Wie berechtigt sind Steinbrücks Ängste?
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Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat eine Debatte über die Gefahr einer weltweiten Inflation vom Zaun gebrochen. Während er sich ernste Sorgen über eine große Inflation macht, sehen einige Wirtschaftswissenschaftler die Sache viel gelassener.
Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger etwa widersprach der Einschätzung von Steinbrück, es drohe eine große InflationVereinfacht: Eine Inflation ist eine Entwertung des vorhandenen Geldes. Sie droht grundsätzlich immer dann, wenn große Summen in den Geldkreislauf gepumpt werden und sich damit das Verhältnis des vorhandenen Geldes zu vorhandenen oder zu produzierenden Waren und Dienstleistungen verschiebt. Eine Inflation kann auch die Folge von stark steigenden Preisen sein. . «Für Deutschland besteht auf absehbare Zeit kein Inflationsrisiko, sondern in erster Linie ein ausgeprägtes Deflationsrisiko», sagte er der Online-Ausgabe des Handelsblatts. Wegen der Absatzkrise der Unternehmen und der steigenden Arbeitslosigkeit werde es «auf breiter Front zu Lohnzugeständnissen der Arbeitnehmer kommen». Diese wirkten sich, wie das Beispiel Japans in den vergangenen 13 Jahren zeige, dämpfend auf die Preisentwicklung aus.
Bofinger betonte, die Europäische Zentralbank (EZB) werde keine Inflationsprozesse in der Euro-Zone zulassen. «Die von ihr derzeit den Banken zusätzlich zur Verfügung gestellte Liquidität kann sie innerhalb eines Monats wieder vollständig aus dem Kreislauf zurückziehen.» Für die USA schloss Bofinger indes eine inflationäre Entwicklung mittelfristig nicht aus. Doch auch in den USA würde aus seiner Sicht die Inflation nicht über Werte von fünf Prozent hinausgehen.
Der Steuer- und Finanzexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Ralph Brügelmann, nannte im Deutschlandradio Kultur die Sorge des Finanzministers und vieler Bürger vor einer Inflation anders als Bofinger «nicht ganz unberechtigt». Eine Hyperinflation drohe jedoch nicht, sagte der Experte, ohne seine Vorstellung von einer Hyperinflation genauer darzustellen. Bei einer Hyperinflation handelt es sich ganz allgemein um eine unkontrollierbare Inflation mit extrem steigenden Preisen.
Der Wirtschaftswissenschaftler Max Otte hatte dagegen vor einer Geldentwertung in Höhe von bis zu 30 Prozent immer wieder gewarnt. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden gab indes vor wenigen Tagen bekannt, dass in Deutschland die Jahresteuerung im März auf dem niedrigsten Wert seit fast zehn Jahren lag. Eine Rate von 0,5 Prozent entspricht dem Stand von Juli 1999. Für das Jahr 2009 setzte sich somit der positive Trend fort: Im Januar hatte die Teuerungsrate 0,9 Prozent, im Februar 1,0 Prozent betragen.
seh
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