Goldener Handschlag aus der Staatskasse
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Von news.de-Redakteur Christian Mathea
Artikel vom 23.09.2009
Ein Sparplan soll eigentlich Kosten senken. Doch bei der BayernLB kostet er - vor allem deshalb, weil die Banker nur durch dicke Abfindungen zum Abschied zu bewegen sind. Ein weiteres Beispiel für die Unverhältnismäßigkeit der Gehälter im Bankensektor.
Die Bayern LB darf sich zu den weltweiten Top 10 zugehörig fühlen - zu den Top 10 der größten Verlierer der Finanzkrise, wie das Fachmagazin The Banker berechnet hat. Auf 5,2 Milliarden Euro werden die Verluste der Bayern LB aus der Finanzkrise beziffert. Der Freistaat Bayern musste tief in das Steuersäckel greifen, um seine hauseigene Bank mit 10 Milliarden Euro zu retten.
Wenn eine Landesregierung so viel Geld für eine Anstalt öffentlichen Rechts in die Hand nimmt, dauert es natürlich nicht lang, bis die EU-Kommission auftaucht. Aber nicht, um die Rettung ihrerseits mit weiteren Milliarden zu unterstützen, sondern um eine konsequente Redimensionierung der Bayern LB anzumahnen.
Der von den Bayern daraufhin entwickelte Plan: In Zukunft soll die Bayern LB mittelständisch orientiert sein und deutlich kleiner werden. Die Risikoaktiva sollen um ein Drittel reduziert, die Niederlassungen im Hongkong, Schanghai, Peking, Tokio und Mumbai geschlossen werden. Und 670 Millionen Euro sind bis zum Jahr 2013 vorgesehen, um bei der Verwaltung zu kürzen.
Allein in der Hauptzentrale in München sollen etwa 30 Prozent des Personals gehen, das wären bei gegenwärtig 3500 Mitarbeitern immerhin mehr als 1000.
Aber wie bewegt man einen gut verdienenden Banker zum Verlassen seines langjährigen Arbeitgebers? Freiwillig und ohne Grund wird sicher kaum jemand die Koffer packen, wenn die Kollegen weiter machen dürfen.
Die Bayern LB muss die eigene Belegschaft deshalb mit dicken Abfindungen ködern. Eigens dafür soll das Kreditinstitut eine interne Hotline eingerichtet haben, über die jeder Mitarbeiter, nachdem er private Daten preisgegeben hat, seine individuelle Abfindungssumme verraten bekommt, die ihm im Falle eines Abfindungsvertrags im gegenseitigen Einvernehmen zusteht.
Auf wieviel Geld sich die Mitarbeiter freuen dürfen, dazu heißt es auf Anfrage aus der Pressestelle lediglich: «Die Bayern LB äußert sich grundsätzlich nicht zu bestehenden oder beendeten Arbeitsverhältnissen. (...) Die Bayern LB erfüllt ihre vertraglichen Verpflichtungen.»
Dem Vernehmen nach sollen sich die Beträge aus der Anzahl der Dienstjahre multipliziert mit etwa 1,6 Monatsgehältern errechnen. Dazu soll noch eine «Sprinterprämie» von 0,8 Monatsgehältern obendrauf gepackt werden, wenn sich jemand schnell entscheidet. Das wären bei einem Banker, der 15 Jahre im Unternehmen angestellt ist und einen weniger üppigen Lohn für die Branche von 6000 Euro bekommt, bereits 216.000 Euro.
Zum Vergleich: Arbeitsgerichte würden als Faustformel 0,5 Monatsgehälter vorschlagen, wenn die Mitarbeiter bereits einige Jahre für ein Unternehmen arbeiten, erklärt der Brühler Rechtsanwalt Michael Felser. Im Logistikbereich bei der Post werden nur 0,5 bis 0,8 Bruttogehälter für die Berechnungsformel als Grundlage genommen.
