Mi., 08.02.12

Gewinnwarnung der Lufthansa Hoher Ölpreis stutzt dem Kranich die Flügel

Artikel vom 29.10.2008

Weniger Gewinn, weniger Wachstum und weniger neue Strecken: Die Lufthansa überdenkt angesichts der Finanzkrise ihre Prognosen und die Expansionspläne. Vor allem der teure Sprit belastet das Ergebnis.

Im dritten Quartal gab es einen überraschenden Gewinneinbruch. Die Lufthansa litt dabei vor allem unter den hohen Treibstoffpreisen. Auch das Passagiergeschäft bereitet Sorgen. Der Umsatz legte zwar um 3,7 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis brach jedoch um mehr als die Hälfte (53,4 Prozent) auf 279 Millionen Euro ein und verfehlte deutlich die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 442 Millionen Euro gerechnet hatten. Das Konzernergebnis, das im Vorjahr von Sondereffekten profitiert hatte, ging noch stärker als erwartet auf 149 Millionen Euro (Prognose: 327 Millionen) zurück.

Das Flugangebot soll im kommenden Jahr nur noch um rund ein Prozent wachsen, teilte die größte deutsche Fluggesellschaft heute mit. Auch für den aktuellen Winterflugplan habe das Unternehmen die Kapazitäten zurückgefahren. Statt auf den Streckenausbau will sich der Lufthansa-Vorstand nun auf die Absicherung des Ergebnisses konzentrieren. Die Erwartungen für das Gesamtjahr hatte die Lufthansa bereits gestern nach unten korrigiert.

Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand nur noch mit einem operativen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro. Bislang hatte noch das Vorjahresergebnis von knapp 1,4 Milliarden Euro als Zielmarke gegolten. Der Umsatz soll über dem Vorjahreswert liegen.

Allerdings übernimmt die Lufthansa in Kürze die Mehrheit an den Fluggesellschaften BMI sowie Eurowings einschließlich des Billigfliegers Germanwings. Bei Eurowings übernimmt die Lufthansa 50,9 Prozent der Anteile von der AK Industriebeteiligung und wird damit alleiniger Eigentümer. Bei der britischen BMI übernimmt die Lufthansa die Anteile des bisherigen Mehrheitseigners Michael Bishop. Die Kranich-Linie besitzt nun 80 Prozent von BMI, den Rest hält die skandinavische Fluggesellschaft SAS.

mik
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