ICE-Ausfälle Vier Strecken besonders betroffen

Ab Montag sollte alles wieder nach Fahrplan laufen, doch nun droht weiteres Chaos. Die Bahn nimmt 70 ICE-T-Züge aus dem Verkehr. News.de erklärt, was Bahnkunden jetzt beachten müssen.

DEU Bahn ICE Sicherheit (Foto)
Die Bahn reagiert mit Kulanz auf die Ausfälle. Bild: ap

Besonders betroffen werden vier Strecken sein: Die Linie von Hamburg über Berlin und Leipzig nach München, die Linie von Wiesbaden über Frankfurt und Leipzig nach Dresden, die Linie von Stuttgart über Singen nach Zürich und die Linie von Dortmund über Koblenz, Mainz, Frankfurt, Nürnberg und Passau nach Wien. Hier wird es zu Verspätungen und Zugausfällen kommen. Alle anderen Strecken sollen nach Darstellung der Bahn nicht unter den Zugausfällen leiden.

Hintergrund der Probleme sind Sicherheitsbedenken: Die Hersteller der Züge mit Neigungstechnik, Siemens, Alstom und Bombardier, konnten sich nach Darstellung der Bahn nicht zu einer Garantie für die Stabilität der Achsen durchringen. Deshalb muss die gesamte ICE-T-Flotte weiter überprüft werden. «Wir sehen uns von der Industrie im Stich gelassen, die uns mit nicht belastbaren und unklaren Angaben konfrontiert. Deshalb sehen wir uns zu dieser drastischen Maßnahme mit den sich daraus ergebenden Fahrplanänderungen gezwungen», sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn. 

Die Bahn arbeite daran, die Züge schnellstmöglich zu überprüfen und wieder auf die Gleise zu bringen. Einen genauen Zeitpunkt, wann sie wieder einsatzfähig sind, wurde aber nicht genannt.

Wer von den Verspätungen oder Zugausfällen betroffen ist, kann sich im Internet über die  Ersatzfahrpläne informieren. Zudem wurde eine kostenlose Hotline geschaltet, die rund um die Uhr unter (08000) 99 66 33 erreichbar ist. Zudem erweitert die Bahn ihre Kulanz-Regelungen für Fahrgäste, die von den Beeinträchtigungen im ICE-Verkehr betroffen sind. Wer seine Reise nicht antreten konnte, bekommt bis 30. November sein Geld zurück oder kann innerhalb dieses Zeitraums die Farhkarte kostenlos umtauschen. Auch Reservierungen, die nicht genutzt werden können, werden kostenlos erstattet.

Wenn anstelle eines ICE mit einem Intercity gefahren werden musste, wird der Differenzbetrag ausgezahlt. Bei Angeboten wie den Sparpreisen, dem Dauer-Spezial oder bei Gruppenfahrten wird die Zugbindung aufgehoben, wenn Fahrgäste den gebuchten Zug nicht nutzen konnten.

Der Fahrgastverband Pro Bahn lobte diese Regelung: «Das ist ein vernünftiger Schritt. Zumal die Bahn nicht für die Probleme verantwortlich ist», sagte Sprecher Karl-Peter Naumann auf Anfrage von news.de. Naumann befürchtet, dass ähnliche Probleme auch bei den ICE-3-Zügen auftreten könnten. «Die Bahn ist da allerdings machtlos. Das ist ein Problem der Hersteller.» In jedem Fall werden die Auswirkungen auf die Kunden gravierend sein. Naumann: «Das wird ein Chaos.»

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