«Dramatische Lage» tief im Westen
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Nur mit drastischen Einsparmaßnahmen - wohl auch beim Personal - wird die Zeitungsgruppe WAZ in den nächsten Jahren erfolgreich sein können. Der erste Schritt: Die Verkleinerung des Umfangs von vier Zeitungen.
Die vier Zeitungstitel der WAZ-Mediengruppe in Nordrhein-Westfalen reduzieren als Teil eines Kostensenkungsprogramms ihren Umfang auf 32 Seiten. WAZ-Sprecher Paul Binder bestätigte gestern entsprechende Angaben des Westdeutschen Rundfunks. Das bedeute aber keine Reduzierung um ein Drittel, stellte Binder klar. Die vier Zeitungen - Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Westfälische Rundschau (WR), Neue Ruhr/Rhein Zeitung (NRZ) und Westfalenpost (WP) seien bislang nur in Ausnahmefällen mit 48 Seiten erschienen. Im Durchschnitt seien sie 38 Seiten stark gewesen. Ab sofort werde es insbesondere weniger Sonderseiten und ganzseitige Eigenanzeigen geben. Der Umfang von 32 Seiten entspreche dem Marktumfeld, sagte Binder.
Die Süddeutsche Zeitung zitiert Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, mit den Worten: «Die Lage ist dramatischer, als sie je war». In einer Mitarbeiterinformation der WAZ Mediengruppe von gestern hieß es, dass bei den vier NRW-Titeln ein «erhebliches Einsparvolumen» notwendig sei. Es könne nur erreicht werden, wenn nicht nur die Sachkosten verringert würden, sondern auch Personal abgebaut werde. Bei den Sachkosten war auch der Umfang der Zeitungen angesprochen worden. Bei den Betriebskosten stehen scheinbar betriebsbedingte Kündigungen unmittelbar bevor, Hombach sagte weiter, dass man nun «sehr schnell in die notwendigen Verhandlungen über einen Sozialplan» eintreten könne.
Die WAZ-Gruppe gab bekannt, dass der Chefredakteur der WAZ, Ulrich Reitz, in den Geschäftsleitungskreis der WAZ-Mediengruppe berufen wurde. Er vertrete dort von sofort an die Angelegenheiten aller Zeitungsredaktionen der WAZ-Gruppe. Von der Verlagsgruppe Handelsblatt wechselt Harald Wahls zur WAZ-Mediengruppe und wird dort Verlagsgeschäftsführer für den Bereich NRW. Er verantwortet damit die kaufmännischen, markt- und vertriebsbezogenen Angelegenheiten der vier NRW-Titel.
Wie viele Zeitungen leiden auch die Titel der WAZ-Gruppe unter deftigen Verlusten. Die Aboverluste der WR liegen derzeit bei 2,65 Prozent, die der WAZ bei 4,19 Prozent, die der NRZ bei 3,05 Prozent und die der WP bei 2,8 Prozent. Außer den NRW-Titeln mit einer Druckauflage von einer Million Zeitungen erscheinen in der WAZ-Mediengruppe auch Tageszeitungen in Thüringen, Niedersachsen und Nordbayern. Neben den 33 Tages- und 18 Wochenzeitungen im In- und Ausland zählen auch Anzeigenblätter sowie Publikums- und Fachzeitschriften zum Portfolio. 2006 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von 1,741 Milliarden Euro.
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