Deutschland vor schärfster Rezession der Nachkriegszeit
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Von Roland Losch
Artikel vom 11.12.2008Die Rezession in Deutschland wird laut Ifo-Institut mindestens zwei Jahre dauern und die Arbeitslosigkeit bis 2010 wieder auf fast vier Millionen treiben. Die Hälfte der Wirtschaftsleistung hänge am Export, und die sei mit Konsumgutscheinen nicht zu stützen.
«Wir stehen am Beginn der schärfsten Rezession der Nachkriegszeit», erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn heute in München bei der Präsentation der aktuellen Konjunturprognose. Die Bundesregierung könne die Krise mit Steuersenkungen, der Abschaffung des Solis, Bürokratieabbau und einem Infrastrukturprogramm abfedern.
Schon im laufenden Quartal stürze die Wirtschaftsleistung um 3,5 Prozent ab, erklärte Sinn: «Kein Zweifel, Deutschland ist in einer richtig starken Rezession.» Weil die ganze Weltwirtschaft von den USA über Europa bis China im Abschwung sei, reiße das den Exportweltmeister Deutschland mit nach unten: «Wir schwimmen wie die Korken auf den Wogen der Weltkonjunktur. Der deutsche Export geht jetzt in die Knie», erklärte Sinn. Deshalb werde das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2009 um 2,2 Prozent und 2010 um weitere 0,2 Prozent schrumpfen - kalenderbereinigt sogar um 0,3 Prozent.
Wann es wieder aufwärts geht, sei noch nicht absehbar: «Man muss sich auf eine schwierige, langanhaltende Schwächephase gefasst machen», sagte Sinn. Aber «Konjunkturprogramme sind nur Strohfeuer» und würden nur die Schuldenlast vergrößern, warnte Sinn. «Im Moment viel Geld auszugeben, ist verfrüht. Frau Merkel macht das genau richtig», lobte der Ifo-Chef die Bundeskanzlerin. Sie müsse jedoch ihren Bankenrettungsplan rasch nachbessern und die Institute zur Annahme von Hilfen zwingen, um eine Kreditklemme für die Wirtschaft zu verhindern.
Die Hälfte der deutschen Wirtschaftsleistung hänge am Export, erklärte Sinn. Weil die Wirtschaft in den USA nächstes Jahr um 1 Prozent und im Euroraum um 1,3 Prozent schrumpfe und die Wachstumsraten in Indien und China auf 7,5 und 6 Prozent sackten sei auch die deutsche Wirtschaft auf einer dramatischen Talfahrt. Der Export falle um 5,7 Prozent: «Das ist ein senkrechter Absturz», sagte Sinn. Daneben sei ein Rückgang der Unternehmensinvestitionen um 4,9 Prozent die treibende Kraft nach unten.
Der private Konsum dagegen werde nächstes Jahr wieder um 0,6 Prozent steigen, sagte Sinn voraus. Mit Verzögerung rolle aber «der starke Rückgang der Beschäftigung» auf Deutschland zu: Im nächsten Jahr steige die Arbeitslosigkeit um 540.000, und 2010 werde im Jahresdurchschnitt fast wieder die Marke von vier Millionen Arbeitslosen erreicht werden.
Die einzige gute Nachricht sei der starke Rückgang der Inflation, die vor allem den Sparern und den Rentnern nütze. Die Verbraucherpreise stiegen nächstes Jahr um nur noch 0,9 Prozent und 2010 um 1,4 Prozent - verglichen mit 2,6 Prozent Inflation im laufenden Jahr.
«Mit Konsumgutscheinen kann man Exporte nicht stützen», kritisierte Sinn SPD-Pläne. Auf Dauer hilfreich wäre aber, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen und Steuern zu senken. Der Staat sollte ab Mitte 2009 auch mehr in die Infrastruktur investieren. «Im Moment geht es der Bauwirtschaft noch gut. Nächstes Jahr sollten die Programme laufen», sagte Sinn. Ein 25-Milliarden-Euro-Programm könnte das Inlandsprodukt um gut ein Prozent steigern. Eine große und kostenlose Konjunkturhilfe wäre es, «wenn der Staat bürokratische Hürden abbaut», sagte der Ifo-Chef. Milliardenprojekte lägen auf Eis, weil Genehmigungsverfahren lange dauerten.
Notwendig sei, die Banken wie in England zur Annahme staatlicher Hilfe zu zwingen. «Die Wahl darf man nicht den Banken allein überlassen, denn hier geht es um die gesamte Wirtschaft», erklärte Sinn. Schon heute klage die Hälfte der Großunternehmen über erschwerten Zugang zu Krediten.
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Rezession gut und schön, aber warum müssen die armen Bürger nun die superreichen retten ?? Die Banken und auch die autoindustrie hält kräftig die Hände auf. Wo sind den die ganzen Milliardengewinne hin die sie die letzten jahre angehäuft haben. Haben sie nicht trotz der Gewinne immer leute entlassen ?? Warum muss Politik eigentlich immer Deutschfeindlich sein, das kann doch nicht nur an Frau merkel liegen ?? Lasst die Konzerne ihre Misswirtschaft selber ausbaden. Eine Rezzession trennt die Spreu vom Weizen. Wer jetzt kaputt geht, hat es nicht anders verdient !!
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