Geschäfte mit Yin und Yang
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Von news.de-Redakteur Christian Mathea
Artikel vom 06.12.2009
Mit Feng Shui versuchen die Chinesen Energie für sich zu gewinnen. Sogar in der Geschäftswelt gibt es Beispiele für die Wirkung - wenn man daran glaubt.
Egal ob bei der Architektur eines Gebäudes oder dessen Einrichtung, in der Geschäftswelt überlassen die Chinesen nichts dem Zufall. Während den meisten westlichen Unternehmen beinahe jedes Bürohaus gut genug ist, muss in China das Feng Shui stimmen, sowohl drinnen als auch draußen.
Für ihre Büros setzen Geschäftsleute voll auf Yang, die aufstrebende und lebendige Energie. «Die Chinesen verleihen ihren Geschäften und Restaurants durch die Verwendung der Farbe Rot stets eine kräftige Dosis Yang. Weiterhin sorgen sie dafür, dass der Eingangsbereich ihrer Geschäftslokale immer gut beleuchtet ist, da Licht ebenfalls Yang ist», schreibt Lillian Too in ihren Büchern. Sie ist eine der bekanntesten Feng Shui-Expertinnen der Welt.
Yin-Energie, die den Tod, die Dunkelheit und die Stille symbolisiert, dürfe in der Geschäftswelt dagegen nicht überhand gewinnen, betont Too. Dies passiert ihrer Meinung nach, wenn es zu still ist, wenn man graue Stahlschränke aufstellt, die Wände mit dunklen Farben streicht und es zu viele dunkle Ecken gibt.
Giftige Pfeile gleich schlechte Geschäfte
Lilliam Too warnt zudem vor Giftpfeilen in Zimmern, womit sie vor allem Spitzen und Kanten meint. Vor ihrer Zeit als Autorin, als sie noch bei einer Bank angestellt gewesen sei, habe einmal ein Feng Shui-Meister die Büros der Wertpapierabteilung analysiert, erzählt sie. Dort habe der Meister einen Giftpfeil nach dem anderen entdeckt und die Räume umgestaltet, so dass am Ende kein Mitarbeiter mehr in Zielrichtung scharfer Kanten oder unter dicken Balken gesessen habe. «Und plötzlich wurde im Besprechungszimmer von stabilen und teilweise ganz hervorragenden Ergebnissen auf dem Geld- und Devisenmarkt gesprochen.»
Ob die guten Geschäfte nun auf das verbesserte Feng Shui-Meister zurückzuführen sind, das kann man glauben oder nicht. Jedenfalls haben die Chinesen auch in der Finanzkrise nicht ganz so schlecht abgeschnitten wie die Amerikaner und Europäer.
Welche Wirkung Gebäude haben
Soviel zur Einrichtung innerhalb von Gebäuden. Auch die Architektur eines Gebäudes hat laut Feng Shui eine Wirkung - und das nicht zu knapp, wenn man der Legende über das Gebäude der Bank of China in Hong Kong glaubt.
Dessen Architekt I.M. Pei hat mit der chinesischen Gestaltungslehre offenbar wenig am Hut, oder er hat Feng Shui gezielt eingesetzt, als er im Jahr 1989 den riesigen Tower der Bank in das Zentrum der riesigen Metropole setzte. Eine der scharfen Ecken des Wolkenkratzers zeigt direkt auf den Sitz des letzten britischen Gouverneurs, Chris Patten. Und welch Wunder, sieben Jahre nach der Fertigstellung war das Zeitalter der Briten in Hong Kong zu Ende.
C.H. Tung, der chinesische Nachfolger von Chris Patten, hat diese Gefahr des Giftpfeils sofort erkannt. Er verzichtete auf die Büros im alten Gouverneurssitz und suchte sich ein anderes Gebäude für seine Regierungsarbeit.
Nicht nur C.H. Tung, auch die Banken in unmittelbarer Nähe des Bank of China-Towers hatten große Bedenken wegen der spitzen Kanten. Sie bestückten ihre eigenen Bürotürme mit kurvigen Verspiegelungen, die das Unheil in eine andere Richtung lenken sollten.
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