Wasserwirtschaft Versorger rechtfertigen Preise

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Der Kubikmeter Wasser kostet derzeit in Deutschland 1,91 Euro, in den USA beispielsweise bekommt man ihn für 47 Cent. Bild: ap

In keinem anderen Land ist Wasser so teuer wie in Deutschland. Was wie ein Vorwurf klingt, ist für die Wasserwirtschaft eine Selbstverständlichkeit. Sie rechtfertigt die Preise mit hoher Qualität und einer sicheren Versorgung.

Die deutsche Wasserwirtschaft hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach Trinkwasser hierzulande so teuer wie in keinem anderen Land sei. Der Vergleich allein von Kubikmeterpreisen für Trinkwasser sei nicht praxisorientiert, da er unter anderem die Sicherheit der Versorgung sowie die Güte und Reinheit des Trinkwassers vernachlässigt, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Wolf Pluge, heute in Berlin.

Pluge bezog sich auf eine Studie der internationalen Beratungsgesellschaft NUS Consulting, der zufolge für gewerbliche Kunden mit einer jährlichen Abnahmemenge von 10.000 Kubikmeter Wasser der Kubikmeter derzeit in Deutschland 1,91 Euro netto koste. Belgien biete die gleiche Menge für 1,85 Euro, Frankreich für 1,27 Euro und die USA sogar für nur 47 Eurocent.

Pluge sagte, internationale Preisvergleiche müssten nicht nur die Subventionen in einzelnen Ländern berücksichtigen, sondern auch Steuern und Abgaben sowie die unterschiedlichen Leistungsstandards in den Staaten. Jährlich investiere die Wasserwirtschaft in Deutschland rund zwei Milliarden Euro allein in Ausbau und Modernisierung von Anlagen und Leitungen der Trinkwasserversorgung. Das sei ein Spitzenwert in Europa. «Trotzdem liegen die deutschen Wasserpreise im Mittel nur bei rund 84 Euro im Jahr», erklärte Pluge. In England und Wales zahle der Bürger dagegen etwa 106 Euro im Jahr für Trinkwasser. Das habe der Vergleich europäischer Wasser- und Abwasserpreise ergeben, der Wasserpreise und Leistungsstandards untersuchte.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) erklärte zu der Studie, die regelmäßigen Investitionen in die kommunale Wasserversorgung zahlten sich aus. Im internationalen Vergleich sei Deutschland beim wichtigsten Lebensmittel, dem Trinkwasser, deshalb Spitzenklasse in Qualität, Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit.

VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck sagte, in anderen Ländern sei Trinkwasser im Gegensatz zu Deutschland hoch subventioniert. In der Studie würden daher Äpfel mit Birnen verglichen. Die Wasserpreise würden von den deutschen Kommunen auch nicht willkürlich festgelegt. Subventionierungen oder politische Wasserpreise seien nicht möglich. Die Darstellung in der NUS-Studie sei «vollkommen irreführend», sagte Reck.

Die Zeitung Die Welt hatte unter Berufung auf die Studie berichtet, ein Grund für den hohen Trinkwasserpreis sei, dass die Wassereinnahmen in Deutschland als Geldquelle für andere Aufgaben genutzt würden. «Da die Wasserpreise von den Gemeinden festgelegt werden, dienen die hohen Preise zur Subventionierung örtlicher Projekte, die sonst mit Steuergeldern bezahlt werden müssten», zitierte die Zeitung aus der NUS-Studie.

bla

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • hpklimbim
  • Kommentar 4
  • 18.11.2010 13:53

Laut erhobenem Anspruch unserer Großkotz-Politaffen ist in Deutschland so wie so grundsätzlich alles besser als sonst irgend wo auf der Welt. Siehe Fragen zu Missbräuchen bei der Rentenversicherung einschließlich Rente mit 67, Krankenversicherung, Arbeitslosigkeit und Hartz-IV, Leiharbeit, willenlose Verschwendung von Steuermitteln und Selbstbedienung durch die oben genannten Herrschaften, Steuerfreiheit für Konzerne, Schulbildung (Pisa-Studie) und Studium, etc. Das bisschen Erhöhung des Wasserpreises werden z. B. die Rentner nach der gewaltigen Rentenerhöhung doch mit links weg stecken.....

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  • Michael Gardeleben
  • Kommentar 3
  • 17.11.2010 23:11

bei den grundversorgern -Energie,Wasser,Müll........sitzen die politiker bei den privaten im aufsichtsrat.Bei den öffentlichen die lobbyisten in der politik. gelobt sei unsere "§Bananen"Replubik DEUTSCHLAND

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  • Kommentar 2
  • 13.02.2009 13:13

Leider werden die deutschen Normalsterblichen überall abgezockt. Alles zum Nachteil des Bürger´s ist "Spitze" - wie die Preise, Steuern, Abgaben etc. . Was aber weit von der "Spitze", im Tal am verkümmern ist, sind die Löhne und Renten - was natürlich die Schere zwischen arm und reich weiter auseinander klaffen läßt ! Das ganze nennt sich dann Gerechtigkeit ! Wahnsinn !!!

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