Die Krisen nach den Krisen
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Von news.de-Redakteur Christian Mathea
Artikel vom 04.08.2009
Einige Experten sehen bereits wieder eine leichte Aufschwungphase der Wirtschaft anbrechen. Ist die Krise bald vorbei? Die Antwort: Vielleicht. Doch nur, wenn andere Blasen nicht platzen. News.de zeigt eine Auswahl an potenziellen Gefahren.
Die ganze Welt hofft auf eine möglichst baldige und langfristige Aufschwungphase der globalisierten Wirtschaft. Doch auch das birgt einer Expertin zufolge eine Gefahr, auf die die Länder nicht genügend vorbereitet sind – und zwar die Gefahr horrender Ölpreise. Diese Bedrohung ist niemandem im Moment bewusst. Denn gegenwärtig dümpelt der Preise pro Fass unbedrohlich um die 70 Dollar-Marke. Jetzt von einer Ölpreiskrise zu sprechen, klingt daher eher nach unbegründeter Panikmache.
Claudia Kemfert, Professorin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), tut das trotzdem. Ihre Theorie: Aufgrund der niedrigen Ölpreise und geringerer Gewinne hätten die Mineralölkonzerne zu wenig Geld, um neue Ölquellen zu erschließen - zumindest behaupten sie das. Die Folge: Wenn die Nachfrage nach Öl wieder plötzlich ansteigt, fehlen die Förderkapazitäten, um diese Nachfrage zu befriedigen. Davon wiederum die Folge: schnell steigende Preise.
Ein anderes Problem, das vor allem die USA bedroht: Die Amerikaner sind gerade mehr oder weniger gut dabei, die Folgen der Immobilienkrise bei ihren Banken mit Staatshilfe zu lösen. Und schon steuern sie auf die nächste Krise zu. Eine Blase aus Kreditkartenschulden, die zu platzen droht.
Das Problem in Zahlen: In den vergangenen Jahren wurden allein in den USA nach Angaben der dortigen Notenbank knapp eine Billion Dollar solcher Schulden angehäuft. Setzt man das ins Verhältnis zu den vier Billionen Dollar, die der Internationale Währungsfonds kürzlich als weltweit bereits entstandener Verlust der Finanzkrise ausgab, wird klar: In den USA lauert mit den Kreditkarten eine weitere Gefahr, die den erhofften Wirtschaftsaufschwung verhindern könnte.
So sind die Zahlungsausfälle bei US-Kreditkartenkunden seit Anfang des Jahres auf den höchsten Stand seit 20 Jahren gestiegen. Besonders die hohe Arbeitslosigkeit in den USA hat die Situation verschlimmert. Und genau von dieser Seite her kann die Lösung kommen. Denn arbeitslose Amerikaner haben ansonsten nur die Möglichkeit, sich eine weitere Kreditkarte zuzulegen, die Schulden umzuschichten und am Ende noch mehr Zinsen zahlen zu müssen. Ein Teufelskreis - aber gängige Praxis in den USA.
Die Amerikaner haben noch ein weiteres Problem: Zwar sind sie bei der Wirtschaftsrettung nicht kleinlich. Sie stecken Billionen in den Bankensektor und versuchen mit Milliarden, die Wirtschaft anzukurbeln. Doch Angst und Bange wird einem, wenn man sieht, wie sie das finanzieren.
Die Erklärung liegt in den Staatsanleihen. Sie verbriefen ihre Schulden aus ihren Konjunkturprogrammen und hoffen auf Käufer in der ganzen Welt. Dieses Prinzip funktionierte bis jetzt auch. Vor allem ehemalige und noch kommunistische Staaten langen kräftig zu. Insgesamt dürften sich amerikanische Anleihen in den Händen der Chinesen auf 767,9 Milliarden US-Dollar (550 Milliarden Euro) belaufen. Russland dürfte auf dem zweiten Platz folgen. Das Riesenreich hat bisher Staatsanleihen in Höhe von rund 404 Milliarden US-Dollar.
Doch die kritischen Stimmen aus diesen Ländern werden lauter, ewig wird diese Quersubvention nicht mehr funktionieren. Das Problem daran ist: Versiegen die Geldströme, können die Amerikaner ihre Konjunkturprogramme nicht mehr bezahlen - es sei denn, sie werfen ihre Notenpresse noch stärker an. Und dadurch käme der Dollar noch stärker ins Schlingern.
