Lehman muss in den Köpfen bleiben
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Von news.de-Redakteur Christian Mathea
Artikel vom 15.09.2009
Die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers liegt ein Jahr zurück. Die Weltwirtschaft wird lange brauchen, bevor sie sich von diesem Schock erholt hat. Die Ursachen wurden indes bisher kaum bekämpft und drohen in Vergessenheit zu geraten.
In der Nacht zum 15. September 2008 brach ein Beben an der Seventh Avenue in New York aus. Ein zwar geräuschloses Beben, das mit seiner Kraft aber viele Amerikaner tief in ihrem Glauben erschütterte. In ihrem Glauben an die magische Zahlenwelt der Wall Street, die jeden schnell zum Millionär machen kann.
In der Nacht zum 15. September ging Lehman Brothers pleite. Eine riesige Investmentbank, deren Angestellte geborgtes Geld jahrelang in riskante Wertanlagen steckten, mit dem Wissen, dass sie kräftig an den Gewinnen mit verdienen werden. Ihre Euphorie verschloss ihnen die Augen davor, dass sie sich in einer Scheinwelt befanden, die nichts mehr mit der realen Wirtschaft zu tun hatte.
Eine Scheinwelt in einer Pyramide. Einer umgekehrten Pyramide, die auf einer kleinen Spitze stand und ständig weiter nach oben wuchs. Die Banker interessierte nicht mehr der einzelne Kredit für ein Unternehmen oder einen Hausbauer. Alles wurde irgendwie ineinander verschachtelt, sichere mit riskanten Krediten, wertlose mit sicheren Wertpapieren. Diesen Mischmasch zeichneten dann Rating Agenturen mit Bestnoten aus.
Warum dieses System trotzdem mit Gewinnen funktionierte? Es funktionierte, weil alle mitmachten, immer mehr Investmentfirmen einstiegen, alle sich gegenseitig alles verkauften - natürlich mit kräftigem Aufschlag. Die Blase wuchs in einer Wahnsinnsgeschwindikgeit, die Realwirtschaft aber nicht.
Das störte lange Zeit niemanden, weder Banker noch Politiker. Und auch nicht die Bankkunden, die ebenso etwas vom großen Kuchen abbekommen wollten, indem sie ihr Geld in Aktien und Fonds anlegten und Tagesgeldkonten nur nach der Höhe der Zinsen aussuchten. Bis eben mit Lehman Brothers eine große Investmentbank zusammenbrach, die Pyramide knickte und ihren Schrott auf die Realwelt niederkippte. In dieser besagten Nacht war plötzlich der Rausch in der Finanzwelt vorbei und eine Starre setzte ein.
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