Mo., 13.02.12
Wirtschaftskrise

Politik mit Sprache Das kritische Wörterbuch der Krise

Von news.de-Redakteur Michael Kraft

Artikel vom 01.06.2009

Die Krise stellt alles auf den Kopf. Auch die Sprache. Begriffe werden neu geschaffen oder bekommen eine neue Bedeutung. Eine kritische Betrachtung zeigt: Wörter werden vor allem genutzt, um den Menschen Sand in die Augen zu streuen.

«Die Sprache ist die Mutter, nicht die Magd des Gedanken», hat der österreichische Satiriker Karl Kraus festgestellt. Wie wir sprechen, verrät, wie wir denken. Wie wir zu einer Sache stehen, hängt auch davon ab, wie wir diese Sache bezeichnen. Deshalb wird mit Sprache auch Politik gemacht. Im Fall der Wirtschaftskrise zeugen die Begriffe, die derzeit die Schlagzeilen bestimmen, von Ohnmacht, sogar Menschenverachtung. Doch gehen wir, weil man in solch chaotischen Zeiten ja Sicherheit sucht, der Reihe nach vor, alphabetisch.

Abwrackprämie (die, Subst.; Lieblingswort von Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie): Das ist schon erstaunlich. Durch die Abwrackprämie bekommt man Geld dafür, dass man etwas zerstört. Böse formuliert: Dieses Gefühl kennen sonst nur Manager von Hedge-Fonds.

Doch hier sind es Steuergelder, die verpulvert werden. Und zudem haben einige Politiker sogar die Dreistigkeit, diese Subvention als «Umweltprämie» zu verkaufen. Das ist der Gipfel der Augenwischerei. Eine ehrliche Bezeichnung wäre wohl: «Gnadenbrot für die Autoindustrie, von der alle wissen, dass sie sterben wird, die aber noch zu groß und zu mächtig ist, um das öffentlich verkünden zu können. Zumal wir keine Ahnung haben, wie wir das Problem der Mobilität lösen wollen, wenn kein Öl mehr da ist.»

alternativlos (Adj.; Lieblingswort von Angela Merkel, Bundeskanzlerin): Zwangsverstaatlichung, Milliardenbürgschaften, Rekordverschuldung: Alles ist angeblich «alternativlos». Das ist Humbug. Es ist eine Bankrotterklärung der Politik. Immer, wenn man Ja sagt, kann man auch Nein sagen. Die Suche nach anderen Wegen gehört zur Verantwortung von Politikern und einer Gesellschaft.

Man kann Firmen pleite gehen lassen, man kann die Bauern verprellen, man kann => Banker-Boni verbieten. Man kann nur nicht absehen, was das für Folgen hätte. Man riskiert damit womöglich, dass die Grundfesten der Gesellschaft erschüttert werden. Doch gerade in Deutschland sollte man sich klar machen, dass kein System für die Ewigkeit Bestand hat. Es leben in unserem Land noch genug Menschen, die DDR, Drittes Reich und sogar die Weimarer Republik und das Kaiserreich erlebt haben. All diese Systeme hielten sich für alternativlos. Doch sie sind gescheitert - und heute sind wir froh darüber.

Jedes Mal, wenn jemand in diesem Land «alternativlos» sagt, ist das deshalb auch eine Ohrfeige für die Intellektuellen der Republik. Dass niemand mehr die Fantasie hat, sich eine andere Gesellschaft vorstellen zu können, oder gar konstruktive neue Wege aufzuzeigen für eine Lösung der Missstände, die jetzt offen zu Tage treten, sollte die Herren Grass, Sloterdijk & Co. in tiefste Selbstzweifel oder hektische Betriebsamkeit stürzen. Doch von der Intelligenz gibt es nur Schweigen. Sie ist damit nicht alternativlos, sondern nutzlos.

