Linde Dividenden-Erhöhung in Krisenzeiten

DEU Linde Bilanz (Foto)
Nachdem Vorstandschef Wolfgang Reitzle eine Dividenden-Erhöhung angekündigt hatte, legte die Linde-Aktie kräftig zu. Bild: ap

Der Dax-Konzern Linde hat das Jahr 2008 trotz zunehmenden Gegenwindes durch die Wirtschaftskrise mit einem Umsatzplus abgeschlossen und seine Aktionäre mit einer Dividendenerhöhung überrascht. Die Geschäftsführung will aber weiter an ihrem Sparprogramm festhalten.

Auch der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereinflüssen habe um 5,4 Prozent auf 2,55 Milliarden Euro zugelegt, berichtete der im Dax notierte Konzern heute in München. «Wir haben unsere Ziele in vollem Umfang erreicht, obwohl auch wir die Auswirkungen der weltweiten Rezession zum Jahresende gespürt haben», teilte Vorstandschef Wolfgang Reitzle mit.

Der Umsatz stieg ohne Berücksichtigung von Währungseffekten um 2,9 Prozent auf 12,66 Milliarden Euro. Unter dem Strich ging der Gewinn durch den Wegfall eines Sondereffekts aus dem Verkauf von Unternehmensteilen im Vorjahr von 996 Millionen Euro auf 776 Millionen Euro zurück. Einen Ausblick auf das laufende Jahr gab Linde allerdings nicht und verwies auf die Bilanzpressekonferenz am 16. März in München.

Die Aktionäre sollen eine Dividende von 1,80 Euro erhalten und damit 10 Cent mehr als im Vorjahr. An der Börse gehörte die Linde-Aktie nach diesen Zahlen zu den Favoriten im Dax. Bis zum Nachmittag legten die Papiere des Konzerns um 1,8 Prozent auf 50,85 Euro zu, während der Leitindex leicht auf 3703 Zähler nachgab. In den vergangenen Monaten hatte auch die Linde-Aktie aber deutlich an Wert verloren. Im Mai vergangenen Jahres lag sie noch bei mehr als 90 Euro.

Um Linde für die Krise zu rüsten, hatte Reitzle bereits im November ein Sparprogramm angekündigt. Damit sollen die Ausgaben innerhalb von vier Jahren um 650 bis 800 Millionen Euro gesenkt werden. Durch die Trennung vom konjunkturanfälligen Gabelstaplergeschäft sieht er den Konzern aber in der Krise besser aufgestellt. «Durch unsere Konzentration auf das weltweite Gase- und Anlagenbaugeschäft und auf der Grundlage unserer globalen Aufstellung können wir ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen besser abfedern als früher.»

Weltweit ist Linde mit rund 52.000 Beschäftigten in rund 100 Ländern aktiv. Die Firmenzentrale hatte der Konzern 2006 von Wiesbaden nach München verlagert.

mat

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