Auch Europa hat eine eigene weitere Krise vor der Haustür. Zumindest glaubt das der deutsch-amerikanische Publizist F. William Engdahl. Seiner Meinung nach lauert für europäische Banken die nächste Gefahr nicht im Westen, sondern im Osten. Die westeuropäischen Banken hätten in den Jahren 2002 bis 2007 riesige Kreditsummen nach Osteuropa geschoben und auf einen langfristigen Aufschwung gesetzt.
Aufgrund der Wirtschaftskrise steigt jedoch das Ausfallrisiko extrem an. Die Reaktion der Banken. Sie vergeben jetzt kaum neue Kredite nach Osteuropa, dadurch haben die dortigen Kunden aber keine Möglichkeiten mehr, die Kredite umzuschulden und das Geld zurückzuzahlen. Und so schlägt das Pendel wieder auf die westeuropäischen Banken zurück. «Diese Dimension der Bankenkrise wird in den kommenden Wochen ein radikales Umdenken in der Frage der Bankenverstaatlichung erzwingen, ganz egal, welche schönen Hoffnungen Politiker aller Parteien auch nähren möchten», warnt Engdahl.
Die Ratingagenturen hätten bereits angekündigt, sie würden einige westeuropäische Banken, die sich stark in Osteuropa engagiert haben, herunterstufen. Vor allem österreichische, griechische und italienische Banken sollen besonders stark beteiligt sein. Aber auch deutsche Banken haben direkt oder indirekt Gelder in Osteuropa investiert.
Deutschland als Industriestandort hat neben der Bankenrettung eine ganze Reihe weiterer Aufgaben vor sich. Da wäre zum Beispiel allein der überdimensionierte Automobilsektor, der binnen eines Jahres von der Erfolgsbranche zur Krisenbranche wurde. Dass die meisten deutschen Autobauer gegenwärtig überhaupt noch «genügend» Autos verkaufen, liegt vor allem an der Abwrackprämie. Fällt diese Prämie Ende dieses Jahres weg, warnen Experten bereits vor einem extremen Nachfrageeinbruch auf dem deutschen Automarkt.
Und auch vom Ausland ist keine Rettung zu erwarten. Experten haben berechnet, dass allein in Europa Überkapazitäten in der Automobilindustrie von 30 Prozent herrschen. Dazu kommt noch, dass immer mehr Produzenten in Schwellenländern wie Indien und China ebenso ihre Fahrzeuge auf dem Weltmarkt los werden wollen.
Bisher wird ein radikaler, aber nötiger Eingriff im deutschen Automobilbau nur vor sich her geschoben. Auch bei Daimler, die vergleichsweise wenig von der Abwrackprämie profitierten, helfen nur ein milliardenschweres Sparkonzept und Kurzarbeit, um die Arbeitsplätze zu halten. Aber ein Abbau der Kapazitäten im Automobilsektor scheint langfristig unausweichlich.
Die genannten Gefahren sind nur eine Auswahl von potenziellen Krisen, die sich aus der Wirtschaft ergeben. Weiterhin ungelöst ist das Problem aus Klimaerwärmung, Überbevölkerung, Armut, Wassermangel ..... Ob wir sie lösen können? Die Wirtschaftskrise hat gezeigt, dass Staaten plötzlich Milliarden eruieren können, um gegen Gefahren vorzugehen. Die Voraussetzung ist aber, die Probleme müssen auf den Tisch. Ansonsten erwischt es die Staaten ebenso «unerwartet» wie die Finanzkrise. Manchmal sollte man vielleicht auf kritische Experten hören.
hav/news.de
Die Kriese nach der Kriese ist schon Progrann. An erster hatte R, Fuld maßgeblich beteiliegt an nächster ist George Soros, ebenfalls Jude / aus Ungarn, Agent des Hauses Rothschild... Nun isser bei den Hedga-Fomds eingesetzt....lach... Er war bereits durch gezielte Spekulationen Verursacher der Finanzkrise der Tigerstaaten (Süd-Ost-Asien), forcierte den Drogenhandel und die Abhängigkeit amerikanischer Jugendlicher von Drogen, brachte die ’Bank of England’ an den Rand des Bankrotts, bevor das brit. Pfund abgewertet wurde und finanzierte für die USA „Revolutionen” in Georgien und der Ukraine.