Anlegerschutz (der, Subst.; Lieblingswort von Manfred Weber, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Banken): Hier wird so getan, als müsse man die Anleger, verharmlosend «Sparer» genannt, vor den Märkten schützen. Doch die => Krise hat gezeigt, dass das Gegenteil der Fall ist. Es gilt, sich endgültig von dem Gedanken zu verabschieden, dass Geld das beste Mittel ist, um noch mehr Geld zu verdienen.

Denn genau diese Mentalität hat dazu geführt, dass Unternehmen immer mehr auf kurzfristige Renditen aus sind, dass in der Finanzwirtschaft immer höhere Risiken eingegangen wurden und dass nun Arbeitnehmer und Steuerzahler dafür gerade stehen müssen. Jeder, der Aktien kauft, Zinsen für sein Tagesgeld will oder in Fonds als Altersvorsorge investiert, muss sich im Klaren sein, dass am Ende dieser Kette immer ein Unternehmen steht, das dieses Geld erwirtschaften muss - im Zweifel geschieht das über Entlassungen, Dumping-Löhne oder Schmiergeldzahlungen.

Eine funktionierende Wirtschaft braucht Kapital und gesunde Renditen für den Einsatz von Kapital. Aber sie braucht auch Transparenz, Regeln und Verantwortung. So lange es nichts davon gibt, gilt: Die Wirtschaft und die Gesellschaft muss vor den Anlegern geschützt werden.

Bad Bank (die, Subst.; Lieblingswort von Peer Steinbrück, Bundesfinanzminister): Ein wunderbarer Pleonasmus. Gibt es irgendwo eine gute Bank? Und was passiert hier eigentlich? Da hat jemand Dinge gekauft, die er jetzt nicht mehr los wird, die sich als wertlos erweisen. Und der Staat tut jetzt so, als würden diese Dinge bestimmt irgendwann wieder ganz wertvoll, nimmt sie ihm erst einmal ab und bürgt dafür mit Steuergeldern. Das ist, als würden sämtliche Bundesbürger mit dem Gerümpel, das in ihren Kellern und auf ihren Dachböden lagert, zum Finanzminister kommen und den Neupreis für all den Kram verlangen.

Banker-Bonus (der, Subst.; Lieblingswort von Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank): Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet «gut». Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Wie gut das alles war, was die Finanzbranche in den vergangenen Jahren getrieben hat, sehen wir jetzt.

Krise (die; Subst.; Lieblingswort von Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes): Es ist noch nicht lange her, da wurde noch fleißig diskutiert, ob es nun «nur» eine Finanzkrise oder «schon» eine Wirtschaftskrise ist. Dieselben Politiker, die damals abwiegeln wollten, behaupten nun, die Wirtschaft sei existenziell auf die Finanzbranche angewiesen, weshalb deren Rettung => alternativlos sei.

Doch man muss fragen: Erleben wir gerade wirklich eine Krise? Oder nur die logische Konsequenz dessen, was wir jahrelang propagiert oder ignoriert haben? Das griechische Wort «krisis» bedeutet auch «Zuspitzung» und der Duden sieht in einer Krise den «Höhe- oder Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung». Insofern darf man fragen: Wann hat eigentlich die letzte Generation ohne Krise gelebt? Und wird jemand von uns noch einmal eine Epoche ohne Krise erleben?

Konjunkturprogramm (das; Subst., Lieblingswort von Karl-Theodor zu Guttenberg, Wirtschaftsminister): Das klingt doch schön. Es vermittelt den Eindruck von «Wir tun was.» Doch das ist Augenwischerei. Der Staat hat es jahrelang versäumt, richtig in die Wirtschaft einzugreifen, nämlich durch das Schaffen von Rahmenbedingungen, durch Regulierung und Schranken. Das hat fatale Folgen gehabt. Und jetzt greift der Staat falsch in die Wirtschaft ein, durch das Aushebeln von Marktkräften, Wettbewerbsverzerrung und künstliches Am-Leben-Erhalten unprofitabler Branchen oder durch die => Abwrackprämie. Das alles geschieht auch noch auf Pump, also auf Kosten der zukünftigen Generationen. Wer sich das klar macht, erkennt: Abwracken muss man nicht nur alte Autos.

