Konsumgüter Designpreisträger und Plagiatopfer

Plagiarius (Foto)
Die Trophäe «Plagiarius» bekommen Unternehmen, die sich durch besonders offensichtliche Produktkopien hervorheben. Bild: news.de

Mit zwei gegensätzlichen Auszeichnungen ist die Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt eröffnet worden. Während bei der Vergabe des Designpreises die Sieger jubelten, ging es bei der Verleihung des Plagiarius um Kritik an Produktfälschern.

Bei der mit 4466 Ausstellern aus 86 Ländern geringfügig geschrumpften Schau zu den Themen Wohnen, Schenken und Speisen zeigten deutsche Traditionshersteller trotz Konsumflaute Selbstbewusstsein. Im Vergleich zum Vorjahr sind auf der Messe seit gestern 114 Aussteller weniger auf einer etwas kleineren Fläche präsent. Trotzdem sieht sich die Frankfurter Messegesellschaft die Schau weiterhin als weltweite Leitmesse für Konsumgüter. Bereits im kommenden Jahr soll die Fläche mit einer neuen Halle vergrößert werden.

Herausragende Opfer des internationalen Geschäfts der Nachahmer waren laut einer Mitteilung der Plagiarius-Jury drei deutsche Firmen. So wurde ein Händetrockner von Stiebel Eltron aus dem niedersächsischen Holzminden ebenso nachgebaut wie eine Kniebandage der Bauerfeind AG aus dem thüringischen Zeulenroda und eine Einkaufstasche von Reisenthel aus Gilching bei München. Für die Plagiate wurden eine chinesische Firma und zwei in Deutschland sitzende Vertriebe verantwortlich gemacht. Einen Sonderpreis für seinen Kampf gegen die Fälscher erhielt der Frankfurter Gerichtsvollzieher Walter Horz, der regelmäßig auf Messen unterwegs ist.

Der vom Bundeswirtschaftsministerium ausgelobte Designpreis wurde fünf Mal in Gold und 20 Mal in Silber verliehen. Er gilt als Preis der Preise, weil nur bereits ausgezeichnete Arbeiten teilnehmen dürfen. Die höchsten Auszeichnungen gingen an den Fernsehhersteller Loewe, die schwedische Firma Tonium für einen innovativen Musicplayer, die Stromgesellschaft Yello für ihren knallgelben Zähler, die Evangelische Stiftung Alsterdorf aus Hamburg für eine besonders gestaltete Broschüre und den aus Containern zusammengefügten Freitag Shop in Zürich. Für sein gestalterisches Lebenswerk wurde der Designer Richard Sapper geehrt, der unter anderem die Artemide- Leuchte Tizio und zahlreiche Alessi-Klassiker entworfen hat.

Die bis zum 17. Februar andauernde Messe richtet sich ausschließlich an das Fachpublikum. In der Stadt agieren rund 50 Fachgeschäfte als Brücke zu den Kunden, indem sie Messeprodukte in ihren Schaufenstern und Verkaufsräumen präsentieren.

mat

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