Traditionsunternehmen Insolvenz bei Rosenthal

Lange Zeit hieß es, der traditionsreiche Porzellanhersteller Rosenthal sei von der Krise seines irischen Mutterkonzerns Waterford Wedgwood nicht betroffen. Nun aber hat das oberfränkische Unternehmen doch Insolvenz angemeldet.

DEU Finanzmaerkte Rosenthal (Foto)
Rosenthal ist auch durch seine Marken Hutschenreuther und Thomas bekannt. Bild: ap

Dies sei Konsequenz aus der Insolvenz des Mutterkonzerns Waterford Wedgwood, erläuterte eine Unternehmenssprecherin. Zuständig sei das Amtsgericht Hof. Am Montag hatte die irisch-britische Waterford-Wedgwood-Gruppe Insolvenz angemeldet. Als Grund wurde angegeben, es sei nicht gelungen, den in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Hersteller von Porzellan und Kristallglas zu restrukturieren oder einen Käufer zu finden.

Sowohl die britischen Zweige der Gruppe als auch die irische Muttergesellschaft wurden unter Verwaltung der Beratungsfirma Deloitte gestellt. Diese kündigte an, die Geschäfte sollten weitergeführt werden, während nach einem Käufer gesucht werde.

Rosenthal hatte am Montag noch erklärt, man sei von der Insolvenz der Mutter ausgenommen. Es würden Gespräche mit einem potenten Investor über den Verkauf von Rosenthal weiter geführt. Waterford Wedgwood hatte 1998 einen Großteil der Rosenthal-Aktien übernommen und hält derzeit 90,7 Prozent.

Das deutsche Traditionsunternehmen Rosenthal mit Sitz in Selb (Oberfranken) gehört seit 1998 mehrheitlich dem irisch-britischen Waterford Wedgwood-Konzern. Das Unternehmen geht auf das Jahr 1879 zurück, als Philipp Rosenthal im Schloss Erkersreuth eine Porzellanmalerei einrichtete. 1897 wurde das Geschäft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2009 (1. April bis 30. September 2008) sackte der Rosenthal-Umsatz um 5,9 Prozent auf 71 Millionen Euro. Der operative Verlust erhöhte sich auf 7,2 Millionen Euro. Das Unternehmen mit rund 1700 Mitarbeitern, zu dem auch die Marken Hutschenreuther und Thomas gehören, steht bereits seit Monaten zum Verkauf.

Aus der Familie Rosenthal stammt auch der 2001 verstorbene SPD-Politiker Philip Rosenthal, der sich für eine Beteiligung der Arbeitnehmer in seinem eigenen Betrieb einsetzte. Dafür trat er auch als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium in den siebziger Jahren ein.

bla

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig