Vermutlich Selbstmord Unternehmer Merckle ist tot

DEU Merckle Ratiopharm (Foto)
Adolf Merckle gehörte unter anderem der Generika-Hersteller Ratiopharm. Bild: ap

Der in Finanznot geratene schwäbische Unternehmer und Milliardär Adolf Merckle ist tot. Der 74-Jährige warf sich am Montagabend in der Nähe seines Wohnortes Blaubeuren-Weiler nahe Ulm vor einen Zug, wie Ermittlerkreise am Dienstag bestätigten.

Es liege kein Fremdverschulden vor. Zuvor hatten bereits die Tageszeitung Die Welt und der Onlinedienst Bild.de über den Tod des Unternehmers berichtet. Die Ulmer Polizei bestätigte, dass es zur fraglichen Zeit einen tödlichen Bahnunfall mit einem etwa 70 Jahre alten Mann an der Strecke bei Blaubeuren-Weiler gegeben habe. Zur Identität des Toten äußerte sich das Lagezentrum aber nicht. Die Familie von Adolf Merckle hat inzwischen jedoch den Tod des 74-jährigen Unternehmers bestätigt.

Ob es sich um Suizid gehandelt habe, wurde zunächst auch nicht offiziell beantwortet. Die Polizei verwies auf eine Presseerklärung der Staatanwaltschaft Ulm im Laufe des Tages. Die Behörde war auf Anfrage zunächst nicht zu erreichen.

Während Die Welt berichtete, der Zwischenfall habe sich gegen 17.30 Uhr in der Nähe seines Wohnorts Blaubeuren südwestlich von Ulm ereignet, schreibt Bild.de, er habe um kurz nach 19 Uhr stattgefunden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur ap rückte die Freiwillige Feuerwehr Blaubeuren um 19.30 Uhr zu einem Großeinsatz an die Bahnstrecke aus.

Merckle war in Bedrängnis geraten, weil einige seiner Firmen hoch verschuldet sind und im Zuge der Finanzkrise drastisch an Wert verloren. Außerdem verspekulierte er sich mit Volkswagen-Aktien. Die Banken verlangten daher mehr Sicherheiten für ihre Kredite. Über seine Holding VEM Vermögensverwaltung kontrollierte der Milliardär sein weit verzweigtes Firmenimperium. Ende Dezember hatte Merckle mit den Banken eine Stillhaltevereinbarung erzielt. In einem nächsten Schritt sollten dann die Verhandlungen über einen Überbrückungskredit zu Ende geführt werden.

Aktien von HeidelbergCement sind nach Bekanntwerden des Tods von Adolf Merckle stark unter Druck geraten und fielen am Nachmittag um 7,89 Prozent auf 30,70 Euro. Der Milliardär und Großaktionär von HeidelbergCement sollte für sein in Finanznot geratenes Imperium Zeitungsberichten zufolge einen Überbrückungskredit von mehr als 400 Millionen Euro erhalten. Händler äußerten sich bestürzt über Merckles Tod und wollten die Kursbewegung nicht kommentieren.

bla

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