Bahn-Gewerkschaften kündigen Warnstreiks an
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Verschärfung im Tarifstreit bei der Bahn: Am Donnerstag wollen die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA erste Warnstreiks durchführen. Wann, wo und wie lange die Züge stehen, verraten die Gewerkschaften erst am Mittwoch.
Grund für die Warnstreiks seien die in der Frage der Arbeitszeit festgefahrenen Tarifverhandlungen. Die Arbeitgeberseite habe bislang keine akzeptablen Angebote unterbreitet, so Transnet-Chef Alexander Kirchner und der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel.
«Wir müssen jetzt mit Warnstreiks diesen Forderungen Nachdruck verleihen», betonten die beiden Gewerkschafts-Chefs. Mit genauen Ankündigungen hielten sie sich zurück, erklärten aber, dass die Aktionen «spürbar und steigerungsfähig» sein werden, und zwar für«einen Großteil des Beschäftigtenspektrums».
Bahnfahrer sollten sich wegen des Streiks vor Antritt der Reise informieren und sich im Zweifelsfall früher auf den Weg machen. Dies gilt zumindest für Berufstätige, denn sie können die Verantwortung für ein Zuspätkommen nicht auf den Zugverkehr schieben. Arbeitnehmer müssen zumutbare Vorkehrungen treffen, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Das bedeutet zum Beispiel, mit dem Auto oder Rad zu fahren.
Wer sich doch verspätet, sollte Bescheid geben. Weitere Alternativen sind Mitfahrzentralen, Mietwagen oder Carsharing. Die Internetseite carsharing.de informiert über Anbieter in der Nähe.
Bei Verspätungen von mehr als 60 Minuten steht Bahnfahrern im Fernverkehr grundsätzlich eine Entschädigung von 20 Prozent des Fahrpreises zu. Bei bisherigen Streiks verwehrte die Bahn diese allerdings mit dem Hinweis auf höhere Gewalt. Die Schlichtungsstelle Mobilität sieht das anders. «Das ist höchstrichterlich nicht geklärt», sagt Leiterin Anke Lobmeyer. Sie rät, zumindest zu versuchen, eine Entschädigung zu erhalten. Bei vergangenen Streiks habe dies durchaus geklappt.
Wenn der Zug ausfällt oder man den Anschlusszug verpasst, kann der Kunde auf die Fahrt oder die Weiterfahrt verzichten und sich den entsprechenden Preis erstatten lassen, wie Lobmeyer unter Verweis auf die Beförderungsbedingungen sagt. Alternativ könne man in diesen Fällen auch ohne Aufpreis auf andere Züge ausweichen.
Wer einen Flug wegen verspäteter Züge verpasst, kann nicht mit Entschädigung rechnen, wie die Bahnschlichterin warnt. Reisende sollten einen ausreichenden Zeitpuffer einplanen.
Die Gewerkschaftler kämpfen vor allem für die bessere Planbarkeit der Arbeitszeiten ihrer Mitglieder. Es müsse in diesem Punkt künftig «mehr Verlässlichkeit geben». Dazu zählen unter anderem mindestens zwölf freie Wochenenden im Jahr.
Die Tarifkommission hatte die Bahn bereits am vergangenen Freitag zur Vorlage eines verbesserten Angebots aufgefordert und ansonsten mit Warnstreiks gedroht. Neben den Regelungen bei der Arbeitszeit geht es dabei auch um höhere Löhne. Die Bahn bot den 150.000 Beschäftigten zuletzt zwischen 2,7 und 3,0 Prozent mehr Geld. Die Gewerkschaften sprachen dagegen von lediglich einem Prozent. Übermorgen findet die dritte Verhandlungsrunde statt.
Die Bahn AG verhandelt seit dem 14. Januar mit Transnet und GDBA einerseits und der Lokführergewerkschaft GDL andererseits über neue Tarifverträge. Die für rund 20.000 Lokführer verhandelnde GDL verlangt 6,5 Prozent mehr Geld, die für die restlichen rund 130.000 Beschäftigten auftretende Tarifgemeinschaft (TG) aus Transnet und GDBA fordert zehn Prozent mehr.
fme
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