Blut sagt weniger als Worte
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Von news.de-Redakteur Christian Mathea
Artikel vom 24.11.2009
Bluttests bei Bewerbern, das muss nicht sein. Das meiste, was damit ausgelesen werden kann, geht den Arbeitgeber nichts an und hilft ihm auch nicht, den Richtigen zu finden.
Einen Vorteil haben solch rabiate Bewerberverfahren wie der Bluttest ja: Der Kandidat muss nicht mehr weit fahren, um im Unternehmen ein persönliches Bild von sich abzugeben. Er schickt einfach ein Gläschen mit seinem Blut vorbei, legt noch eine Analyse seines Gehirns aus einem Kernspintomographen dazu, und die Personalabteilung weiß über alles Bescheid.
Aber Spaß beiseite. Von den Kandidaten während des Bewerbungsverfahrens eine Blutabnahme abzuverlangen, überschreitet Grenzen. Denn diese Tests sind eine wahre Fundgrube für Unternehmen, die gern ein wenig mehr über ihre Mitarbeiter wissen würden. Ob jemand schwanger ist oder einen Gendefekt hat. Das geht den Arbeitgeber aber nichts an.
Die Unternehmen haben genügend andere Möglichkeiten, um zu testen, was die Bewerber taugen. Neben persönlichen Gesprächen können sie die Kandidaten jederzeit in einem praktischen Umfeld arbeiten lassen. Dort haben es die Bewerber selbst in der Hand zu überzeugen - mit ihrem Können, ihrer Kreativität und ihren sozialen Fähigkeiten. Da kann der Betriebsarzt auch noch so lange nach seinen standardisierten Werten im Blutbild suchen. Diese Werte sagen kaum etwas über den jeweiligen Menschen und dessen Fähigkeiten aus.
Und damit zeigen Bluttests eigentlich nur eins: Wie wenig manche Unternehmen ihren eigenen Personalern zutrauen.
reu/news.de
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