VW/Porsche gegen Opel/Magna Kampf der Giganten

Fertigung von Porsche in Zuffenhausen. (Foto)
Fertigung von Porsche in Zuffenhausen - bald gehört all das zum VW-Konzern. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Sebastian Haak
Das Zusammengehen von Volkswagen und Porsche wird den Automobilmarkt gründlich durcheinander wirbeln. Bleibt die Frage, wie das Ergebnis dessen aussehen wird. Experten sehen einen neuen Autoriesen entstehen – mit gravierenden Folgen.

Als Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff am Donnerstag neben VW-Chef Martin Winterkorn stand, da fiel sie, die Wendung, die so viele Umwälzungen verheißt. Sie lautet «weltgrößter Autobauer». Der nämlich soll der integrierte Konzern werden, der in diesen Tagen aus VW und Porsche entsteht und dessen Genese bis 2011 abgeschlossen sein soll. Das ist ein Wolfsburger Traum - nicht nur der von Wulff und Winterkorn, sondern auch von VW-Patriach und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch.

Und die Gelegenheit ist günstig: Der ehemals weltgrößte Autobauer General Motor (GM) liegt am Boden. Obwohl der «gute Teil» von GM vor wenigen Wochen die Insolvenz verlassen hat, werden die Bosse in Detroit in den nächsten Jahren mit sich selbst, ihren Schulden und der Abwicklung des «schlechten GM»-Teils beschäftigt sein; nicht mit dem Weg an die Weltspitze. Die aktuelle Nummer eins, Toyota, ist ebenfalls in der Krise ins Taumeln geraten. Das Überholmanöver könnte gelingen.

Doch was für die deutsche Industrie, deutsche Arbeitsplätze und damit auch für den deutschen Staat insgesamt erst einmal verlockend klingt, könnte für andere hiesige Autobauer zu einem großen Problem werden. «Daimler und BMW wissen hoffentlich, was auf sie zukommt», sagt der Branchenexperte Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft dem Weser Kurier mit Blick auf die Verhältnisse zwischen den deutschen Autobauern.

Sein Kollege Ferdinand Dudenhöffer vom Car geht sogar noch einen Schritt weiter: Für ihn ist der entstehende neue Großkonzern aus VW und Porsche ein Argument mehr, dem österreichisch-kanadischen Automobilzulieferer Magna den Zuschlag für den Einstieg bei Opel zu geben. Nur so, glaubt Dudenhöffer, könne ein «Gegengewicht» zu dem Riesenkonzern entstehen, der wohl mehr als 400.000 Mitarbeiter weltweit hätte. «Es geht darum, die Kostenvorteile des VW-Konzerns auch außerhalb dieses Unternehmens zu finden», sagt er zu news.de.

Konkret schwebt ihm ein Technologiepool von Opel und Magna vor, aus dem sich beispielsweise Ford und Volvo aber auch Mercedes und BMW bedienen sollen. Einer von Dudenhöffers Lieblingsbegriffe in diesem Zusammenhang: «gemeinsame Plattformen». Das heißt: Motoren, Fahrwerke und viele andere Teile rund ums Auto könnten künftig bei verschiedenen Herstellern eingesetzt werden - so wie es heute bereit bei Volkswagen üblich ist, wo die gleichen Motoren bei VW selbst, aber auch bei Audi oder Skoda zum Einsatz kommen.

Klingt alles irgendwie unrealistisch? Unterschätzen jene, die VW/Porsche an der Weltspitze sehen die ausländische Konkurrenz? Überschätzt Dudenhöffer das Potenzial des Zusammengehens, weil es doch bedeutet, dass in einem Premium-Mercedes künftig auch ein wenig Normalo-Opel stecken muss?

Mag sein, dass das alles noch weit entfernt ist. Aber Wulff und die anderen Wolfsburger glauben an die Vision vom weltgrößten Autobauer mit Stammsitz in Niedersachsen, der «überall in der Welt mit seiner Mehrmarkenstrategie erfolgreich» sein könne. So hat er es am Donnerstag formuliert. Ohnehin: Dass es so schnell überhaupt zu einem Großkonzern kommen wird, zeigt, wie schnell sich die Branche wandelt.

Und gerade eben deshalb mahnen Experten wie Dudenhöffer zum Einstieg Magnas («Die arbeiten sehr hochwertig und haben eine Gesamtfahrzeugkompetenz.») bei Opel. «Die Kooperationsbemühungen innerhalb der Branche werden deutlich zunehmen.» Das lässt mittelfristig einen Kampf der Giganten erwarten.

Weiterführende Links:

Nach Porsche-Integration: Attacke auf das VW-Gesetz
Porsche-Übernahme: Naserümpfen über den Volkssportwagen

Aus dem Netz:

Bei «Zeit Online» gibt es ein Spezial zur Autokrise

bjm/news.de

Leserkommentare (17) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kommentar 17
  • 25.07.2009 12:25

Herr Dudenhöfer hört sich selber gerne reden. Ich weiss nicht, in der Fachwelt der Ingenieure halten sie nicht sehr viel von ihm und ich denke immer wenn ich Dudenhöfer höre an den Becker und sinn Hilde aus dem Saarland, Familie Becker. Der redet nicht so viel stuss wie auto-dudenhöfer Mercedes und BMW kuscheln eh schon lange und Audi und VW gehören zusammen und alle anderen knutschen sich auch hinten rum. Sie haben meist alle einen gemeinsamen Zulieferer. Hallo Fachleute Hirn einschalten dann schlau reden

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  • Kommentar 16
  • 25.07.2009 12:20

Genau das ist es, China hatte eine Glanzzeit, dann sind sie in der Versenkung verschwunden. Rom ist nur noch zu einer Stadt degradiert und alle diese großen ach so großen Weltreiche die sich soweit degenerierten sind alle untergegangen. Sind wir zur Zeit auch da angekommen?? GM ist ein gutes Beispiel dafür und die alten Fossile bei VW auch, weil sie alle nicht wissen, sie sollten mit 65 in Rente gehen und endlich mal Leben!! auch sie werden Sterben und nicht ewig leben. 1 Euro = 2 DM wenn man die Beträge die so kursieren in DM umrechnet graust einem noch mehr

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  • Kommentar 15
  • 25.07.2009 12:14

Das Personal wird epresst Ihre Stunden und Urlaub der Bilanzen zu liebe zu opfern.Obwohl die Arbeit von den Minimumpersonal nicht bewältigt werden kann,werden Leute nach Hause geschieckt. Brutto-Lohnsteigerung in 15 Jahren um nur 6 Teuro.Die Preise ereichen schon DM nievo. Die Gehälter der sogenanten Topmanager übersteigen jejder Vernunft. Teile werden in immermehr Billigländer produziert und dann als Orginalteil für teures Geld verkauft. Politiker unterstützen dessen Politik. Rente mit 67 bzw mit 69 ist nichts anderes als Rentenkürzung. CO2-Klimmalüge der Regierungen-alles nue abzocke.

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