Die Infrarotschranke für Mauzi
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Von Kathrin Zeilmann
Artikel vom 05.11.2009
Daniel Düsentrieb hätte auf der internationalen Erfindermesse IENA seine wahre Freude. Etwa 800 Neuheiten werden in diesem Jahr in Nürnberg ausgestellt - ein Rekord, und das, obwohl die Zahl der Patentanmeldungen in Deutschland sinkt.
Wie lässt sich verhindern, dass die Katze tote Mäuse in die Wohnung schleppt? Wie bringt man ein Warndreieck für mehr Verkehrssicherheit zum Leuchten? Wie schaltet sich das Bügeleisen automatisch ab, wenn man vergessen hat, den Stecker zu ziehen? Erfinder stellen sich diesen Fragen nicht nur - sie entwickeln zugleich Lösungen für allerlei Alltagsprobleme. Die Erfindermesse IENA in Nürnberg (5. bis 8. November) bietet Tüftlern vom elfjährigen Schüler bis zum experimentierfreudigen Rentner eine Plattform, auf der sie Praktisches, Pfiffiges, aber auch Skurriles vorführen können.
Dass seine Katze alljährlich zur Herbstzeit Mäuse mit in die Wohnung brachte, fand Florian Nuber wenig appetitlich. Also hat er sich mit seinen Arbeitskollegen Christoph Seger und Sebastian Soderer zusammengesetzt - und eine Katzenklappe für die Terrassentür erfunden, die via Infrarotlichtschranke anhand der Umrisse des Haustiers erkennt, ob die Katze eine Maus im Maul transportiert. Wenn ja, wird dem Tier der Eingang ins Wohnzimmer verwehrt.
«Achtung, eine ungesicherte Unfallstelle»: Immer, wenn er diese Nachricht im Verkehrsfunk gehört hat, hat sich Klaus Ludwig geärgert - und sich gefragt, wie man vor allem nachts Unfallstellen auf den Straßen besser für die anderen Fahrer sichtbar machen kann. Das Ergebnis seiner Überlegungen heißt «Light-Warner» und ist ein Warndreieck, das aussieht, wie ein kleines Zelt. Entfaltet man es, kann man es leicht auf dem Autodach befestigen. Die integrierte Blinkleuchte lässt sich via Zigarettenanzünder und Kabel mit Energie speisen. «Dieses Warndreieck wird garantiert nicht übersehen», sagt der Rentner aus Hannover sichtlich stolz.
Ganz schön erschrocken war die Mutter des 13 Jahre alten Andreas Finkenzeller aus Ingolstadt, als sie bemerkte, dass sie versehentlich am Vortag das Bügeleisen nicht ausgesteckt hatte. Während des Bügelns hatte das Telefon geklingelt, nach dem Telefonat hat sie nicht mehr an das heiße Bügeleisen gedacht. «Zum Glück ist nichts passiert, aber es ist ganz schön viel Energie verschwendet worden», berichtet Andreas. Die Idee des Schülers: Ein Sensor, der sich am Bügeleisen anbringen lässt und der die Bewegungen des Bügeleisens erkennt. Wird das Bügeleisen nicht mehr bewegt, wird nach wenigen Minuten die Stromzufuhr automatisch unterbrochen.
Simon Strasser aus Penting im Landkreis Cham dagegen ist schon fast ein alter Hase auf der Messe: Bereits im Vorjahr hat der 15-Jährige in Nürnberg seine Lernsoftware «Cyberteacher» vorgestellt, die mittlerweile sogar vermarktet wird. «Ich konnte viele Kontakte auf der Messe knüpfen», sagt der Gymnasiast mit Berufswunsch Informatiker. In diesem Jahr zeigt er die von ihm programmierte und entworfene Software «KiddyControl», mit der Eltern die Computernutzung ihrer Kinder kontrollieren können.
Er habe sich viele ähnliche Software-Produkte angeschaut: «Die sind alle fehlerhaft oder zu kompliziert.» Sein Programm dagegen sei viel umfangreicher - aber einfach zu bedienen, verspricht der junge Computer-Experte.
Während die Erfindermesse sich großer Beliebtheit erfreut, nimmt die Zahl der Patentanmeldungen in Deutschland ab. Das Deutsche Patent- und Markenamt rechnet im laufenden Jahr eigenen Angaben zufolge mit rund 58.000 Patentanmeldungen, das wäre ein Minus von sieben Prozent im Vergleich zu 2008. Von freien Erfindern würden sich weniger als 4500 Tüftler um einen Rechteschutz bemühen, ein rückläufiger Trend, hieß es.
mat/mac/news.de/dpa/ddp
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