EU bekommt wieder Gas Das Ende einer langen Reise

Russia Ukraine Gas (Foto)
Auf der Gaspipeline über die Ukraine ist wieder Druck. Bild: ap

Gas aus Russland über die Ukraine hat erstmals seit zwei Wochen wieder die EU erreicht. Der slowakische Wirtschaftsminister bestätigte, dass wieder Druck auf den Pipelines sei. Auch der ukrainische Konzern Naftogas bestätigte die Durchleitung an der ostslowakischen Grenze.

Um Punkt zwölf Uhr mitteleuropäischer Zeit scheint der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine damit beigelegt worden zu sein. Beide Seiten beschuldigen sich nach wie vor gegenseitig, für das Dilemma verantwortlich zu sein. Erst gestern hatten Russland und die Ukraine ein Abkommen zur Beendigung des Konflites unterzeichnet und damit nach zwei Wochen den Weg für eine Wiederaufnahme der Lieferungen in die EU frei gemacht.

Hintergrund des Lieferstopps war ein Streit um die Gaspreise. Die vom russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin und der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko erzielte Einigung sieht vor, dass die Ukraine künftig einen deutlich höheren Preis für Gas aus Russland zahlt. Die Ukraine wird demnach 360 Dollar pro 1000 Kubikmeter bezahlen müssen. Im vergangenen Jahr waren es nur 179,50 Dollar.

Leere Pipelines
Die heimlichen Stars des Gasstreits
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Der neue Preis für die Ukraine liegt damit aber immer noch 20 Prozent unter den europäischen Marktverhältnissen. Allerdings wird erwartet, dass die Gaspreise in Europa angesichts der sinkenden Nachfrage in diesem Jahr zurückgehen. Bis zum Sommer könnte nach Einschätzung von Experten auch die Ukraine nur noch 150 Dollar pro 1000 Kubikmeter Erdgas bezahlen müssen.

Die Auswirkungen des Lieferstopps waren in Ländern auf dem Balkan und in Osteuropa zu spüren. Dort mussten Fabriken geschlossen werden, während Millionen Menschen in ungeheizten Wohnungen ausharrten. Daraufhin wurden Zweifel laut, ob Russland und die Ukraine verlässliche Energielieferanten seien.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat die Einigung zwischen Russland und der Ukraine im Gasstreit begrüßt. «Ich freue mich, dass es zu Vertragsabschlüssen gekommen ist», sagte der Minister heute bei der Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft in Berlin. An die Adresse der Streitparteien sagte der Minister, es dürfe künftig nicht jedes Jahr zur Jahreswende zu Situationen wie dem nun beendeten Gaskonflikt kommen. Die Russen und die Ukrainer sollten ihre Probleme untereinander lösen. In diesem Fall sei er zulasten vieler Unbeteiligter gegangen, indem Lieferzusagen an andere Länder nicht eingehalten wurden. Dies sei völlig «inakzeptabel».

Dank einer Notversorgung mit Gas aus Griechenland hatte Bulgarien heute bereits eine Lockerung der drastischen Sparmaßnahmen angekündigt. Die großen Industriebetriebe könnten jetzt ihren Gasverbrauch erhöhen, sagte Regierungschef Sergej Stanischew in Sofia. Bulgarien erhalte seit Montagnachmittag 2,5 Millionen Kubikmeter Erdgas aus dem benachbarten Griechenland. Die nach dem Gasstopp aus Russland auf Öl umgeschalteten Heizkraftwerke sollen trotzdem vorerst auf den Erdgasverbrauch verzichten.

bla

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