Pleitebank (die, Subst.; Lieblingswort von Richard Fuld, letzter Chef der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers): Im vergangenen Jahr hat die Gesellschaft für deutsche Sprache «notleidende Banken» als Unwort des Jahres gewählt. Inzwischen ist aus der Not bei manchem Geldinstitut eine Pleite geworden. Man könnte es fast schon als Gerechtigkeit empfinden, dass den Banken, die sich jahrzehntelang mit dem Geld anderer Leute eine goldene Nase verdient haben, nun die Unermesslichkeit der eigenen Gier zum Verhängnis geworden ist. Wenn von den Folgen nicht die Existenzen so vieler Menschen betroffen wären, die nie etwas mit Hypotheken, Derivaten oder Rating-Agenturen zu tun hatten.

soziale Unruhen (die, Subst.; Lieblingswort von Michael Sommer, Bundesvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes): Es sah ein bisschen lächerlich aus, als der DGB-Chef von drohenden sozialen Unruhen sprach und im Hintergrund ein paar Versprengte mit Trillerpfeifen den Aufstand probten. Das Land stand auch nicht am Rande einer Revolution, als sich die Frau, die gerade Staatsoberhaupt werden wollte, nicht eindeutig von dieser Warnung distanzieren wollte. Doch blickt man zurück, muss man sich durchaus fragen: Warum bleiben die Menschen eigentlich so gelassen?

Denn was ist passiert seit der letzten => Krise, die damals bloß Rezession hieß? Deutschland sollte sich der Globalisierung stellen, wettbewerbsfähiger werden, hieß es damals. Alle kamen den Unternehmen entgegen, es gab Steuererleichterungen, moderate Tarifabschlüsse und Stellenabbau. Das zeigte Wirkung: Die Gewinne stiegen, die Kurse kletterten. Davon hatten zwar die Arbeitnehmer nichts, doch bei den Managern wurde die Lust auf mehr geweckt - noch mehr Geld durch noch mehr Verschlankung und noch mehr Risiko. Bis das Kartenhaus zusammenbrach und Hunderttausende um ihre Jobs fürchten mussten.

Zusammengefasst: Der kleine Mann, der den Reibach erst möglich gemacht hat, hatte nichts davon, muss jetzt aber die Folgen ausbaden. Die Manager, die den Schlamassel zu verantworten haben, haben ihre Schäfchen längst ins Trockene gebracht. Und die Politiker, die das, was sie jetzt «Exzesse» nennen, erst legalisiert haben, sind so sehr darin verstrickt, dass ihnen die Hände gebunden sind. Für sie sind die Manager => systemrelevant, nicht die Gerechtigkeit.

Staatshilfe (die, Subst.; Lieblingswort von Oskar Lafontaine, Chef der Linkspartei): Hurra, der Staat hilft! Oder er soll helfen. Unternehmen, die sich übernommen haben (Schaeffler, Porsche). Firmen, die kein vernünftiges Geschäftskonzept mehr haben (Karstadt, Hertie). Marken, die wegen der Kreditklemme auf den Märkten ins Strudeln geraten sind (Märklin, Schiesser). Gerade im Wahlkampf machen sich Politiker da gerne zum Fürsprecher.

Sie vertrösten, versprechen, verhandeln. Nur eins tun sie nicht: verantworten. Weder die Schuldenberge, die sie durch ihre angeblichen Rettungsmaßnahmen anhäufen. Noch die Tatsache, dass sie jahrelang zugeschaut und mitgewirkt haben an der Entwicklung, die sie jetzt beklagen. Eine wirkliche Staatshilfe (Hilfe vom Staat und Hilfe für den Staat) wäre es, wenn die Politiker endlich vernünftige, gerechte und transparente Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schaffen und dem Markttreiben ansonsten freien Lauf lassen würden.

systemrelevant (Adj.; Lieblingswort von Axel Wieandt, Vorstandsvorsitzender der Hypo Real Estate): Das Schlüsselwort der => Krise. In diesen 14 Buchstaben steckt eine Menge. Die Unfähigkeit, in historischen und politischen Dimensionen außerhalb des aktuellen Systems zu denken. All die Verstrickungen der Politik, die ihr gerade die Handlungsfähigkeit zu rauben scheinen. Und vor allem die Erkenntnis, dass das System offensichtlich Selbstzweck geworden ist.

