Kik durchleuchtete massenweise Mitarbeiter
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Gegen den Textildiscounter Kik wird wegen der systematischen Abfrage von Mitarbeiterdaten ermittelt. Das Unternehmen soll einem Medienbericht zufolge in 49.000 Fällen die Zahlungsfähigkeit seiner Beschäftigten abgefragt haben.
Der Textildiscounter Kik soll in den vergangenen eineinhalb Jahren rund 49.000 Bonitätsauskünfte über Mitarbeiter eingeholt haben. Das berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel unter Berufung auf ihm vorliegende Unterlagen. So heiße es in einem internen Schreiben, mit dem Datenabgleich könne Kik «jeden aktiven Mitarbeiter abfragen und somit auch bei langjährigen Mitarbeitern eventuelle negative Merkmale herausfinden».
Eine Kik-Sprecherin sagte, man befinde sich derzeit in einem schwebenden Verfahren und werde den Bericht nicht kommentieren. Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt seit Monaten gegen das Unternehmen wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz. Auslöser war eine Anzeige der nordrhein-westfälischen Datenschutzbeauftragten. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, die Ermittlungen liefen nach wie vor. Nähere Angaben machte sie nicht.
Eine Kik-Mitarbeiterin aus Norddeutschland hatte sich laut einem Bericht der Wochenzeitung Die Zeit bei der Datenschutzbeauftragten darüber beschwert, dass das Unternehmen regelmäßig Bonitätsanfragen über Mitarbeiter bei der Auskunftei Creditreform stelle. Nach früheren Angaben der NRW-Datenschutzbeauftragten sind die Prüfungen der Zahlungsfähigkeit grundsätzlich zulässig, wenn ein berechtigtes Interesse besteht. Dieses berechtigte Interesse wird von der Behörde jedoch bezweifelt.
Bereits im Mai wurde bekannt, dass das Unternehmen aus dem westfälischen Bönen (Kreis Unna) bei Creditreform Informationen über eine mögliche Überschuldung seiner Mitarbeiter einholt. Kik mache die Abfrage von der Tätigkeit der Mitarbeiter abhängig, hatte die Firma in einer Stellungnahme mitgeteilt. Sie wolle damit sicherstellen, dass Arbeitnehmer mit negativen Einträgen nicht in sensiblen Arbeitsbereichen wie etwa an der Kasse eingesetzt werden. Kik erhalte grundsätzlich nur Auskünfte über negativ gemeldete Mitarbeiter.
Auch die Qualität der Produkte mache dem Textildiscounter Probleme, hieß es in dem Spiegel-Bericht weiter. Erst im August seien etwa Damen-Jeans wegen chemischer Belastung auf der Rapex-Liste - einer Art Schnellwarnsystem der EU - gelandet. Das Unternehmen wollte auch diesen Punkt zunächst nicht kommentieren.
ruk/mat/news.de/ap
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