Microsoft-Kampagne

In Polen sollte es kein Schwarzer sein

Von news.de-Redakteur Christian Mathea

Eine Werbefoto von Microsoft sorgt für Erstaunen. Marketing-Experten haben für eine Kampagne in Polen einen Schwarzen auf einem Bild durch einen Weißen ersetzt. Nach Rassismusvorwürfen entschuldigt sich Microsoft für den Vorfall.

Microsoft (zum Aktienkurs) will weltweit Software verkaufen, auch in Polen. Da sich die polnische Bevölkerung anders zusammensetzt als die amerikanische, dachten Marketing-Verantwortliche, dass sie auch ein Plakat verändern müssten. Auf dem war in der US-Version ein Schwarzer zu sehen. Auf der polnischen Version nicht mehr. Moderne Software machte es möglich, und plötzlich wurde aus dem älteren schwarzen Herren ein weißer junger Mann (hier geht es zu den beiden Fotos).

Getauscht wurde aber nur der Kopf, und das auch ziemlich stümperhaft. Die Hand und der Körper des Schwarzen, verdeckt durch einen silbernen Anzug, blieben so wie auf dem Ausgangsmaterial. Nur neigt der neue weiße Mann seinen Kopf plötzlich nach rechts, der Schwarze zuvor nach links. Kurios deshalb auch, dass beide Köpfe, egal ob links oder rechts und unabhängig davon, ob weiß oder schwarz, den selben Schatten werfen.

Von zahlreichen Seiten hagelte es Kritik für das retuschierte Plakat. Der Vorwurf von Rassismus wird vor allem dadurch genährt, dass der Asiate neben dem ausgetauschten Schwarzen und die weiße Dame vorn im Bild bleiben durften.

Microsoft hat sich bereits öffentlich für die Aktion entschuldigt. So hieß es beispielsweise auf dem Twitter-Account des Softwareriesen: «Wir entschuldigen uns und sind gerade dabei, das Bild von unserer polnischen Website zu entfernen.» Kurz darauf kehrte der Schwarze auf die polnische Website zurück. Eine Sprecherin von Microsoft Polen bezeichnet die Aktion auf Anfrage von news.de als «unpassend». Man habe inzwischen «ein Verfahren zur Autorisierung von Illustrationen eingeführt, dass verhindern soll, dass sich derartige Fälle in Zukunft wiederholen».

Dass die Verkaufszahlen in Polen sinken würden, wenn Microsoft mit Schwarzen wirbt, hält Christian Prunitsch, Professor für Slavinistik an der TU Dresden, für unwahrscheinlich. Für ihn handelt es sich um eine Fehleinschätzung und Fehlentscheidung der Marketing-Verantwortlichen bei Microsoft Polen.

Die Polen hätten keine Probleme mit Schwarzen, so Prunitsch. Ein Beispiel sei der eingebürgerte nigerianische Fußballstar Emmanuel Olisadebe, der sich in Polen als Prominenter wohl fühle. Außerdem hätten die Polen durch die Abwahl der national-katholischen Kaczynski-Regierung gezeigt, dass sie in einer multikulturellen Gesellschaft leben wollen.

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seh/news.de
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Leserkommentare (5)
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  • Kommentar: 5
  • 27.08.2009 13:13
von
Harry Pönitzsch
Antwort auf Kommentar 2

zu Kommentar 2 :-) He Leute, schwarz oder weiß, worum streitet Ihr Euch ? Wenn Mikrosoft Frauen ins Bild bringen würde, wäre jeder Streit beseidigt :-) Da könnt Ihr schauen wo Ihr wollt, überall Frauen sogar in Aktionfilme spielen sie Boss. Ob schwarz oder weiß,sie sind die Nummer \\\\\\\" 1\\\\\\\" Nein, aber billig sind sie und sie glauben an die Emanzipation :-) Aber immer wieder gut anzuschauen, :-) Die Schwarzen sind in Ordnung nur die halbbraunen nicht :-) Man, habe garnicht gewußt, das ich hierdrauf schreibe lol

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  • Kommentar: 4
  • 26.08.2009 22:23
von
Minie
Antwort auf Kommentar 2

Fredi!!!! sie haben da 100% recht . Minie

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  • Kommentar: 3
  • 26.08.2009 18:56
von
tomahawk

Wie krmk ist diese Welt eigentlich? Könnte der Weiße sich nun nicht beleidigt fühlen wenn man seinen Kopf auf den Körper eines Dunkelhäutigen kopiert? Muß ich nun auf meinen Fotos immer einen Schwarzen haben? Ich bin öfter inb Polen. Stimmt, die haben keine Probleme mit Schwarzen. Ein Fußball Star ist doch auch schon da und eine Dönarbude. Na ja, warten wir`s ab...

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  • Kommentar: 2
  • 26.08.2009 17:21
von
Fredi

Na und? Hier (ich lebe in den USA) gibt es viele Schwarze, in Polen deutlich weniger. Warum sollte Microsoft nicht in den USA mit einem Schwarzen, in Polen eben mit einer anderen Rasse werben dürfen? Hätten sie ein komplett anderes Foto ohne einen Schwarzen geschossen, hätte sich auch keiner darüber aufgeregt.

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  • Kommentar: 1
  • 26.08.2009 14:21
von
Michael Bernd Freund

Microsoft... Inkompetenz und Schlamperei - mehr kann man von diesem Konzern, dessen einzige Stärken in kaufen, stehlen und betrügen bestehen, wohl auch kaum erwarten. \"Innovation\" und \"Visionen\" sind Schlagwörter für das Marketing, \"Durch- oder gar Überblick\" müssen erst im Fremdwörterbuch gefunden werden! Microsoft...

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