Wer sich wie die Hypo Real Estate so tief in die Abgründe der Finanzbranche stürzt und so riesige Verluste macht, dass eine Pleite einen Domino-Effekt auslösen würde, der ist systemrelevant und wird gerettet - koste es, was es wolle. Wer jahrelang einfach nur sein Bestes an seinem Arbeitsplatz gegeben hat, der ist es nicht - wie Tausende Mitarbeiter von Karstadt oder Opel.

Dass sich die Menschen einst ein Staats- und Wirtschaftssystem gewählt haben, das ihnen dienen sollte (und nicht umgekehrt), scheint derzeit vergessen zu werden. Jedes System ist nur so lange relevant und legitimiert, wie es den Menschen hilft. Kein System hat einen Wert nur dadurch, dass es existiert. Aber jeder Mensch.

kas
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Leserkommentare (24)
  • Kommentar: 24
  • 24.07.2009 14:02
von

"Man" ist in jeder Selbsthilfegruppe verpönt. "Ich" ist dort gefragt. Tucholski sagt: Hauptsätze, Hauptsätze! Und was ist das Fazit, liebe Politiker? Sie sagen die Worte mit in den Wind. Keiner hört ihnen richtig zu. Alles ist mediengerecht formuliert. Füllmaterial für Zeitungen. Das Zitat vom ehemaligen Landwirtschaftsminister Funke aus Varel gilt immer noch: "Von nichts eine Ahnung und zu allem eine Meinung". Vielleicht traut es sich mal wieder ein Politiker, wie Willy Brandt gegenüber von Herrn Nowottny, Fragen einfach mit ja und nein zu beantworten. Lernt wieder Rhetorik liebe Politiker!

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  • Kommentar: 23
  • 07.06.2009 07:18
von

Hervorragend !! Der Autor legt exquisit und messerscharf die schwere Schuld der verantwortlichen Egoisten, Macht - und Geldmenschen zu Lasten der betroffenen Bürger dar. Schlimmer kann eine Gesellschaft nicht sein. In der Tat ist ein rasches und katastrophales Umdenken notwendig.

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  • Kommentar: 22
  • 06.06.2009 20:30
von

Im Fernsehen läuft gerade Verstehen Sie Spaß. Meine Frau lacht sich gerade Halbkaputt,schnell einschalten und macht euch keine Sorgen, unsere Politiker haben alles im Griff.

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  • Kommentar: 21
  • 06.06.2009 20:21
von

Ich habe mir jetzt alles mit großer Intresse durchgelesen,und wissen Sie was?. ich schau mir jetzt Verstehen Sie Spaß an. Grüße aus Bayern.

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  • Kommentar: 20
  • 06.06.2009 19:22
von

Ihr hervorragender Artikel beginnt mit einem Fehler: Sprache ist mitnichten die Mutter der Gedanken. Bevor man redet, entsteht eine Mitteilungsabsicht. Sie ist nicht nur auf Ebene der Gedanken zu suchen, sondern auch auf der der Emotionen - also nicht nur im Hirn, sondern auch in andern Teilen des Körpers. Nachvollziehbar zb dann, wenn eine Mitteilungsabsicht aus einer Angst entsteht. Der tatsächliche Sprechakt ist den Emotionen und Gedanken nachgeschaltet, erst danach entsteht die Suche nach Begriffen und Vergleichen, nach der Milde oder Schärfe der Aussage und schliesslich nach Worten.

