Energiesparlampe
Recycling-Problem noch ungelöst

Obwohl die Hersteller der Energielampen zur Rücknahme der ausgedienten Lampen verpflichtet sind, ist der Weg zur Recyclingstelle noch ungeklärt. Viele Händler stellen sich weiterhin quer, den Technikschrott entgegenzunehmen.

Es werde Licht: Eine Mitarbeiterin des Osram-Werkes in Augsburg kontrolliert die Funktionstuechtigkeit von Energiesparlampen. Bild: ap

Falls der Dauerbrenner Energiesparlampe doch einmal seinen Geist aufgibt, was passiert dann eigentlich? Einfach in den Hausmüll werfen, das geht jedenfalls nicht. Denn die Energiesparlampen enthalten geringe Mengen an Quecksilber.

Das Problem: Die meisten Händler stellen sich quer, wenn es darum geht, ausgediente Lampen vom Kunden wieder zurückzunehmen. Das hat eine Umfrage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ergeben. Nur wenige Händler antworteten überhaupt. Und von diesen weisen wiederum nur wenige den Kunden überhaupt auf die Rückgabepflicht hin und nehmen dessen ausgediente Energiesparlampen an, ohne daran einen Neukauf zu knüpfen.

«Die zurückhaltende Reaktion auf unsere Anfrage und das mangelnde Engagement zeigen, der politische Appell an die Händler, alte Energiesparlampen freiwillig zurückzunehmen, ist gescheitert », erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Als Konsequenz fordert sie vom Gesetzgeber, «neben den Verbrauchern zumindest auch Handelsstätten mit Verkaufsflächen über 1000 Quadratmeter in punkto Rücknahme und Rückgabe von Energiesparlampen gleichermaßen in die Pflicht zu nehmen».

FOTOS: Abschied der Glühbirne 100 Watt ade

Bundesweit wird das Recycling der ausgedienten Lampen von der Lightcycle GmbH in München organisiert, einem nicht gewinnorientierten Gemeinschaftsunternehmen der Lampenhersteller. Dessen Logistikmitarbeiter Axel Günther erklärt, dass ausschließlich die Hersteller, nicht aber die Händler zur Rücknahme der Lampen nach EU-Recht verpflichtet seien. Bei Batterien sei das anders, dort müssten auch die Händler die ausgediente Ware zurücknehmen.

Günther rechnet aber damit, dass bei den Händlern ein Umdenken einsetzen werde. Diese würden in Zukunft die Rücknahme als Mittel der Kundenbindung erkennen. Bis dahin kann man auf der Internetseite von Lightcycle per Eingabe des Ortsnamen oder der Postleitzahl nach der nächsten kostenlosen Sammelstelle für Energiesparlampen suchen.

Ab heute greift im Handel eine Regelung, nach der Energiesparlampen im Verkauf Vorrang haben. Die Glühlampen sind von gestern, zumindest diejenigen mit 100 Watt. Sie gibt es in den Geschäften nie wieder zu kaufen. Bis zum Jahr 2012 werden dann auch die Glühbirnen mit weniger Leistung aus dem Handel genommen.

Der Verbraucher kommt in Zukunft nicht mehr um die Energiesparlampen herum. Die Europäische Union hatte ihre Macht in diesem Punkt demonstriert, nachdem zuvor die Bürger lieber Glühbirnen kauften, obwohl es die Energiesparlampen seit Jahren zu kaufen gibt.

Auch für die letzten Widerspenstigen, die sich bis gestern noch einmal mit 100-Watt-Glühbirnen eingedeckt haben, wird das angeblich wärmere Licht irgendwann ausgelöscht sein. Denn der Glühdraht in dem Glaskörper gibt bereits nach durchschnittlich 1000 Stunden den Geist auf. Ganz anders als die modern geformten Energiesparlampen. Sie halten 6000 bis 15.000 Stunden durch.

Das war für die EU ein Grund, den Konsumenten zwischen Atlantik und Balkan vorschreiben zu müssen, welches Licht in deren Wohnungen leuchtet. Ein weiterer ist der Energiespareffekt. Denn eine herkömmliche Glühbirne wandelt nur fünf Prozent der eingesetzten Energie in Licht um. Der Rest verpufft als Wärme. Die Energiesparlampe setzt dagegen 25 Prozent des Stroms in Licht um.

iwi/news.de

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3 Kommentare
  • Carsten Kudlik

    02.05.2012 16:13

    An Rainer Maichin. Was haben die 474 Energiesparleuchten gekostet? Und wie viel kostet deren Lagerung als Sondermüll, wenn sie defekt sind? Was wird das Recycling kosten - sollte irgendwann ein Verfahren dazu gefunden werden? Naja, alles kein Problem, das zahlen dann ja unsere Kinder :-)

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  • denkmalpfleger

    05.12.2009 14:11

    Die Glühbirne wird abgeschafft – und das zu Recht ? Der Grund: Nur 20 % der Energie werden in Licht umgewandelt, der Rest verpufft als Wärme. Bei über 6 Milliarden Glühbirnen weltweit eine enorme Energieverschwendung mit weitreichenden Folgen für unser Klima. Gut also, dass die Glühbirne endlich verschwindet! Oder nicht? Wird uns Ihr warmes Leuchten fehlen? Wird unsere Gesellschaft im kalten Licht der Energiesparbirnen verrohen? Sind Energiesparbirnen überhaupt besser oder stellen sie nicht vielleicht eine noch größere Umweltbelastung dar? Das Verbot der Glühbirne ist ein zwiespältiges Thema und ein entscheidender Einschnitt in unseren Alltag. Deshalb hat nach unserer Meinung der Abgang der Glühbirne mit all seinen Hintergründen und Konsequenzen Aufmerksamkeit verdient. Und zwar nicht nur ein bisschen. Wir Präsentieren: Das Projekt „Birnendenkmal“. Dieses Projekt bietet eine Plattform für alle Aspekte rund um das Verschwinden der Glühbirne und ist dabei genauso vielschichtig wie der Abgang der Glühbirne selbst. Und das Beste: Jeder kann mitmachen und das Projekt mit seinem Beitrag bereichern! Also: Benutz deine Birne und werde auch du Teil dieses Offenbacher Gemeinschaftsprojekts. www.birnendenkmal.de

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  • Rainer Maichin

    01.09.2009 12:39

    Nicht nachtrauern, einfach nach vorne schauen... 10.000 Euro an Stromkosten wurden beim Einsatz von 474 Energiesparlampen bei 19 verschiedenen Projekten im ersten Jahr der Anwendung bereits eingespart. Der Bericht dazu ist auf meinem Weblog der kleinen Zeitung ersichtlich unter: http://meinekleine.kleinezeitung.at/999999/stories/350845/ Quecksilber: Der Quecksilber-Ausstoß in der EU ist hier genau aufgeschlüsselt: http://ec.europa.eu/environment/chemicals/mercury/pdf/study_summary2008.pdf Ein deutsches Recycling hat diese Homepage... www.delagmbh.de

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