Warnstreiks für Donnerstag angekündigt
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Die Gewerkschaft Transnet hat die Bahn zu Entgegenkommen in den Tarifgesprächen aufgefordert und die für Donnerstag geplanten Warnstreiks verteidigt. Die Bahn will unter anderem mit Ersatzzügen reagieren.
«Wir wollen dem Bahnvorstand deutlich machen, dass es so nicht weitergehen kann, auf Verzögerung zu spielen», sagte Transnet-Chef Alexander Kirchner heute. «Es wird am Donnerstag Warnstreiks geben, es sei denn, der Arbeitgeber kommt uns drastisch entgegen und macht noch ein Angebot, das unseren Kernforderungen nachkommt.»
Die Aktionen seien ein «erster Nadelstich» und sollten nicht die Reisenden treffen, sagte Kirchner. «Wir werden nicht die ganze Republik lahmlegen.»
Transnet und die Gewerkschaft GDBA fordern unter anderem mindestens zwölf freie Wochenenden im Jahr und bessere Regelungen für Nachtarbeit. Bisher seien dafür von der Bahn aber immer Gegenforderungen erhoben worden, sagte Kirchner. Bei der dritten Verhandlungsrunde morgen in Frankfurt stünden Arbeitszeitfragen nicht auf der Tagesordnung, sie kämen aber am Freitag auf die Agenda.
Der Transnet-Vorsitzende forderte die Bahn zugleich auf, das Entgelt-Angebot deutlich nachzubessern. «Ein Prozent ist völlig indiskutabel.» Die Bahn werde ein Rekordergebnis für 2008 vorlegen und sei auch weniger als etwa die Metall- und Elektroindustrie oder die Chemie von der Wirtschaftskrise betroffen. Transnet und GDBA fordern ein Einkommensplus von zehn Prozent.
Bahn-Personalvorstand Norbert Hansen betonte den Einigungswillen des Unternehmens und forderte einen Verzicht auf die Warnstreiks. Der Aufruf zu Arbeitsniederlegungen sei angesichts der bisher erzielten Verhandlungsfortschritte unangemessen, schrieb Hansen an die Spitzen der beiden Gewerkschaften. «Deshalb bitten wir Sie, diesen Schritt im Interesse unserer Kunden und angesichts unseres erklärten Einigungswillens zu überdenken.» Der Bahn sei bewusst, dass in der Runde morgen «Lösungen für einige übergreifende Arbeitszeit-Themen» gefunden werden müssten.
Die Deutsche Bahn rüstet sich währenddessen für die angekündigten Warnstreiks an diesem Donnerstag. Von morgen 10 Uhr an soll die kostenlose Informations-Telefonnummer 08000 99 66 33 für Reisende erreichbar sein, teilte der bundeseigene Konzern mit.
Sobald die Gewerkschaften Transnet und GDBA morgen Angaben zu den betroffenen Regionen und Uhrzeiten machen, will die Bahn über mögliche Behinderungen oder Ersatzzüge informieren. Kunden sollen darauf etwa mit Durchsagen auf den Bahnhöfen und im Internet unter www.bahn.de/aktuell hingewiesen werden. Wer wegen streikbedingter Zugausfälle oder Verspätungen die Reise nicht antreten kann, kann sich die Tickets bis zum 15. Februar kostenlos erstatten lassen.
mat
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