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  • Kommentar: 19
  • 06.06.2009 11:47
von

Es ist erfrischend zu lesen, welche originäre Bedeutung manch bedrohlich klingendes Krisenvokabular hat! Meist führen diese Interpretationen zur Erkenntnis, dass keine Entwicklung ewig dauert und jede Veränderung, die von uns als "Krise" gedeudet wird, eigentlich einen Richtungswechsel und einen Neuanfang bedeudet. Das heisst: Ärmel aufstricken und verstärkten Einsatz leisten! Michael Kraft sei Dank!

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  • Kommentar: 18
  • 03.06.2009 07:32
von

Sehr geehrte Damen und Herren, Sprache ist etwas Wunderbares und zugleich die größte Waffe. Zielgerichtet eingesetzt, wie jetzt in Zeiten der Krise, erzielt sie ungeahnte Erfolge in der Verdummung und Verharmlosung dessen, was Regierung, Wirtschaft und Finanzen zu verbergen versuchen. Es wird uns sprachlich verkauft, als würden die Retter der Nation alles tun, dem Volk zu helfen. Jedoch ist es Sinn und Zweck, die Menschen zu beruhigen, denn in der Zeit von Wahlen, sind die versprochenen Rosinen riesig, nach der Wahl leiden wieder alle an Gedächtnisverlust, sind sprachlos!

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  • Kommentar: 17
  • 02.06.2009 14:25
von

Es wird in Deutschland so bleiben, solange wir von ignoranten Nichtskönnern regiert werden! Im Wort "Regierung", ist ja das Hauptwort "Gier" bereits enthalten! Was gut klappt, bei dieser "Elite": lügen, betrügen, das arbeitende Volk bestehlen!!! Nur, was können wir erwarten, von diesen "Volksvertretern", wo das Volk nicht vertreten ist, jedenfalls nicht das Deutsche! Meines erachtens muß das Wahlgesetz dringend geändert werden!!! Die Sitze im Parlament, ob Kreis, Land oder Bund, müssen prozentual zu den Bevölkerungsschichten aufgeteilt werden, damit wieder Politik für das Volk gemacht wird!

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  • Kommentar: 16
  • 02.06.2009 07:38
von

diese worte in des lieben gottes ohren!!!

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  • Kommentar: 15
  • 01.06.2009 19:42
von

So lange wie ich denken kann, beobachte ich, dass in der Politik mit großem Erfindungsgeist Worthülsen kreiert werden. Sie fungieren als profilbildende "Marken"- Begriffe Einzelner, oder einzelner Gruppen. Ähnlich wie bei einer Marke, sollen sie durch ihre verbale Gestaltung ablenken, von der wahren Beschaffenheit der Tatsachen, Qualitäten und zwangsläufigen Folgen. Sie stellen mit ihrem, auf die Zielgruppe zugeschnittenen und von ihr akzeptierten Wohlklang, einen Zustand der ungeprüften Sorglosigkeit, ja des Vertrauens her. Dies ist eine, schon an Betrug grenzende Handlungsweise.

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  • Kommentar: 14
  • 01.06.2009 19:19
von

Die Krise hat auch umgekehrt ihre Ursache in der Sprache, oft mit Defizit im Geistig-Moralischen. Schon früher wurde Sprachvergiftung thematisiert, so 1977 bei rororo ("Die Sprache des großen Bruders") in Hartmut Gründlers "Kernenergie Werbung - Aus dem Wörterbuch des Zwiedenkens", mit Kritik zB. der amtlichen Lüge zu Asse, 2008 zum Endlagerungs-GAU geworden. Für ihn verletzte „Augenwischerei“ auch die Menschenwürde. In seinem Testament (u.a. an Kanzler Schmidt) beschwor er u.a. alle Lehrenden, „Sprachbildung als das Herzstück der Menschenbildung und damit auch der Umwelterziehung“ zu erkennen.

