Tarifeinigung Mehr Geld für VW-Beschäftigte

Der Autobauer Volkswagen und die IG Metall haben einen neuen VW-Haustarifvertrag abgeschlossen. Die rund 95.000 Beschäftigten der sechs westdeutschen VW-Werke erhalten demnach von kommenden Januar an 4,2 Prozent mehr Lohn.

Tarifeinigung bei VW - Künftig Leistungszulage (Foto)
Künftig gibt es eine Leistungszulage für die VW-Beschäftigten. Bild: dpa

Der neue Tarifvertrag sieht neben der Lohnerhöhung auch Einmalzahlungen von insgesamt 710 Euro vor. Außerdem soll bei VW (zum Aktienkurs) künftig eine Leistungszulage für die Beschäftigten eingeführt werden. Das teilten beide Tarifparteien in Hannover mit. Die Einigung sieht auch Regelungen zum Thema Altersteilzeit und Ausbildung vor.

Nach der Tarifeinigung beginnen bei VW nun nach Angaben des Betriebsrats die Verhandlungen über die geplante Mitarbeiterbeteiligung. «Diesem Thema werden wir uns nun mit voller Kraft widmen», sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh. Er bekräftigte, der Betriebsrat strebe eine Mitarbeiterbeteiligung an Volkswagen in der Größenordnung zwischen einem und fünf Prozent an.

Bei der Entgelterhöhung übernimmt VW das Ergebnis der Metall- und Elektroindustrie in der Fläche. Der neue Haustarifvertrag bei VW hat eine Laufzeit von 18 Monaten. Er beginnt rückwirkend zum 1. August dieses Jahres und endet am 31. Januar 2011. Die Mitarbeiter erhalten zwei Einmalzahlungen: 510 Euro Mitte Oktober dieses Jahres und 200 Euro Ende Februar 2010.

Vom Jahr 2011 an soll eine individuelle Leistungszulage eingeführt werden. Dies war eine Forderung von VW. Die Kriterien sollen bis Ende September 2010 in einer Betriebsvereinbarung festgelegt werden. Die Leistungszulage soll sich an einem Betrag von rund 100 Euro im Monat orientieren. Sie wird zusätzlich zum Tarifentgelt gezahlt.

IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine sprach von einem «guten Tarifkompromiss». Die Gewerkschaft habe ihr Ziel erreicht. Dies wäre ohne den hohen Organisationsgrad bei VW nicht möglich gewesen. Die IG Metall hatte mit Warnstreiks gedroht, falls es am Montag in der vierten Tarifrunde nicht zu einem Ergebnis gekommen wäre.

VW-Verhandlungsführer Jochen Schumm sagte, es sei in schwierigen Zeiten ein Tarifergebnis erreicht worden, mit dem die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen gestärkt worden sei. Mit der Leistungszulage entwickle VW sein Entgeltsystem strategisch weiter.

Zur Einigung zählt auch, dass die Altersteilzeit für die Jahrgänge 1955 bis 1960 verlängert wird. Außerdem garantiert VW für die nächsten zwei Jahre wie bislang die Schaffung von jährlich 1250 Ausbildungsplätzen.

VW schlägt sich in der weltweiten Absatzkrise besser als die Konkurrenz und hat Marktanteile hinzugewonnen. In Deutschland hat VW massiv von der Abwrackprämie profitiert.

car/news.de/dpa

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