Was, wenn die Kündigung droht?

Die angstvolle Stille nach der Wahl

Von news.de-Redakteur Jens Kiffmeier und Christian Mathea

Die Wahl ist vorbei. Kommt es zu einer Kündigungswelle? Die Wirtschaft hat jedenfalls noch nicht zu alter Stärke zurückgefunden. News.de gibt einen Überblick, wann Unternehmen ihre Mitarbeiter entlassen dürfen - und was man dagegen tun kann.

Lester Maul (Was ist das?)

Ach so, das Geld für das Kurzarbeit-Programm wird eingespart. Damit kann Westerwelle dann seine Steuersenkungen finanzieren. Den Gekündigten kann's jedoch egal sein, die zahlen dann ja eh keine Steuern mehr…

Die Arbeitslosenzahlen wollen und wollen nicht steigen - obwohl Wirtschaft- und Sozialverbände seit Ausbruch der Wirtschaftskrise davor warnen. Am Mittwoch teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg (BA) sogar mit, dass die Zahl der Arbeitslosen um 125.000 gesunken sei.

Ist also alles Panikmache? Eher nicht, denn die Herbsterholung auf dem Arbeitsmarkt fällt normalerweise höher aus als dieses Jahr. Zudem bewahrt weiterhin die Kurzarbeit Hunderttausende Mitarbeiter in den Unternehmen vor der Kündigung. Im Juni arbeiteten mehr als 1,4 Millionen Deutsche konjunkturbedingt kurz. In den nächsten Monaten läuft jedoch für viele Betriebe dieses Programm aus. Und das ist der erste Grund der dafür spricht, dass Deutschland eine Kündigungswelle bevorstehen könnte.

Eine zweiter Grund sind Gerüchte in einer angesehenen wirtschaftsnahen Tageszeitung. Einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge, der kurz vor der Wahl veröffentlicht wurde, existiert zwischen Bundesregierung und Industrie ein Stillhalteabkommen, wonach die großen Wirtschaftsunternehmen bis zum Wahltag am 27. September auf Stellenstreichungen verzichten sollten. Danach sei allerdings mit einem massiven Jobabbau zu rechnen. Die FTD berief sich dabei auf die Aussagen mehrerer Spitzenmanager.

Auch der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (CDU) schien vor der Wahl zumindest zu ahnen, was vielen Deutschen nach dem 27. September bevorsteht. Bei einer Diskussionsrunde unter dem Motto «Wer zahlt die Zeche?» stand er den Berlinern Rede und Antwort. Ein Fragesteller wollte damals von Steinbrück wissen, ob sich die Politik mit dem «Herausschleudern der Milliarden nicht nur Zeit gekauft» habe. «Nach der Bundestagswahl werden sich die Folgen der Krise schon zeigen und dann steigt die Arbeitslosigkeit doch sowieso, oder nicht?»

Mit dieser Frage war er an der richtigen Adresse. Immerhin ist der scheidende Finanzminister immer ein Mann der klaren Worte gewesen, manchmal sehr zum Ärger seiner Partei. Und auch bei dieser Gelegenheit wollte Steinbrück nichts beschönigen. «Ja», sagte er und nickte. «Ich gebe zu, gelegentlich beschleicht mich auch dieses Gefühl.» Zwar gebe es Hinweise, dass die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr geringer ansteige als am Anfang der Krise von Fachleuten befürchtet worden sei. Aber wie die Entwicklung ab 2010 wirklich weitergehe, könne zum jetzigen Zeitpunkt niemand genau sagen.

Nur die OECD hatte sich neulich mit einer Prognose für das Jahr 2010 aus der Deckung gewagt und spricht darin von fünf Millionen Arbeitslose in Deutschland, gegenwärtig sind es nach neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit 3,346 Millionen.

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Leserkommentare (1)
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  • Kommentar: 1
  • 10.10.2009 11:40
von
Bernd Kramr

Es ist doch nur unser Geld, worum es hier geht. Und das denke ich mit meinem Konzept auch! Es ist meine Chanche und mein Geld, worum es hier geht. Infoabruf unter: aktiv@job-mail.biz GZ. Bernd Kramer

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