Volle Kassen durch Hungerlöhne
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In den Zulieferbetrieben des größten deutschen Discounters Aldi herrschen einer Studie zufolge massive Missstände, vor allem in China. Arbeits- und Frauenrechte würden systematisch verletzt. Aldi und die Politik seien nun aufgefordert, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Die Autorin der Studie, Ingeborg Wick vom Siegburger Südwind-Institut beruft sich auf eigene Recherchen in chinesischen Betrieben. Aldi biete jährlich etwa 2500 Aktionswaren zu niedrigen Preisen an, darunter Computer, Fahrräder, Gitarren, Handmixer und Textilien. Mehr als 40 Prozent dieser Waren würden in China hergestellt. Die «Schnäppchenhits» seien aber mit systematischen Verletzungen von Arbeits- und Frauenrechten bei globalen Zulieferern erkauft.
«Die meist weiblichen Beschäftigten arbeiten bis zu 91 Stunden pro Woche und können dennoch von ihren kargen Löhnen kaum leben», kritisierte Wick. Der Arbeitsdruck sei enorm und Fehler würden mit Geldbußen bestraft. Die Frauen erhielten weder Mutterschutz noch können sie unabhängige Gewerkschaften gründen. Von Aldi und von der Politik forderte Südwind Gegenmaßnahmen.
Das Südwind-Institut, das sich auch Institut für Ökonomie und Ökumene nennt, hatte bereits im Frühjahr 2007 eine Studie über Aldi-Zulieferer im Textilbereich veröffentlicht. Die Reaktionen des Konzerns auf die dort geäußerte Kritik seien damals unzureichend gewesen. Finanziert wird das Südwind-Institut durch die gleichnamige 2007 gegründete Stiftung für internationale soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit.
Die Gründer von Aldi, Karl (88) und Theo Albrecht (86), sind seit Jahren bereits die reichsten Deutschen. Die beiden Brüder verfügen laut einer vom Manager Magazin erstellten Rangliste über ein geschätztes Vermögen von jeweils über 17 Milliarden Euro. Zudem will das Unternehmen die Wirtschaftskrise auch für eine Expansion auf dem US-Markt nutzen und in diesem Jahr 75 neue Läden in Amerika eröffnen - darunter den ersten in New York. In Irland will Aldi in den kommenden zwei Jahren 35 neue Filialen und ein neues Verteilzentrum eröffnen und dabei 650 neue Jobs schaffen.
Die komplette Studie kann auf der Webseite des Südwind-Instituts heruntergeladen werden. (Direkter Download, PDF-Datei, 60 Seiten, 2,3 MB)
bla/ruk
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