Die Grenzen der Globalisierung
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Von news.de-Redakteur Sebastian Haak
Microsoft hat auf einem Werbebanner einen Schwarzen durch einen Weißen ersetzt. Eine Bagatelle? Nein. Das ist Rassismus – und hält der angeblich international denkenden Wertegemeinschaft einen Spiegel vor.
news.de-Redakteur Sebastian Haak.
Foto: news.deInternational agierende Megakonzerne wie Microsoft kennen keine nationalen Grenzen. Könnte man denken. Seine Software muss das Unternehmen in Amerika und Europa verkaufen, in Asien ebenso wie in Afrika. Das ist Globalisierung. Könnte man meinen.
Denn so einfach ist das nicht. Die Globalisierung hat Grenzen. Globalisierung verläuft noch immer entlang nationaler und ethnischer Trennlinien – offenbar auch in der Wirtschaft, wo man doch eigentlich meinen könnte, dass Geschäftsbeziehungen und Handelsströme alle Grenzen überwinden.
Das Nationale ist den Menschen auch am Beginn des 21. Jahrhunderts wichtiger als das Internationale. Was mit denen geschieht, die zur «eigenen» Nation gehören, ist wichtiger als Dinge, die mit Menschen auf anderen Kontinenten geschehen. Nur unter Menschen, die «dem eignen Selbst gleichen», fühlt man sich wirklich wohl. Und eben weil das so ist, haben Marketing- oder PR-Strategen den Schwarzen auf dem Banner durch einen Weißen ersetzt. Weiße sind in Polen häufiger anzutreffen als Menschen mit dunkler Hautfarbe. In Polen sind vor allem die Weißen zu Hause.
Man muss die Photoshop-Aktion von Microsoft ganz klar als rassistisch motiviert begreifen, als nationalistisch motiviert. Selbst wenn die Verantworlichen keine Rassisten oder Nationalisten sein müssen... Und eine Wertegemeinschaft, die es als heres Ziel vor sich herträgt, Menschen eben nicht nach Hautfarbe oder Herkunft zu beurteilen, muss das verurteilen.
Gleichzeitig muss sich diese Wertegemeinschaft – wir uns also alle – aber auch fragen, wie weit sie inzwischen auf dem Weg gekommen ist, wirklich alle Menschen, gleich welcher Nation oder Ethnie, als Menschen wahrzunehmen. Offenbar nicht so weit. Denn wenn die PR-Leute nicht das Gefühl gehabt hätten, damit den Vorstellungen der Menschen zu entsprechen, hätten sie den Schwarzen nicht durch den Weißen ersetzt. Die Microsoft-Aktion hält der angeblich so weltoffenen Wertegemeinschaft einen Spiegel vor.
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