jetzt antwortenKommentar meldenSo wie ich das sehe trifft das genau den Nagel auf den Kopf. Die die Kriese verantworten gehen mit Milionen Boni nach Hause und die Geldvernichter sagen das Renditen der Lebensversicherungen oder andererer Spareinlagen weniger werden. Bevor überhaupt jemand Boni oder sonstige Anreize bekommen sollte sollte der Gesamtschaden berücksichtigt werden und daraus die richtigen Schlüsse gezogen werden. Verschwendug und Vernichtung von Kapital sollte als Strafe geahndet werden dann wären die Anreize gerechtfertigt. Und sollte sich das bewahrheiten das Peak Oil ( höchster Punkt der Oelförderung ) erreicht ist dann gnade uns Gott dann ist die nächste Kriese und vieleicht schlimmste Kriese auf dem Weg. Übrigens wer Elektoautos haben will sollte frühzeitig auch die nötige Mehrenergie mit berücksichtigen den mit den regenativen kommen wir nicht weit. Wir brauchen einen Mix sonst gute Nacht Deutschland.
jetzt antwortenKommentar meldenEin kräftiges JA zu Komm.1. Und: Probleme "aus" Klimawandel, Überbevölkerung, Wassermangel.. gibt es nicht! Probleme gibt es nur aus der Art, wie mit Veränderungen im Klima, dem leben der Menschen und dem bedrüfnis nach Wasser umgegangen wird. Dass die Krise nicht zu Ende ist, hätte jedem klar sein müssen, denn sie liegt nicht (nur) an der gnadenlosen Gier Einzelner, sondern ist systemimmanent: Zinssystem und der Wahn unendlichen Wachstums. Es geht auch anders: Stichwort Umlaufsicherungsgebühr. Wer wagt es ?
jetzt antwortenKommentar meldenJetzt weiß ich auch, warum unsere, ach so schlauen Politiker, solche Wahlversprechen machen. SIE WOLLEN GARNICHT WIEDERGEWÄHLT WERDEN. Wenn ich den obigen Artikel lese, habe ich dafür Verständnis. Da möchte ich auch nicht regieren. Es war ja auch vor der sog. Rezession keinem Wirtschaftsexperten, egal ob Freiberuflich oder Politiker, klar das durch immer mehr Modernisierung der Überschuß die Wirtschaft lahmlegen musste. Die Lagerhaltung auf der Autobahn funktioniert nicht immer, obwohl das die billigere Lösung ist. Irgendwann ist die Autobahn voll. Arme Urlauber, ihr spürt es jetzt.
jetzt antwortenKommentar meldenRaus aus der Krise ? Man könnte sagen, nach der Krise ist vor der Krise. Überdenkt man alle Faktoren und ihr Zusammenspiel, so kommt der Schluß zustande, in die Zukunftsorientierte Technik zu investieren. Dies sehe ich als hauptsächlichen Weg, die Krisenzeiten mit ausreichend Arbeit auszufüllen und langfristig entgegenzuwirken. Die Banken sollten in diesem Sektor auch wieder mehr investieren, die genickbrechende Zurückhaltung aufgeben und damit die Wirtschaft ankurbeln.
jetzt antwortenKommentar meldenÖlkriese? Allein Exxon hatte im Geschäftsjahr 08 rund 45 Mrd.$ Gewinn erzielt. Dieses Jahr wird es zwar weniger, aber am Hungertuch wird da keiner nagen. Die Konzerne parken Tanker auf dem Meer und warten auf bessere Preise beim Entladen, da wird schon mal ein Kapitän angewiesen die Fahrt gemütlich anzugehen und auf die "Bremse" zu treten. Bei solchen Gewinnen soll nichts übrig bleiben um neue Quellen zu erschließen? Der Mittelstand träumt von solchen Gewinnmargen. Aber das wird alles auf den Schultern der kleinen Leute getragen, die müssen den Mist teuer bezahlen. Was lernen unsere Experten?
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