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  • Kommentar: 13
  • 01.06.2009 19:07
von

Wie ich schon immer gesagt habe, die Kriminellen, kommen nicht von Unten, sondern, diese sitzen ganz oben. Ob es Politiker, oder Beamte sind, DIESE versuchen die Kleinen, noch Kleiner zu bekommen und wenn nicht bald was geschiet, werden wir die Leibeigenschaft vollends erreicht haben, die SPD nennt das HARTZIV. Die SPD will für jeden etwas machen, es sind ja bald Wahlen, aber nach den wahlen, sitzen wir wieder im Dreck.Aber das machen alle Parteien, erst die große Schnauße und dann scheißen DIESE auf den Kleinen, nach der Dewiese, was geht uns den Kleinen Ihr LEID an.

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  • Kommentar: 12
  • 01.06.2009 17:30
von

dieser Artikel ist eigentlich, was uns, europaer, fehlt. denn, er gibt hinweise, wie wir die zeichen des politischen Reden hindeuten sollen. Hut ab! Es ist zumindest ein versuch, der aber übertragen auf die realität sinn ergibt. solche reaktion, wie "schimpfen können wir doch alle" zeigt auch etwas typisches: die unfähigkeit selber gesanken zu entwickeln. dahinter verbirgt sich nichts mehr als "ich habe mir über die situation keine gedanken gemacht". es ging nicht um schimpfen, sondern nur um einen auflärungsversuch - Lexxus.

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  • Kommentar: 11
  • 01.06.2009 17:23
von

Man bekommt das Gefühl, dass durch neue Zwangsemantik (eigentlich Perversion der Bedeutungen, wie etwa bei der Bolschewiki) schafft man eine etwas klarere Sprache so zusagen zeitgemäß. Aber das ist auch nicht der Fall. Es geht darum um der wahre Sinn von Worten an dem Unsinn und Willkür der Machthaber anzupassen. Eine Art Rechtfertigung der politisch konformen Ausdrücke, die ohne diese Manipulation ganz normal bewertet werden und zwar als eine Gaunersprache der Kriminellen.

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  • Kommentar: 10
  • 01.06.2009 14:50
von

Der Artikel von Michael Kraft ist das Beste und ehrlichste was ich seit langem gelesen habe es entsprich auch voll meiner Auffassung das es an der Zeit ist die Institution Staat zu entrümpeln und zügig neu zu strukturiern dazu muss man aber auch den übergrossen Teil der gegenwärtigen verantwortlichen Politikern die Verantwortung aus der Hand nehmen,das allerdings liegt nur im Ermessen des Souveräns,der auf demokratischer Weise Entscheidungen herbeiführen kann :wie war dies noch Wir-Sind das Volk oder auch wir sind der SOUVERÄN dann kann ein Runder Tisch Einfluss auf Neugestaltung mit neuen Ges

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  • Kommentar: 9
  • 01.06.2009 14:14
von

Lenin soll einmal gesagt haben, wer die Deutungshoheit politischer Begriffe bestimmt, bestimmt auch die politischen Richtlinien der Diktatur des Proletariats. In abgeänderter Form: ... die politischen Richtlinien des von einer Parteiendiktatur gehätschelten Raubtierkapitalismus. In einem Land, in dem die eigene Sprache verhunzt, vergewaltigt und verleugnet wird, ist dies natürlich kein Wunder.

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  • Kommentar: 8
  • 01.06.2009 13:43
von

Gibt es überhaupt diese Krise die überall beschrien wird? Ein Freund hat sich in diesen Zeiten ein Haus gekauft. Er brauchte Handwerker... und er verzweifelte fast... Es war kaum möglich welche zu bekommen weil angeblich die Auftragsbücher voll waren. Das gibt mir zu denken, Arbeit ist wohl genug da, das sage nicht nur ich, sondern das höre ich von vielen stöhnenden Arbetnehmern. Die Arbeit wird auf immer weniger aktive verteilt, der Lohn stagniert (real sinkt er sogar) und man muß immer mehr Leistng erbringen, wo es anders immer mehr Menschen gibt, die Ihren Arbeitsplatz verlieren. -???-

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  • Kommentar: 7
  • 01.06.2009 13:27
von

Solche Wortschöpfungen sind Phrasen, die zu jeder Zeit zum Zwecke der Verschleierung von Tatsachen als Augenwischerei bezeichnet und von den Regie-renden gerne benutzt wurden. Sicher wollen wir Deutsche speziell eine vernünftige Form eines euro-päischen Staatenbundes, wir wollen keinen Zentral-staat der sich mit Vorschriften und Gesetzen über unsere Traditionen der verschiedenen Nationen hin-wegsetzt. Und wir wollen wieder Werte leben, die früher selbstverständlich waren und die wir gedankenlos aufgaben. Europa JA. Zentralstaat NEIN. Darum Liste 30 ankreuzen, wir kämpfen dafür.