Offensichtlich hatte die Bayern LB keine andere Wahl, als derart hohe Abfindungen zu zahlen. Ansonsten hätten Kündigungen ohne gegenseitiges Einvernehmen eine ganze Welle an Klagen verursacht, erklärt Rechtsanwalt Felser. Und eine Kündigung nach einer Sozialauswahl, bei der ältere Mitarbeiter gehalten würden und jüngere Mitarbeiter bevorzugt gehen müssten, hätte nur dazu geführt, dass das Kreditinstitut viele seiner jungen Leistungsträger verloren hätte.
Übrigens, 6000 Euro sind für den Durchschnittsdeutschen ein stattliches Sümmchen, doch im Banksektor steigen die Gehälter auch schon mal über 8000, 9000 Euro hinaus. Zudem verlassen langgediente Mitarbeiter bei Landesbanken öfters den Tariflohnbereich und bekommen zusätzlich zu ihrem Fixgehalt einen erheblichen Teil ihrer Vergütung in Boni ausgezahlt.
Diese vom Unternehmenserfolg abhängigen Prämien sollen zusätzlich zum Fixlohn in die Abfindungssummen mit eingerechnet werden. Demnach werden die Landesbanker, die riskante Papiere ins Portfolio aufgekauft und damit die Bank in Schieflage gebracht haben, heute bei ihren Abfindungen noch für das Spekulieren in den vergangenen Jahren belohnt.
Kein Wunder, dass nicht wenige Mitarbeiter - übrigens sollen es trotz der ursprünglichen Absicht auch viele junge Leistungsträger sein - durch dieses Ködersystem schnell einen Aufhebungsvertrag unterschrieben haben. Schätzungen gehen von 500 Bankern aus, damit hätte die Bank die Hälfte ihres Solls erfüllt.
mac/news.de
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übrigens will ja die bayernlb dies jahr bereits wieder boni zahlen. dann habens die mitarbeiter schwierig: müssn sie jetzt entscheiden zwischen hohen abfindungen oder boni. diese entscheidung hät ich auch gern.
jetzt antwortenKommentar melden1,6 Monatsgehälter als Berechnungsbasis für die Abfindung. Das ist der Hammer. Ich war auf dem Bau und bei meiner Kündigung hab ich ein Äppel und ein Ei bekommen. Gut, dass ich jetzt erstmal arbeitslos bin. Denn von meinen Steuern will ich diese Abfindungen für diese Leute nicht zahlen, die unserem schönen Bayern O,Nichts minus Milliardenverluste gebracht haben. DANKESCHÖN dafür!!!!!
jetzt antwortenKommentar meldenMuß mich leider den Kommentaren anschließen. Hier wurde außerordentlich schlecht recherchiert und zeigt wieder einmal wieviel man/frau auf die sensationslüsterne Presse und dem aktuellen Journalismus geben kann. Vielleicht hätte Herr Matthea mal das Internet zu Rate gezogen, um festzustellen wieviel der "Durchschnittsbanker" verdient. P.S. Banktarif endet bei 4.194 EUR; AT beginnt mit +1 EUR darüber, dafür gibts dann ggü. anderen Wirtschaftszweigen unübliche 40 Std.Woche, Streichung aller Überstunden, Verzicht auf Urlaubs-/Weihnachtsgeld, dafür Arbeitsplatzgefahr in Verbund m. Existenzangst !
jetzt antwortenKommentar meldenSo ein Artikel ist ja fast schon sittenwidrig. Als Betroffener kann ich nur sagen, dass es diese Höhe der Abfindungen (leider) nur in den Fantasieen des Autors gibt. Auch sind mir Durchschnittsgehälter von 6000 EUR hier in der BayernLB unbekannt. Ein bisschen besser Recherchieren würde dem Autor sicher gut tun. So, und jetzt muss ich weiterarbeiten, damit wir die Staatshilfen bald zurückzahlen können (die waren nämlich kein Geschenk - trotzdem danke dafür).
jetzt antwortenKommentar meldenirgendwas scheine ich da falsch zu machen, denn 6.000 €/Monat Gehalt - davon bin ich weit entfernt. Der Durchschnittsbankangestellte verdient doch wensentlich weniger. Etwas mehr Recherche wäre doch angebracht.
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