Hohe Inflation wäre das geringste Übel
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Von news.de-Redakteur Christian Mathea, Berlin
Artikel vom 25.03.2009Wenn Professor Max Otte, der bereits im Jahr 2006 die weltweite Wirtschaftskrise vorausgesehen hat, eine Inflation von mehr als 30 Prozent als den kleinsten möglichen Schaden am Ende der Krise sieht, dann scheinen die derzeitigen Probleme wirklich enorm zu sein.
Die Zuhörer der Podiumsdiskussion mit dem Titel «Zukunftsgespräch zum Weltfinanzsystem» in Berlin schien das jedenfalls noch zu amüsieren. Vielleicht ist Humor und Optimismus in der heutigen Zeit auch die beste Grundeinstellung, anstatt sich immer zu sorgen, was uns eigentlich noch bevorsteht.
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion malten jedenfalls richtig schwarz. Die Chance für einen positiven Ausgang aus der Krise liegt beispielsweise für Professor Dirk Solte, Chefökonom des Bundesverbandes für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft, gerade mal bei 35 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für einen Kollaps sieht er dagegen bei 65 Prozent. Und das beutet ein Stillstand der Wirtschaft mit der Folge von sozialen Unruhen. «Wenn das System umkippt, dann ist der Teufel los», betonte auch Professor Rolf Kreibich, Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung.
Moderatorin Ute Holzhey fragte die Diskussionsteilnehmer, ob sie dem Weltfinanzgipfel am 20. April in London eine Erfolgschance geben. Die Äußerungen der Befragten fielen eher negativ aus. Der Gipfel werde nach Einschätzung von Max Otte höchstens ein paar symbolische Entscheidungen hervorbringen. Bereits im Vorfeld würden die USA auf nationale Maßnahmen bestehen und damit ihre Ablehnung für international verbindliche Regelungen für das Finanzsystem zeigen, sagte er. Doch nach Einschätzung von Professor Solte sei eben genau das nötig. Denn die Konkurrenz der Finanz- und Steuersysteme würde dazu führen, dass die Banken ihre Geschäfte dorthin verlagern, wo die gesetzlichen Rahmenbedingungen für sie am günstigsten sind.
Die Schuldfrage der gegenwärtigen Krise stand lange Zeit im Mittelpunkt der Gesprächsrunde. Die Schuldigen lassen sich nach der Meinung von Professor Rolf Kreibich auch klar benennen. Die Mitarbeiter in den Finanzämtern, die Bundesfinanzaufsicht, der Rat der Weisen, die Rating-Agenturen, der IWF und die Weltbank – alle hätten sie Schuld auf sich geladen, weil sie die Krise nicht gesehen hätten.
Direkt verantwortlich seien die Banker in den Landes- und Privatbanken, die einfach vor ihrem Monitor gesessen hätten und geliehenes Geld in riskante Projekte gesteckt und damit nicht einen Euro realen Wertes geschöpft hätten. «Sie waren entweder unfähig oder haben wissentlich mitgespielt, dann gehören sie vor den Kadi», so Kreibich. «Viele wussten genau, dass der Staat die Defizite sozialisieren wird, sie hatten kein bisschen Risiko zu tragen.»
Dirk Solte hielt die Suche nach Verantwortlichen für völlig falsch: «Es macht wenig Sinn nach Schuldigen zu suchen, denn die wahren Gründe liegen im System», sagte er. Aufgrund von fehlenden international gültigen Gesetzen seien die Akteure vielfach verleitet gewesen, Falsches zu tun. Die Folgen, die das ungezähmte Spekulieren verursacht hat, verdeutlichte der Ökonom mit der Relation 1:53, wobei 1 für den Anteil an Zentralbankgeld stünde, dem gesetzlichen Zahlungsmittel, und 53 für Schuldverschreibungen, die durch den Weiterverkauf von Krediten daraus geschöpft wurden. «Im Weltfinanzsystem ist das Problem hinter den Problemen eine gigantische Geldblase, eine immer höhere Schuldenbasierung von Wertschöpfung und Konsum.»
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Die Krise ist da - und alle reden darüber. Doch noch ehe die Finanzmärkte in die mehr ...
Die Notenbanken sind das Grundübel, in welchem die Bankenaristokratie eine "Umverteilung" ermöglicht, welche sonst nicht möglich wäre. Erst wurde zu viel billiges Geld in die Märkte gepumpt (Alan G. + Ben B.), welches es den Herrschaften ermöglichte ein enormes Vermögen mit geliehenem Geld anzuhäufen. Nun wo klar wird, dass dies nicht mehr funktioniert und der Markt seine Zeche einfordert, wird wieder umverteilt: die Vermögenden werden geschützt, da ihre Anleihen und ungesicherten Inhaberschuldverschreibungen von Staaten besichert werden. "Dumm ist der, der dummes tut!" Forrest Gump
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