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Die Telekom legt ihre Mobilfunksparte mit der Festnetztochter T-Home zusammen. Der Schritt wird wie eine Erlösung gefeiert und soll Hoffnungen wecken. Dabei ist er nur die Fassade für einen anhaltenden Sparkurs.
Telekom-Chef René Obermann setzt große Hoffnungen auf die Verschmelzung von Mobilfunk und Festnetz in Deutschland. «Wir stärken damit den Kundenservice, wir sichern Arbeitsplätze und wir erschließen Potenzial für zusätzlichen Umsatz und für Kostensynergien», warb Obermann auf der dafür anberaumten außerordentlichen Hauptversammlung in Hannover. Die Aktionäre gaben mit großer Mehrheit grünes Licht für die Integration.
Bis zu 600 Millionen Euro jährlich soll die Integration in einigen Jahren an Synergien bringen. Etwa 2600 Aktionäre, die rund 63 Prozent des stimmberechtigten Kapitals repräsentierten, waren dem Aufruf gefolgt, über die Zusammenlegung von Mobilfunk und Festnetz in Deutschland abzustimmen.
Aktionärsvertreter signalisierten in der Tui Arena ihre Zustimmung und begrüßten den Schritt als «grundsätzlich richtig» aber längst überfällig. «Zeigen Sie mal das Potenzial der Telekom, damit der Kurs auch steigt», forderte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Viel Freude hatten die Aktionäre der einst als Volksaktie gefeierten Titel in den vergangenen Jahren nicht: Die Titel dümpeln schon lange unter ihrem Ausgabepreis beim Börsengang Ende der 1990er Jahre.
Seit Jahren kämpfen die Telekomkonzerne mit Umsatzrückgängen vor allem im klassischen Sprachgeschäft. Mit der Verschmelzung von Festnetz und Mobilfunk folgt die Telekom nun dem Beispiel anderer europäischer Konzerne wie Vodafone, France Télécom oder Swisscom. Das Potenzial sei enorm, betonte Obermann. Kunden mit Mobilfunk- und Festnetzvertrag bei einem Anbieter kündigten ihre Verträge deutlich seltener, außerdem brächten sie erfahrungsgemäß deutlich mehr Umsatz.
Da sind sie wieder, die Synergieeffekte
Bislang habe jeder fünfte der rund 29 Millionen Kundenhaushalte der Telekom sowohl einen Mobilfunk- als auch Festnetzvertrag bei den Bonnern. Werde nur ein Prozent der übrigen Kunden für das jeweils andere Produkt gewonnen, könne der Umsatz um bis zu 100 Millionen Euro jährlich gesteigert werden. Insgesamt erwarte der Konzern mittelfristig eine Umsatzsteigerung von 1,3 Milliarden Euro, sagte Obermann.
Auf der Ergebnisseite rechnet die Telekom dabei mit einem positiven Beitrag von 600 Millionen Euro pro Jahr. «Das gesamte Niveau der Synergien wird Mitte 2015 erreicht», kündigte Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges an. Ein Drittel davon seien Kosteneinsparungen unter anderem bei IT-Systemen, der Rest sei auf die erwartete Umsatzsteigerung zurückzuführen.
Obermann betonte erneut, dass mit der Verschmelzung kein Personalabbau verbunden sei. Eine entsprechende Vereinbarung hatte die Telekom im Frühjahr mit den Arbeitnehmervertretern getroffen.
Die neue Deutschland-Gesellschaft wird etwa 85.000 Mitarbeiter haben, rund 27 Millionen Festnetz- sowie 39 Millionen Mobilfunkanschlüsse werden dort betreut. Formal soll das Festnetzgeschäft aus der Telekom AG ausgegliedert und Anfang 2010 auf die T-Mobile Deutschland GmbH verschmolzen werden. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Bereich einen Umsatz von rund 26 Milliarden Euro, rund 40 Prozent der gesamten Erlöse des Konzerns. Eine neue Marke will die Telekom für ihren Auftritt in Deutschland nicht entwerfen. «Das ‹T› als übergeordnetes Markenzeichen wird aber an Bedeutung gewinnen», sagte Obermann.
ruk/reu/news.de/dpa
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Wie habe ich 1997 bei Ausgabe der T-Aktien oft gesagt: Telekom-Aktie ist kein Trainingsanzug. Später stellte sich heraus, wie Recht ich damit hatte - und bis heute habe.
jetzt antwortenKommentar meldenWer Telekom-Aktien einst gekauft hat, der ist letztlich selber schuld und kann wirklich nur hoffen, dass der Zusammenschluss von Festnetz und Mobiltelefonie eine gewisse Wende "einläutet". Die Telekom wird auch durch den Zusammenschluss der Sparten sicher nicht durch Kundenservice und verbesserter Qualität auffallen. Wer seit Jahren jährlich 10 % seiner Mitarbeiter entlässt, darf sich nicht wundern, wenn ihm die Kunden davonlaufen. Wir persönlich ist es schnurzegal was die Telekom da so alles treibt. Ich habe den Glauben an diese "Verein" längst verloren...
jetzt antwortenKommentar meldenAlso bislang ist mir kein Unternehmen, welches sich mit einem anderen zusammenschließt (fusioniert), bekannt, welches alle Arbeitsplaetze beider Unternehmen sichern konnte. In den Verwaltungen gab es stets Personalabbau durch Ueberschneidungen und Doppelbesetzungen. Ganz davon abgesehen, daß neue Technologie mehr und mehr menschliche Arbeitsplaetze ueberfluessig macht. Hoffen wir das Beste. Dann koennte die damals sogenannte Volksaktie ja wieder auf den Preis steigen, zu dem sie Anfang 2000 angeboten und verkauft wurde. Bis heute betrogene Kleinaktionaere wird es freuen. Die bei T... Angestellten weniger ...
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