Zwischen Wandel und Preisdruck
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Von den news.de-Redakteuren Sebastian Haak und Konrad Rüdiger
Artikel vom 10.09.2009
Auch mit dem Sterben lässt sich Geld verdienen. Doch sind die Zeiten vorbei, in denen Bestatter den Preis festlegen konnten - unter den Unternehmen ist seit längerem ein heftiger Preiskrieg ausgebrochen. Parallel zum Wandel in der Bestattungskultur.
Nicht mal der Tod ist umsonst. Der kostet das Leben. Umsonst, so mag manch philosophierender Sprachliebhaber jetzt denken, ist er vielleicht. Kostenfrei aber ist der Tod in jedem Fall nicht. Eine Bestattung kann schnell ins Geld gehen: Ein mittlerer bis hoher vierstelliger Betrag sind für eine Beisetzung schnell zusammen. Wie hoch die Kosten im Durchschnitt in Deutschland genau sind, vermag niemand zu sagen.
Sicher ist aber, dass eben wegen der entstehenden Kosten vor wenigen Monaten ein Preiskrieg unter deutschen Bestattern für Schlagzeilen sorgte. Discount-Anbieter warben damit, ein komplettes Begräbnis für ein paar hundert Euro organisieren zu können. Parallel dazu machten Geschichten die Runde, die das Geschäft mit den Toten als ein unbarmherziges zeichneten: Es gab, wurde da enthüllt, in einigen Gegenden Deutschlands einen regelrechten Wettlauf zwischen Bestattungsunternehmen um Verstorbene. Von Absprachen zwischen Notdiensten und Bestattern wurde da berichtet.
Das Kalkül: Wer zuerst am Trauerort ist und den Hinterbliebenen als erster Trost spendet, der bekommt am Ende auch den Bestattungsauftrag – und damit das Geld. Denn im Moment des Verlustes fragen die wenigsten nach den Kosten. «Trauernde denken nicht viel über Geld nach, die würden jeden Preis zahlen», brachte es einer der Discount-Bestatter Berlins auf den Punkt.
Das Berufsbild des Bestatters hat sich in den vergangen Jahrzehnten grundsätzlich gewandelt. «Vor einhundert Jahren hat man im Trauerfall zuerst den Pfarrer angerufen. Heute ruft man erst den Bestatter an und dann den Pfarrer», sagt Kerstin Gernig, die Geschäftsführerin des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur. «Bestatter leisten heute viel trauerpsychologische Arbeit.»
Damit gehe der Wandel des Berufs Hand in Hand mit der Bestattungskultur und den Trauerritualen. «Die Bestattungsrituale haben sich fundamental verändert. So können heute zum Beispiel Kinder auf den Sarg der Großmutter malen. Aber auch, dass es wieder Grabbeigaben gibt oder individuelle Trauerbekleidung stark nachgefragt wird, sind Beispiele dafür», so Gernig.
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