Mo., 13.02.12

Warnstreiks Bei der Deutschen Bahn stehen die Busse still

Artikel vom 23.01.2009

Die Drohungen sind ernst gemeint: Rund 270 Mitarbeiter von vier Busgesellschaften der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben befristetet die Arbeit niedergelegt. Damit wollen sie Druck auf das Unternehmen machen.

Die Bahn-Bediensteten haben heute Morgen befristetet die Arbeit niedergelegt. Grund seien die stockenden Tarifverhandlungen mit den Gesellschaften, teilten die Gewerkschaften Transnet und GDBA in Berlin mit. Die Aktion hatte um 4 Uhr begonnen und dauerte rund dreieinhalb Stunden.

In bisherigen Gesprächen sei seitens der Arbeitgeber keine Signal für ein Entgegenkommen zu erkennen gewesen, erklärte Transnet. In den laufenden Tarifverhandlungen verlangen die Gewerkschaften Einkommensverbesserungen von 210 Euro für die Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen und 200 Euro für die Mitarbeiter in Niedersachsen.

Die Gewerkschaften kritisierten, dass die Arbeitnehmerseite zuerst über Themen wie Aufwandsentschädigungen und Weihnachts- und Urlaubsgeld diskutieren wolle. Die entsprechenden Tarifverträge seien von den Arbeitgebern gekündigt worden.

In dem Tarifkonflikt wollen die Gewerkschaften Transnet und GDBA sowie Arbeitgeber in der nächsten Woche einen weiteren Einigungsversuch unternehmen. Für den 28. Januar sei ein neuer Verhandlungstermin vereinbart worden, teilten die beiden Gewerkschaften gestern nach der zweiten Gesprächsrunde in Frankfurt am Main mit.

Die Bahn hatte in der zweiten Runde ein verbessertes Angebot vorgelegt. Es beinhaltet nach Angaben von Bahn-Verhandlungsführer Norbert Hansen Vorschläge insbesondere im Bereich Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen. Mehr Geld bietet die Bahn den rund 150.000 Beschäftigten darin aber nicht an. Die für rund 20.000 Lokführer verhandelnde GDL verlangt 6,5 Prozent mehr Geld, die für die restlichen rund 130.000 Beschäftigten auftretende Tarifgemeinschaft aus Transnet und GDBA fordert zehn Prozent mehr.

Die Bahn bot zuletzt einen Inflationsausgleich und gewinnabhängige Einmalzahlungen bis zu 1.000 Euro über 24 Monate. Die Bahn bezifferte das Volumen einer solchen Erhöhung auf 2,7 bis 3,0 Prozent. Die Gewerkschaften sprachen dagegen von lediglich einem Prozent.

Vor diesem Hintergrund haben die Bahngewerkschaften ihre Bereitschaft zu ausgedehnten Streiks noch einmal bekräftig.

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