klimas und so. Sondern auch, weil einer der Hauptzielgruppen der großen Protzerschlitten, Hip-Hop-Musiker und Rapper, den Kleinwagen für sich entdeckt haben.
General Motors (GM), die in Zukunft ebenso wie VW-Suzuki mit Klein- und Kleinstwagen punkten wollen, haben das schon lange gecheckt. So rappte der Künstler Samy Deluxe im September bereits vor Tausenden Opelanern in der Frankfurter Commerzbank-Arena. Außerdem hat sich die GM-Tochter Opel eine eigene Werks-Rapgang zugelegt, das «Rüsselsheim Hartreim Projekt», die den Opelanern das lange Warten auf das Zukunftskonzept etwas versüßen soll.
Ja, Sie haben richtig gelesen. Das ehemalige Erfolgsduo um Moses Pelham und Thomas Hofmann namens «Rödelheim Hartreim Projekt» sprechsingt jetzt im Auftrag des amerikanischen Autobauers. Den Top-Ten-Hit «Höha, Schnella, Weita» soll es bald als neue Version mit dem Titel: «Kleinä, langsama, kürzer» geben, um die Vorteile des Kleinwagen mit Elektroantrieb hervorzuheben.
Wo sind die Milliarden?
Aber was soll nun mit den großen Karossen passieren, wenn sogar die gesellschaftskritischen deutschen Rapper auf die Bremse treten? Gut, dass es noch Banker und Krankenkassenvorstände gibt.
Es scheint sicher, dass viele der bonisüchtigen Schwerstinvestmentarbeiter bald zu Hauf aus Großbritannien nach Deutschland einwandern. Die britische Regierung will in Zukunft alles, was an Boni ausgeschüttet wird, hochhaushoch versteuern. Dann wird Frankfurt am Main endlich das, was die Wall-Street und die Londoner City früher einmal waren: ein Zentrum für Investmentbanking. Die FDP wird sich freuen und die Existenz des Finanzplatz' Frankfurt am Main eisern verteidigen.
Die Krankenkassenchefs? Bis zu 300.000 Euro sollen die in diesem Jahr abkassiert haben. Kein Wunder, dass die Kassen über Milliardenverluste klagen. Aber solange die das Geld wieder in die deutsche Wirtschaft investieren und teure Autos kaufen, ist das doch kein Problem.
seh/news.de
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die kleinwagen müssen aber verstärkte stoßdämpfer bekommen, bei soviel gold und frauen, die diese rapper mit sich nehmen.
jetzt antwortenKommentar meldenHallo, Na, die Londoner Banker werden wohl doch nicht in Scharen nach Deutschland einwandern. So wie ich die kenne sind sie ausserordentlich erfinderisch wenn es um die Vermeidung von Steuern geht. Dann werden die Boni einfach umbenannt und nach Liechtenstein outgesourst! :) marty
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