Finanzkrise Bayerns Landesbank muss abspecken

DEU Finanzmaerkte BayernLB (Foto)
Die Bayerische Landesbank braucht deutlich mehr Geld als lange bekannt. Bild: ap

Die schwer angeschlagene Bayerische Landesbank wird ihr Geschäft massiv einschränken und Personal abbauen. Das kündigten der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) in München an.

Auf einer Krisensitzung suchte der Verwaltungsrat heute bis in den Abend nach einem tragfähigeren Geschäftsmodell der BayernLB. Der Freistaat hatte am Vortag ein Rettungspaket im Volumen von 30 Milliarden Euro vorgestellt, an dem sich auch der Bund beteiligen soll.

Verwaltungsratsvorsitzender Georg Fahrenschon sagte vor der Sitzung des Kontrollgremiums, die Bank werde «ihr internationales Engagement in hohem Maße abbauen». Sie müsse sich künftig auf ihr «Kerngeschäft Mittelstand und das optimale Zusammenspiel mit den Sparkassen» konzentrieren. Es sei auch eine Auflage der EU, die Risiken zu verringern. Auf die Frage nach einem Stellenabbau sagte Wirtschaftsminister Martin Zeil: «Es wird sicher überall Einschnitte geben.» Das gelte für die 5000 Mitarbeiter in Deutschland wie für die über 14.000 im Ausland.

«Wir brauchen mehr Konzentration auf Bayern», sagte der FDP-Politiker. Das sei die Aufgabe einer bayerischen Staatsbank und weniger das internationale Geschäft. Zum Kerngeschäft der Landesbank gehöre das Mittelstandsgeschäft im Freistaat und die Immobilienfinanzierung.

Ministerpräsident Horst Seehofer hatte zuvor ebenfalls einschneidende Maßnahmen bei Geschäftsmodell und Personal angekündigt. Genaueres wollen der Verwaltungsrat und Landesbankchef Michael Kemmer erst am Montag auf einer Pressekonferenz bekanntgeben.

Wegen neuer Finanzmarktverluste und steigender Kreditrisiken braucht die BayernLB bis März zehn Milliarden Euro frisches Kapital. Der Freistaat will diese Summe über neue Schulden entweder komplett allein aufbringen oder drei Milliarden Euro aus dem Sonderfonds des Bundes in Anspruch nehmen. Mit weiteren 20 Milliarden sollen Bund und Land für Interbanken-Kredite und den Ausfall fauler ABS-Wertpapiere geradestehen. Die Sparkassen, bisher noch zur Hälfte Miteigentümer der Landesbank, beteiligen sich nicht an der Rettungsaktion und überlassen dem Freistaat die Mehrheit.

Die BayernLB beschäftigt weltweit fast 20.000 Mitarbeiter, davon ein Viertel in Deutschland. Größte Auslandstochter ist die in Südosteuropa tätige österreichische Bank Hypo Alpe Adria mit fast 7.000 Beschäftigten. Außerdem gehören die drittgrößte ungarische Bank MKB, Institute in Luxemburg und der Schweiz sowie die Saarländische Landesbank und die Direktbank DKB mit Sitz in Berlin zur BayernLB. In der Münchner Konzernzentrale arbeiten 3.500 Mitarbeiter.

mac

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