Insider-Skandal weitet sich aus
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Nach dem wohl größten Insiderhandel-Skandal in der Geschichte der Wall Street sind laut US-Medien weitere Festnahmen wahrscheinlich. Ermittler seien noch mehreren Netzwerken ähnlicher Finanzbetrüger auf der Spur, heißt es.
Die Wall Street wird gerade vom mutmaßlichen Insiderhandel des Milliardärs und Hedgefonds-Chefs Raj Rajaratnam schwer erschüttert. Die Behörden hatten den 52-Jährigen und fünf andere Spitzenmanager am Freitag festgenommen. Sie sollen mit verbotenen Aktiengeschäften rund um Konzerne wie IBM (zum Aktienkurs) und Google (zum Aktienkurs) rund 20 Millionen Dollar (13,4 Millionen Euro) verdient haben.
Dem in Sri Lanka geborenen Rajaratnam werden Verbindungen zu einer Rebellengruppe seines Heimatlandes vorgeworfen, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf Insider. Von Rajaratnam an eine Hilfsorganisation in den USA gespendetes Geld sei letztlich bei den Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) gelandet.
Die Überwachungen während der Ermittlungen gegen Rajaratnam und seine mutmaßlichen Komplizen hätten die Fahnder auch zu anderen verdächtigen Finanzbetrügern geführt, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit den Untersuchungen vertraute Personen. Weitere Festnahmen seien daher wahrscheinlich.
Einige der Verdächtigen hätten Verbindungen zu Rajaratnam. Aber auch unabhängige Fälle seien im Visier der Ermittler. Rajaratnam ist Gründer des weltweit agierenden Hedgefonds Galleon. Er beteuert seine Unschuld. Ihm drohen laut US-Medien bis zu 20 Jahre Haft, einige sprechen gar von lebenslänglich.
Kaution von 100 Millionen Dollar
Nach Angaben der Ermittler wurden erstmals Telefone zur Aufdeckung eines Insiderhandels an der Wall Street abgehört. Die Fahnder seien durch Tipps eines Insiders und Mittäters, der inzwischen auf schuldig plädiert habe, auf die Spur der fünf Männer und einer Frau gekommen. Vier wurden der Verschwörung und des Betrugs beschuldigt, zwei nur wegen Verschwörung.
Zwei Beschuldigte - darunter die Frau - sind beim Hedgefonds New Castel beschäftigt. Einer der Festgenommenen habe für den Computer-Giganten IBM gearbeitet, ein anderer für die Beratungsfirma McKinsey und ein dritter im Finanzbereich des weltgrößten Chipherstellers Intel (zum Aktienkurs) . Ziel der Insidergeschäfte seien unter anderem der Internet-Riese Google, IBM und der krisengeplagte US-Chipbauer Advanced Micro Devices (AMD, zum Aktienkurs) gewesen.
Bei einer Anhörung setzte ein Richter inzwischen die Kaution für den in Sri Lanka geborenen Rajaratnam auf 100 Millionen Dollar fest. Mehrere Festgenommene kamen laut Bloomberg nach Hinterlegung von Kautionen zwischen zwei und fünf Millionen Dollar auf freien Fuß. Rajaratnams Anwalt betonte nach Angaben der New York Times, sein Klient sei unschuldig. Das sagten auch die Rechtsbestände anderer Beschuldigter.
ruk/reu/news.de/dpa
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