rückwärts
vorwärts
Wer in Deutschland wieviel verdient (Bild 1/ 16)
Geld (Foto)
Foto: dpa
14.09.2009

Die Schere zwischen Arm und Reich wird in Deutschland nach der Krise weiter auseinandergehen. Doch schon jetzt sind die Einkommensunterschiede beträchtlich. Ein paar Beispiele.

Einkommen

Die Wirtschaft kennt kein Maximum

Von news.de-Redakteur Christian Mathea

Die einen verdienen Millionen, die anderen kommen gerade so über die Runden. Aufgabe der Politik ist eine soziale Umverteilung. Denn die würde es in der Wirtschaft wahrscheinlich in der heutigen Form nicht geben.

3,7 Milliarden Dollar. Das dürfte wohl eines der höchsten Einkommen gewesen sein, das bisher in der Geschichte erzielt wurde. Der Glückliche: John Paulson. Der im Jahr 1955 geborene Gründer des Hedgefonds Paulson & Company konnte diesen immensen Betrag im Jahr 2007 auf sich verbuchen.

Obwohl es maßlos erscheinen mag, dass ein Einzelner 3,7 Milliarden Dollar durch Finanzgeschäfte verdient - aus ökonomischer Sicht gibt es offenbar keine Obergrenze. Eine Obergrenze, ab der es keinen Sinn mehr ergibt, dass jemand noch mehr verdient – beispielsweise weil dieser Mann oder diese Frau ohnehin nicht zum Ausgeben des Geldes kommt.

«Die Menschen legen das Geld ja nicht unter das Kopfkissen, sondern sie legen es selber an oder geben es Banken, die das Geld anlegen», erklärt Oliver Holtemöller, Konjunkturchef am Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

Auch sei gegen hohe Gehälter oder Prämienzahlungen generell nichts einzuwenden. «Anreize, dass man viel verdienen kann, sind wichtig. Das spornt an.» Demnach ist es für eine soziale Marktwirtschaft auch besser, die Einkommen beispielsweise durch Steuern erst später umzuverteilen, anstatt sie von vornherein zu begrenzen. Gehälter und Prämien zu beschränken, wäre auch deshalb problematisch, weil die Unternehmen in dem jeweiligen Land dann Probleme hätten, Spitzenmanager zu gewinnen, so Holtemöller.

Eine wirkliches Problem sei indes, dass viele der in den vergangen Monaten gezahlten Abfindungen und Boni nicht gerechtfertigt seien. Einige Manager hätten trotz der Rekordverluste ihrer Unternehmen ihre Millionenboni oder Millionenabfindungen ausgezahlt bekommen. Um derartige Exzesse zu verhindern, sollte mehr Transparenz, ein stärkeres Mitspracherecht der Hauptversammlung und eine Orientierung an langfristigen Unternehmenszielen eingeführt werden, betont der Wirtschaftswissenschaftler.

Zum Thema Thema verfolgen » Newsletter abonnieren Artikel kommentierenArtikel kommentieren
Sanierer sucht Lösung für Arcandor-Töchter (Foto)
Abfindungen

Spitzensteuer für Millionenabfindungen

Für Abfindungen greift ganz normales Steuerrecht. Auch wenn sie Millionen wie beim ehemaligen Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick mehr ...

Der neue Leiter der Makroökonomik am IWH Halle, Prof. Oliver Holtemöller. (Foto)
Interview mit Oliver Holtemöller

«Finanzkrisen wird es immer wieder geben»

Konjunkturforscher sind derzeit gefragte Menschen. Ein junger Vertreter seines Fachs, Professor Oliver Holtemöller vom Institut mehr ...

Lohnungleichheit in Deutschland besonders groß (Foto)
EU-Studie

Deutsche Löhne hinken hinterher

Die Zurückhaltung der Gewerkschaften ist nun auch in Zahlen gegossen: Deutschland ist europaweit Schlusslicht, was mehr ...

Industriearbeiter: Sie sollen auf Geld verzichten, um ihre Unternehmen zu unterstützen. (Foto)
Kritik an Mittelstandsforderung

Gewerkschaft knöpft sich Lohnverzichtler vor

Die Forderungen nach Lohnverzicht erhitzen die Gemüter. Nun hat der Gewerkschaftsbund die provokanten Forderungen heftig mehr ...

Supermarktkasse (Foto)
Erstmals seit fünf Jahren

Experten erwarten steigende Reallöhne

In diesem Jahr liegt die Inflationsrate noch bei satten drei Prozent, 2009 aber wird sie nach Expertenmeinung sinken. Und das mehr ...

Lohnungleichheit in Deutschland besonders groß (Foto)
Löhne in Deutschland

Enorme Lücke zwischen Billiglohn und Topverdienst

Dünne Brieftaschen, dicke Portmonees - die Unterschiede bei Deutschlands Löhnen können kaum krasser sein. Weltweit sind die mehr ...

DEU Konjunktur Industrie Produktion (Foto)
Prognose

Wo in Zukunft neue Arbeitsplätze entstehen

Die Arbeitslosigkeit nimmt wegen der Wirtschaftskrise zu. Doch an der langfristigen Tendenz auf dem Markt ändert sie wenig, sie mehr ...


ruk/news.de
Schlagworte:
Leserkommentare (3)
jetzt kommentieren
  • Kommentar: 3
  • 15.09.2009 09:29
von
bla

Natürlich ists in anderen Ländern billiger, und da zählt man als reich, wenn man hier arm ist, aber das können nur Leute sagen, die den menschlichen Draht zum Großteil der Bevölkerung verloren haben und von ihrem hohen Roß nicht mehr runter wollen. Jeder will immer mehr, solange es jemanden gibt, der mehr hat. Das ist typisch menschlich krank. Wer schonmal in armen Ländern war und mit etwas Hirn sich umsieht, sieht genau, dass WIR die armen sind, obwohl wir reich wirken !

jetzt antworten Kommentar melden
  • Kommentar: 2
  • 14.09.2009 17:43
von
ichnixlinks
Antwort auf Kommentar 1

Jeder soll das bekommen was er verdient! Warum schämen sich nicht mal die, die etwas arbeiten könnten, aber keine Lust dazu haben? Diese ganze, von den Linken losgetretene Neiddebatte kotzt mich an. Jeder jammert nur noch rum. Arme in Deutschland, würden in den Dritte Welt Ländern immer noch als reich gelten. Armut in Deutschland ist jammern auf hohem Niveau!

jetzt antworten Kommentar melden
  • Kommentar: 1
  • 14.09.2009 16:57
von
moptop

«Anreize, dass man viel verdienen kann, sind wichtig. Das spornt an.» Das stimmt sicher. Aber warum hört man dieses Argument von Managern nie, wenn es um Mindestlohn oder Tarifverhandlungen geht? Weil sie sich dann nicht mehr so maßlos auf Kosten der Arbeitnehmer bereichern könnten!

jetzt antworten Kommentar melden
Kommentar schreiben
Netiquettelink | AGB
Ihr Name
Ihre Emailadresse
noch 600 Zeichen übrig
Ihr Kommentar
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.

Zum Thema
Anzeige
Meistgelesene Artikel
Fotostrecken
Video-News
zurück
vor
Merkzettel
Hier können Sie Artikel ablegen, die Sie später lesen wollen.
Wie geht das?
Anzeige