Henderson-Rücktritt «Fix-it-Fritz» wird gegangen

Den Machtkampf zwischen Fritz Henderson und Ed Whitcare ist entschieden. Der Chef des Verwaltungsrates übernimmt den Chefposten bei GM - das Weiße Haus hat dabei mit Sicherheit seine Finger im Spiel.
 

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Er wurde gefeiert als «Fix-it-FritzAuf Deutsch heißt das soviel wie: Reparier es Fritz! », als Wunderheiler, der nach dem Abgang des alten Chefs Rick Wagoner das Ruder bei GM rumreißen sollte. Nicht einmal neun Monate konnte sich Henderson am Steuer des schwächelnden Autokonzerns halten.

Die offizielle Version zum Rücktritt von GM-Seite: Fritz Henderson jagte den amerikanischen Autohersteller im Eiltempo durch die Insolvenz und präsentierte Anfang Juli einen deutlich schlanker aufgestellten Konzern. Nun hat er sein Projekt beendet.

Die weniger offizielle Version: Für den absoluten Neuanfang nach der Insolvenz war für «Fix-it-Fritz» kein Platz mehr. Er habe zu tiefe Wurzeln im alten GM-Konzern, heißt es. Henderson sei Teil des alten Unternehmenstils - unbeweglich, nicht innovativ und dadurch nicht mehr in der Lage, sich in Zukunft gegen die Wettbewerber aus Fernost und Europa zu behaupten.

Und die absolut inoffizielle Version: Henderson hatte bei GM zuletzt nichts mehr zu melden und wurde nur noch zu repräsentativen Zwecken vorgeschickt. Unter ihm hätte es den Rückzug des Opel-Verkaufs an Magna nicht gegeben. Er hatte sich sogar für das Hin und Her bei Opel entschuldigt. Und das passte seinem Widersacher im Verwaltungsrat überhaupt nicht: Ed Whitacre, der Mann, der zum vorrübergehenden Nachfolger von Henderson wurde und der jetzt von der Bundesregierung 2,7 Milliarden Euro Staatshilfe für die Opel-Sanierung fordert.

Welche der drei Versionen auch immer die Entscheidung am meisten beeinflusst hat, sie ist im Weißen Haus zumindest abgenickt worden. Immerhin hält der US-Staat mit Barack Obama an der Spitze 60 Prozent an GM. Und das derartig wichtige Entscheidungen ohne den größten Eigentümer beschlossen werden, ist recht unwahrscheinlich.

kas/news.de

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