Gas aus dem Kurdengebiet soll nach Europa strömen
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Europa ist der Unabhängigkeit vom russischen Energiekonzern Gazprom einen kleinen Schritt nähergekommen: Ein Konsortium aus europäischen und arabischen Unternehmen will im Nordirak Gas fördern.
Der österreichische Energieriese OMV und die ungarische MOL wollen künftig zusammen mit Dana Gas und Crescent Petroleum aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) im nordirakischen Autonomiegebiet der Kurden Gas fördern, das später auch exportiert werden soll.
Das Unternehmen Dana Gas mit Sitz in Scharjah teilte mit, die vier Unternehmen wollten in ihre Gemeinschaftsoperation im Nordirak insgesamt acht Milliarden US-Dollar (5,94 Milliarden Euro) investieren. In der Anfangsphase soll das Gas an die lokale Industrie gehen. Später sind dann Gaslieferungen an die Türkei und nach Europa vorgesehen - durch die geplante Nabucco Pipeline. Die OVM rechnet mit einem Anstieg der Produktion aus den zwei Gasfeldern des Konsortiums im Nordirak auf rund 30 Milliarden Kubikmeter pro Jahr bis 2015.
Sowohl die OMV AG als auch MOL steigen mit einem Anteil von zehn Prozent bei der Firma Pearl Petroleum ein, der Tochtergesellschaft von Dana Gas und Crescent Petroleum im Nordirak. Der Energiekonzern OMV bezahlt für diese Beteiligung zunächst einmal 350 Millionen US-Dollar. Abhängig von der Größe der Gasreserven in den Gebieten Chamchemal und Chor Mor werden dann laut OMV später noch weitere Zahlungen fällig. Von der MOL erhalten Dana Gas und Crescent Petroleum jeweils drei Prozent der Aktien des Konzerns.
Die Gründung dieses Konsortiums stellt erneut die Eigenständigkeit der Energiepolitik der kurdischen Autonomieregierung unter Beweis, die von Iraks Öl-Minister Hussein al-Schahristani heftig kritisiert wird. Am 8. Mai hatte die Autonomieregierung in Erbil bereits bekanntgegeben, dass vom 1. Juni an täglich 60.000 Barrel (je 159 Liter) Öl von dem nordirakischen Feld Tawke und via die irakisch-türkische Pipeline exportiert werden sollen. Später sollen noch 40.000 Barrel pro Tag aus dem Taq-Taq-Ölfeld hinzukommen, das ebenfalls im kurdischen Autonomiegebiet liegt.
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