Mo., 13.02.12

Ladenschluss Die dunkle Seite des Non-Stop-Einkaufens

Artikel vom 30.09.2009

Verdi steht den längeren Öffnungszeiten kritisch gegenüber. Eine Familie zu organisieren sei für die Mitarbeiter unter diesen Umständen nur schwer möglich, sagt Cornelia Haß, Sprecherin des Verdi-Bundesvorstandes in Berlin. Sie meint, aufgrund des harten Wettbewerbs würden keine zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen: «Es ist nicht so, dass neues Personal eingestellt wird, stattdessen wird von den Beschäftigten mehr Flexibilität erwartet», erklärt Haß. Meist werde versucht, mit weniger Personal die gleiche Verkaufsfläche über einen längeren Zeitraum zu bewirtschaften. «Das bedeutet eine stärkere Belastung für die Verkäufer.»

Bleibt noch die Frage der Bezahlung. Kein Angestellter wird seine gute Laune bis 24 Uhr oder noch länger halten können, wenn er für die Spätarbeit nicht einen entsprechenden Ausgleich bekommt. Und den gibt es auch, zumindest bei Festangestellten.

So würden Rewe-Verkäufer in allen unternehmenseigenen Filialen einen Spätöffnungszuschlag von 50 Prozent Plus zum normalen Bruttogehalt bekommen, wenn sie von 20 bis 24 Uhr arbeiten müssen, erklärt Sprecherin Stephanie Maier. In der Zeit zwischen 18.30 bis 20 Uhr erhalten sie demnach 20 Prozent mehr Gehalt.

Bei Rewe-Filialen, die von selbstständigen Kaufleuten geführt werden, würden die Personalfragen individuell geklärt. In der Filiale in Ulm gebe es keinen Zuschlag, falls jemand länger arbeiten muss, sagt ein Insider. Dafür gebe es aber ab diesem Jahr Weihnachts- und Urlaubsgeld, was bisher nicht der Fall gewesen sei.

In der 24 Stunden geöffneten NP-Filiale in Magdeburg sieht man indes nachts selten einen der Verkäufer, die auch tagsüber dort anzutreffen sind. Warum das so ist? Der zuständige Pressesprecher blockt ab. Anders Verdi: Das Geschäft zu späterer Stunde werde größtenteils von einer Fremdfirma bewirtschaftet, heißt es von der Gewerkschaft. Das bestätigten Verdimitglieder aus Magdeburg.

Und das könnte kein Einzelfall, sondern die Regel in vielen länger geöffneten Supermärkten sein. Wer in den Lebensmittelmärkten Detailfragen nach dem Personal stellt, stößt auf eine Mauer des Schweigens. Cornelia Hass von der Verdi-Bundeszentrale glaubt, ab 20 Uhr würden die Filialen der meisten Handelsketten von Leiharbeitskräften oder Minijobbern geführt - damit die Handelsketten die Nachtzuschläge für ihre Festangestellten sparen können.

seh/news.de
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Ladenschluss: Die dunkle Seite des Non-Stop-Einkaufens » Wirtschaft » Nachrichten

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Leserkommentare (9)
  • Kommentar: 9
  • 18.02.2010 10:50
von
mapa42
Antwort auf Kommentar 8

mach den anfang und hör auf zu fressen. und andere folgen dann können wir zu hause bleiben.

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  • Kommentar: 8
  • 24.12.2009 22:31
von
keks

das muss einfach aufhören! es ist schlimm für die angestellten, die bis in die nacht arbeten müssen. nur damit wir immer mehr fressen und fressen, alles fr den umsatz und das schöne geld.

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  • Kommentar: 7
  • 02.12.2009 15:00
von
yvi
Antwort auf Kommentar 6

Schade, dass es Leute wie Sie gibt, die es nicht schaffen Ihren Sonntag vor dem Kinobesuch zu planen, bzw. genug zum Kochen danach zu Hause zu haben. Was haben Sie bloß gemacht, als in der Woche noch um 18.30 Uhr die Geschäfte schlossen und samstags um 14.00 Uhr?

