Verbraucherschutz Politik soll auch den Anlegern helfen

Finanzkrise: Verbraucherzentralen erleben Ansturm (Foto)
Kunden der Kaupthing-Bank müssen bangen. Bild: dpa

Den Banken wurde geholfen, doch die privaten Anleger und kleinen Sparer stehen in der Finanzkrise bisher am Regen. Das kritisiert der Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Verbraucherzentralen-Chef Gerd Billen forderte heute von der Politik mehr Unterstützung für die von der Bankenkrise geschädigten Anleger.

Wer sein Geld bei der isländischen Kaupthing-Bank angelegt und verloren hat, müsse genauso behandelt werden wie andere Sparer auch, sagte Billen. Anleger, die von ihren Banken inzwischen wertlose Zertifikate der US-Bank Lehman Brothers gekauft haben, müssten von diesen vollständig entschädigt werden. Als positives Beispiel nannte Billen die katholische Pax-Bank, Kritik äußerte er am Verhalten der Citibank und der Hamburger Sparkasse Haspa.

Die vor gut einer Woche von den Verbraucherzentralen geschaltete Hotline für Anlegerfragen, die unter der Nummer (0800) 664 85 88 zu erreichen ist, habe in den vergangenen zwei Wochen rund 111.000 Anrufe erhalten. Diesem Ansturm sei das kleine Expertenteam aber nicht gewachsen, so dass die meisten Anrufer in der Warteschleife hängengeblieben seien, sagte Billen.

Aus diesem aktuellen Anlass forderte Billen die Bundesregierung und die Bundesländer auf, die unabhängige Finanzberatung schnell auszubauen. Nötig seien dafür etwa 40 Millionen Euro jährlich - zehnmal so viel wie gegenwärtig zur Verfügung stünden. Zudem müssten die Banken aktiv werden, um das Vertrauen ihrer Kunden wiederherzustellen.

mik

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