Mo., 13.02.12

Nach Kritik an Daimler Bluten für die Öffentlich-Rechtlichen

Artikel vom 05.11.2009

Erst hatte der NDR einen blutigen Skandal aufgedeckt. Jetzt steht er wegen ganz ähnlicher Praktiken am Pranger. Nicht nur Daimler nimmt Blutproben von Bewerbern. Auch die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt zapft potenzielle Mitarbeiter an.

Auch der Norddeutsche Rundfunk (NDR) nimmt Bluttests von Bewerbern, nachdem sie für eine Stelle im Sender ausgewählt worden sind. Beim NDR sei in einer Betriebsvereinbarung festgelegt, dass vor jeder Festeinstellung eine Einstellungsuntersuchung durch den Betriebsarzt durchgeführt werde, teilte der Sender mit und bestätigte Angaben des Online-Portals taz.de.

NDR-Reporter hatten jüngst aufgedeckt, dass Jobsuchende beim Autohersteller Daimler sich schon während des Bewerbungsverfahrens Blut abnehmen lassen müssten - ohne feste Stellenzusage. Seitdem wird zwischen Arbeitsrechtlern, Datenschützern und Unternehmen kontrovers diskutiert, welche Untersuchungsergebnisse dem Arbeitgeber bekannt werden dürfen. Befürchtet wird, dass er Kenntnis über Schwangerschaften oder sogar Gendefekte eines Bewerbers erlangt.

Ein NDR-Sprecher bekräftigte, dass die Untersuchung im Sender erst nach der Jobzusage, aber vor Vertragsunterzeichnung erfolgt. Bei dem Gesundheitscheck werde die künftige Tätigkeit des Mitarbeiters berücksichtigt. Bei Kameraleuten etwa werde Augenmerk auf das Sehvermögen gelegt, bei Tontechnikern auf die Hörfähigkeit oder bei Menschen, die auf Sendemasten steigen müssen, auf deren Höhentauglichkeit.

«Im Rahmen der Eignungsuntersuchung wird auch ein Bluttest gemacht», teilte der Sender mit. Dieser könne Anhaltspunkte dafür geben, ob ein Mitarbeiter die vorgesehene Wochenarbeitszeit leisten könne. «In diesem Fall überschreitet der NDR die rechtliche Grenze», sagte der Arbeitsrechtler der Universität Bonn, Gerrit Forst, taz.de.

Der Betriebsarzt teilt dem NDR nach dessen Angaben lediglich mit, ob ein Bewerber für die vorgesehene Tätigkeit gesundheitlich geeignet sei. «Die Diagnose verbleibt grundsätzlich beim Betriebsarzt.» Die Untersuchung in dem öffentlich-rechtlichen Sender, der in Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern vertreten ist, orientiere sich an der Einstellungspraxis des öffentlichen Dienstes.

Die Bluttests beim Daimler-Konzern beschäftigen die Datenschützer, die ihren für diesen Freitag angekündigten Bericht auf kommende Woche verschoben haben. «Wir müssen noch einige Dinge erörtern», sagte der Datenschutz-Referent Walter Krämer in Stuttgart. Zudem müssten noch Arbeitsgerichtsurteile gesichtet werden, bei denen am Rande die Frage von Bluttests behandelt worden sei.

seh/reu/news.de/dpa
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URL : http://www.news.de/wirtschaft/855031515/bluten-fuer-die-oeffentlich-rechtlichen/1/
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Leserkommentare (4)
  • Kommentar: 4
  • 27.11.2009 15:36
von
tomahawk
Antwort auf Kommentar 2

Wenn ich mir die Manager und Banken Aufsichtsräte so ansehe, könntest du Recht haben.

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  • Kommentar: 3
  • 09.11.2009 19:01
von
vbond
Antwort auf Kommentar 2

Ich wette, du bist noch keine dreisig Jahre jung villeicht hast Beziungen zu Rechtsradikalen sonst würdest nicht diesen Quatsch schreiben. Bluttests bei Bewerbern sind nicht akzeptabel ,sogar erniedrigend.

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  • Kommentar: 2
  • 06.11.2009 10:27
von
ragnaroekr

In einem gesunden Körper - wohnt ein gesunder Geist (Arbeiter). Gesundheitsrisiken v. jedermann führen daher zu gigantischen Ausfällen in der wirtschaftlichen Erfolgsrechnung.Deshalb ist es viel besser,dass genetische Defekte, Risikogruppen mit sich möglw. realisierenden Gesundheitsbeschädigungen,oder Leute mit geistigen Veranlagungen absolut von jeder Tätigkeit abgehalten werden.Daher greifen diese Test viel zu kurz.Auch der Alterungsprozess stellt die Arbeitstauglichkeit in Frage.Oder Extremsport. Auch diese Leute sind als Risikoarbeitnehmer für ein gesundes Arbeitsverhältnis ungeeignet.

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  • Kommentar: 1
  • 05.11.2009 17:33
von
Reinhard

Haben wir es hier etwa mit einer geheimen Loge zu tun, die ihre ö. r. Blutbrüderschaft mit diesem Körpersaft besiegelt? Diese (humorvolle) Frage stellt sich Reinhard von www.wir-alle-gegen-gez.de

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