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  • Kommentar: 6
  • 01.06.2009 13:00
von

Endlich mal eine leicht verständliche Zusammenfassung all dessen, was gesellschaftliche Zusammenhänge in Politik und Wirtschaft beinhaltet. Eine Ahnung all dessen, was hier geschildert wird, war schon latent in mir vorhanden, dies jetzt bestätigt zu sehen, zeigt mir,daß meine Gedanken diesbezüglich in die richtige Richtung gehen. Bitte um weitere Informationen dieser Art. Danke.

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  • Kommentar: 5
  • 01.06.2009 12:49
von

sicher gut geschrieben, aber findet sich dort evtl. eine Erklärung wie man es richtig, bzw. besser machen könnte/sollte ??? Schimpfen und schlechtreden kann doch jeder ! Es geht hier um Lösungen ! Aber für alle kann man es eben einfach nicht recht machen ! Irgendwo findet sich immer jemand, der nicht gewissen Regelungen nicht zufrieden ist ! Ist ganz klar !

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  • Kommentar: 4
  • 01.06.2009 12:44
von

Zu dieser Darstellung kann ich nur sagen-SUPER- Zum Artikel möchte ich bemerken: Es ist schon ein wahres Wunder, wie man Menschen verbal vera...... kann und viel glauben auch noch an diesen heissen Dampf. Auf jeden Fall ist dieser Artikel so bemerkenswert, dass ich ihn als pdf-Datei in meine Sammlung einfügen werde. Toll interpretiert!

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  • Kommentar: 3
  • 01.06.2009 12:36
von
  • Kommentar: 2
  • 01.06.2009 09:53
von

Was sagt uns das? Wir brauchen ein starkes Europa! Ein kleines Land wie Deutschland hat eigentlich nie eine andere Wahl gehabt als hinter den Vorgaben der großen Länder (wie z. B. USA) hinterherzulaufen. Wir leben nunmal nicht auf einer Insel (war in der vorhergehenden Rezession auch oft ein Slogan). Selbst wenn ein Land wie Deutschland den Irrweg der Neo-Liberalen erkannt hätte, wäre es machtlos gewesen. Mit einem starken Europa, diese Meinung vertret ich zumindest, wäre es vielleicht nie zu einer solch verherenden Krise gekommen. Denn im Grundsatz ist die europäische Politik wesentlich nachhaltiger und vorrausschauender als die amerikanische Politik. (Ich weis natürlich, dass das nicht in jedem Fall so stimmt, denn auch auf europäischer Ebene gibt es einen starken Lobbyismus der "Großen"). Es ist nicht schwer, klug für die Vergangenheit zu sein. Wir brauchen neue Visionen. Was ist eigentlich aus der Vision der 60'er / 70'er Jahre, die von den Vereinigten Staaten Europas träumte? Dieser Traum wird wohl noch eine ganze Weile ein Traum bleiben. Denn die Menschen fühlen sich nicht in erster Linie als Europäer, sonder zunächst als Deutsche, Polen, Franzosen usw.. Zudem fürchten andere Großmächte, wie z.B. Russland, USA, um ihre eigene Machtstellung. Für die ist nur eines wichtig, dass in Europa frieden herrscht. Das Ziel ist ja in der jetzigen Konstellation (glücklicher Weise) erreicht.

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  • Kommentar: 1
  • 01.06.2009 09:40
von

Fantastischer Kommentar, bringt die Sache auf den Punkt.

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