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  • Kommentar: 6
  • 02.10.2009 08:42
von
Uli

Also ich muss sagen, das ich die Öffnungszeiten bis 2400h sehr gut finde. Oftmals bin ich Freitags gegen 22h auf dem Heimweg und kann noch Kleinigkeiten kaufen. Oder Samstags nach dem Kino spontan entscheiden noch etwas zu kochen oder den Sonntag zu planen. Es gibt Leute die dankbar sind für diese Arbeit, warum also nicht. Sonntag hingegen darf zu bleiben. Ich denke Mo-Sa 22h oder 24h sind ausreichend. Gruß

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  • Kommentar: 5
  • 30.09.2009 22:09
von
Minie

Wer Samstag bis 22Uhr nicht Eingekauft hat soll Hungern .Das Famielienleben ist meist nur Sonntags möglich . Und man sollte auch an das Verkaufspersonal Denken .

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  • Kommentar: 4
  • 30.09.2009 21:58
von
manki

hi! mir ist es vollkommen unverständlich, wie ich es geschafft habe 40 jahre lang einkaufen zu können, als die geschäfte nur bis 18:00 uhr geöffnet waren! was ist das bloß für ein schwachsinn die geschäfte bis 22:00 uhr geöffnet zu haben, mit der begründung daß dann auch die leute einkaufen können, die lange arbeiten. wie lange arbeiten die leute denn? 16 stunden? ich habe auch schon jobs gehabt, in denen ich in 3 schichten arbeitete und jahrelange im außendienst, wo ich die meiste zeit unterwegs war. ich kann mich aber nicht entsinnen jemals nicht einkaufen zu können. ich persönlich habe die feststellung gemacht, daß nicht mehr kunden einkaufen, sondern sich die kundschaft nur mehr verteilt. hat denn schon mal jemand an die verkäufer gedacht, die zu menschenunwürdigen zeiten (samstag bis 22:00 uhr) noch im baumarkt sitzen und auf die kunden warten, denen noch eingefallen ist samstag abend den zaun zu streichen und noch etwas farbe kaufen wollen. früher gab es einmal in der woche, meistens donnerstags, eine längere öffnungszeit und alle waren zufrieden. aber es geht ja auch längst nicht mehr darum kunden zu bedienen und zufrieden zu stellen, sondern es geht ja nur noch um den profit. aber das ist ja nahezu in allen bereichen der fall. (siehe die gier in der bankenbranche und wohin uns das gebracht und womöglich noch bringen wird) ciao, manki

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  • Kommentar: 3
  • 30.09.2009 19:49
von
kingralf

Arbeitsrechtlich stehen auch den minijobbern sämtliche Zuschläge zu, aber diese setzen diese nicht durch, weil sie nicht selten bereits einen Hauptjob in Teilzeit haben und auf dieses Zubrot angewiesen sind. Hier kann m.E.nach nur durch bessere Qualität bei Buchprüfungen durch Finanzämter und Krankenkassen dieser Ein-Spar-Politik der Unternehmen durch festzustezende Nachzahlungen die Lust auf dererlei betriebswirtschaftliches Kindergarten-Niveau genommen werden. Vermutlich ist es aber auch politisch so gewollt, weil dann Beschäftigungs-Statistiken besser aussehen.

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  • Kommentar: 2
  • 30.09.2009 17:54
von
kato

Na allzuviel "Dunkles" ist hier aber nicht berichtet. Sicher es hat schon etwas, die längeren Öffnungszeiten. Nur warum muss es auch am Sonntag sein? Ich habe jahrelang Schichtdienst gearbeitet und gerade der Sonntag war besonders schmerzhaft. Familienleben ist nicht mehr, wenn alle Schicht arbeiten!!! Ich bin bisher ohne Sonntagseinkauf sehr zufrieden gewesen und ich werde dies auch weiterhin unterlassen. Natürlich sind in einigen Branchen die Sonntagsarbeit unerläßlich, aber es sollte eben immer nur ein Sonderfall und auch entsprechend vergütet sein.

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  • Kommentar: 1
  • 30.09.2009 08:50
von
Marcel

Vielen Dank für die Informationen, insbesondere zu den Rewe Öffnungszeiten und den Planungen. Es ist nicht wirklich leicht da noch den Überblick zu behalten. Wir haben daher extra einen Service dafür eingerichtet, www.oeffnungszeitenbuch.de Liebe Grüße MMarcel

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