Erneuerbare Energien Wachstumsbranche Windkraft

DEU Energie Wind E.ON Siemens (Foto)
In diesem Jahr sollen wieder mehr Windräder entstehen als im Jahr 2008. Bild: ap

Nach einem schwachen Jahr für die Windenergie sehen die Anlagenbauer die Zukunft positiv. Eine Gesetzesnovelle in Deutschland und die Weltmarktnachfrage sind die Gründe. Die Folgen der Rezession schätzt der Bundesverband Windenergie dagegen als gering ein.

Trotz Krise erwartet die Windenergie-Branche für dieses Jahr 20 Prozent Wachstum. Nach einem Jahr der Stagnation 2008 mit der Installation von 866 Anlagen mit 1.665 Megawatt werde man im laufenden Jahr Windräder mit insgesamt mindestens 2.000 Megawatt aufbauen, erklärte der Bundesverband Windenergie heute in Berlin.

Damit liegt die Branche aber immer noch deutlich unter den ehrgeizigen Ausbauzielen, die sie für den Klimaschutz angekündigt hat. Eigentlich müssten in den kommenden elf Jahren im Durchschnitt 3.500 Megawatt pro Jahr in Deutschland neu installiert werden, sagte Verbandschef Hermann Albers.

Hinter der Entwicklung in diesem und im vergangenen Jahr steckt in erster Linie die Debatte über die Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes, über das Ökostrom wie die Windkraft gefördert wird. Die Novelle trat zum 1. Januar 2009 in Kraft und verspricht den Windmüllern zum Teil bessere Vergütungen, was zur Zuversicht der Branche beiträgt. Vor der Novelle haben offenbar viele Unternehmen abgewartet. Die inzwischen erreichte Planungssicherheit bei den Förderregeln bietet die Chance, den Ausbau der Windkraft wieder deutlich anzuschieben.

Die Folgen der Rezession für die deutsche Branche schätzte Albers moderat ein. Man setze «einen positiven Wind gegen die Finanzkrise». Für den Weltmarkt erwartet der Verband Maschinen- und Anlagenbau trotz der Krise ein einstelliges Wachstum. Insgesamt habe die Branche in Deutschland 2008 rund vier Milliarden Euro umgesetzt; zusammen mit Exporten habe die Wertschöpfung in Deutschland bei 7,5 bis acht Milliarden Euro gelegen, sagte VDMA-Spezialist Thorsten Herdan.

Mit etwa 8000 bis 9000 Megawatt neu installierter Leistung der stärkste Markt weltweit und das zum vierten Mal in Folge ist nach Angaben des VDMA der US-amerikanische Markt. Er werde durch das von der neuen US-Administration vorgesehene Klimapaket, das eine Verdoppelung der erneuerbaren Energien in den nächsten drei Jahren vorsieht, auch weiterhin seine Führungsrolle behalten.

mat/ruk

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