Medienberichte Forster wird nicht «New-Opel»-Chef

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Der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster. Bild: dpa

Kurz vor dem geplanten Kauf von Opel kommt Magna der Spitzenmann abhanden. Der Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster will offenbar nicht die Führung von «New Opel» übernehmen. Ein Ersatzmann aber ist bereits in Sicht.

Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, hat Forster Magna vor Kurzem bereits informiert, dass er für Opel nicht zur Verfügung stehe. Nun solle Magna-Manager Herbert Demel die Opel-Führung übernehmen. Er war bereits Chef bei Audi und kurzzeitig bei Fiat.

Voraussetzung für Demels Sprung an die Spitze sei allerdings, dass der Verwaltungsrat von General Motors endgültig den Verkauf der Mehrheit an das Konsortium von Magna und der russischen Sberbank beschließe. Vor der vermutlich entscheidenden Sitzung am Dienstagabend in Detroit wagten laut Zeitung auch Insider keine Prognosen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass GM den Verkauf abblase und Opel behalte. In Detroit spekuliere man darauf, dass die Bundesregierung ihre Festlegung auf Magna nicht durchhalten könne und letztlich auch General Motors Finanzhilfen für eine Opel-Sanierung geben werde.

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Die Führung des US-Konzerns General Motors berät heute nochmals über den Verkauf ihrer deutschen Tochter. Das Gremium hatte sich bereits im September zum Verkauf der Anteilsmehrheit an den kanadischen Zulieferer Magna und die russische Sberbank entschlossen. In den vergangenen Wochen waren jedoch bei wichtigen Akteuren Zweifel aufgekommen, ob GM immer noch verkaufen oder Opel vielleicht doch in Eigenregie sanieren will.

Auslöser war eine Forderung der EU-Kommission, die die von Magna geforderte Staatshilfe blockieren könnte. Die Kommission argwöhnt, dass die Bundesregierung ihre Zusage über 4,5 Milliarden Euro staatlicher Bürgschaften an Zugeständnisse beim Erhalt von deutschen Standorten geknüpft hat. Daher soll der GM-Verwaltungsrat schriftlich zusichern, dass die Entscheidung zum Verkauf an Magna im September ohne politischen Druck zustande kam und dass alle Opel-Interessenten im vorangegangenen Bieterverfahren die gleichen Chancen hatten. Die EU-Kommission könnte die geplante Staatshilfe blockieren.

Nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer gibt es klare Indizien dafür, dass GM sich für den Verkauf von Opel entscheiden wird. So würden zwei deutsche Top-Ingenieure, die derzeit noch für GM tätig seien, zu Opel zurückkehren. Dazu zähle auch Frank Weber, der für die Entwicklung des Elektroautos Chevrolet Volt verantwortlich zeichne. Man könne wohl «mit hoher Sicherheit davon ausgehen, dass am Dienstag die letzte Hürde genommen wird», sagte Dudenhöffer.

Sollte der Verwaltungsrat die Erklärung abgeben, könnte der Kaufvertrag mit Magna in den nächsten Tagen unterzeichnet werden. Die Bundesregierung hat dem Zulieferer 4,5 Milliarden Euro Staatshilfe zugesichert, um Opel zu sanieren. Sollte sich GM dazu entscheiden, seine deutsche Tochter zu behalten, bräuchte der US-Konzern jedoch ebenfalls eine Milliardensumme. Woher das Geld kommen könnte, ist bislang unklar.

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bla/seh/news.de/ap/ddp

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