Verkauf an Magna Aus Opel wird «New Opel»

Die monatelange Hängepartie um Opel ist zu Ende. Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) verkauft das Unternehmen an den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna. Politik und Betriebsrat zeigten sich erleichtert, Zweifel am Zukunftskonzept kommen aus dem Beirat der Opel-Treuhand.

Der Präsident von General Motors (GM) Europa, Carl-Peter Forster (r.), und der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz. Bild: ddp

Das teilten die Opel-Treuhand und GM in Berlin mit. Arbeitnehmervertreter und die deutsche Politik zeigten sich erleichtert, dass sich GM f√ľr die von ihnen favorisierte L√∂sung entschieden hat. Die vier deutschen Opel-Standorte R√ľsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern sollen nach den Vorstellungen Magnas erhalten bleiben. Dennoch d√ľrften auf die 25.000 deutschen Mitarbeiter harte Einschnitte sowie ein umfangreicher Stellenabbau zukommen.

«Die endg√ľltigen Vereinbarungen sollten innerhalb der n√§chsten Wochen unterschriftsreif sein und anschlie√üend innerhalb der kommenden Monate zum Abschluss gebracht werden k√∂nnen», sagte der Chef des Beirates der Opel-Treuhand, Fred Irwin, in Berlin. Die Gr√ľndung der «New Opel» ist noch in diesem Jahr geplant. Die Vereinbarung sehe vor, dass Magna zusammen mit der russischen Sberbank einen Anteil von 55 Prozent an Opel erwirbt. GM behalte einen Anteil von 35 Prozent, die Mitarbeiter w√ľrden mit zehn Prozent beteiligt. Nach der Umsetzung bliebe Opel weiter im globalen Produktentwicklungsverbund von GM integriert.

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Von der Politik wurde die Entscheidung einhellig begr√ľ√üt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, sie freue sich √ľber die Entscheidung, die dem Wunsch der Bundesregierung und auch dem der Arbeitnehmer entspreche. Es habe sich gezeigt, dass sich Geduld und Zielstrebigkeit der Bundesregierung ausgezahlt haben, sagte die Kanzlerin. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sprach von einem «guten Tag f√ľr Opel», auch Bundesfinanzminister Peer Steinbr√ľck (SPD) begr√ľ√üte die Entscheidung.

Der Opel-Gesamtbetriebsrat zeigte sich erleichtert √ľber das Ende der monatelangen H√§ngepartie. Die Besch√§ftigten seien bereit, Beitr√§ge zur Sanierung des Autoherstellers zu leisten, sagte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz in R√ľsselsheim. Standortschlie√üungen seien aus Sicht der Arbeitnehmervertretung vermeidbar. Der geplante Personalabbau m√ľsse im Detail gepr√ľft und mit dem Europ√§ischen Betriebsrat verhandelt werden, sagte Franz. IG-Metall-Chef Berthold Huber sprach von einem «guten Tag» f√ľr die Besch√§ftigten.

Zum europ√§ischen GM-Gesch√§ft, das nun von Magna und der russischen Sberbank √ľbernommen wird, geh√∂rt neben Opel auch die britische Schwestermarke Vauxhall. Neben den deutschen Standorten geh√∂ren Werke in Gro√übritannien (Ellesmere Port), Spanien (Saragossa), Belgien (Antwerpen) und Polen (Gliwice) zur Europa-Sparte. Dem Magna-Konzept zufolge sollen von den insgesamt 50.000 Arbeitspl√§tzen 11.000 wegfallen. Geschlossen werden soll dem Vernehmen nach das Werk in Antwerpen, zudem stehe die Produktion in Saragossa auf der Kippe.

Die Vertreter von Bund und L√§ndern im Beirat der f√ľnfk√∂pfigen Opel-Treuhand stimmten allerdings nicht f√ľr einen Verkauf von Opel an Magna. Der Abgesandte der Bundesregierung, Ex-Continental-Chef Manfred Wennemer, votierte gegen den Vorschlag. Der Vertreter der Bundesl√§nder, der ehemalige Vizepr√§sident des Hessischen Landtags, Dirk Pfeil, enthielt sich. Demnach stimmten lediglich die GM-Vertreter John Smith und Enrico Digirolamo f√ľr den Verkauf. Beiratschef Irwin besitzt kein Stimmrecht.

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Wennemer sagte, die Pl√§ne, wonach Opel 2012/2013 rund 1,5 Millionen Pkw produzieren werde, reichten nicht, um wettbewerbsf√§hig zu sein. Zudem zweifele er an den Prognosen f√ľr den russischen Markt. Dar√ľber hinaus kritisierte er, dass Opel bis 2014 nicht in China verkaufen d√ľrfe. Nach geltendem Insolvenzrecht m√ľsste Opel 2011 Insolvenz anmelden. Pfeil sagte dagegen, dass ein weiteres Andauern des Verkaufsprozesses «der Sache abtr√§glich gewesen» w√§re. Seiner Ansicht nach werde als letztes Kapitel im Opel-Poker das deutsche Insolvenzrecht ge√§ndert.

bla/news.de/ddp

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