J.P. Morgan Chase Zweite Bank mit Milliardengewinn

Die J.P. Morgan Chase hat das Unmögliche geschafft: Die Großbank blieb bisher die ganze Finanzkrise hindurch in den schwarzen Zahlen. Im zweiten Quartal wies sie ähnlich wie Goldman Sachs einen satten Gewinn von 2,7 Milliarden Dollar aus.

Stimmung an den Börsen. Die amerikanischen Banken verdienen wieder. (Foto)
Stimmung an den Börsen. Die amerikanischen Banken verdienen wieder. Bild: ap

Das Geschäft des Konzerns lief damit nochmals weit besser als von Experten bereits erwartet. Auch die Investmentbank Goldman Sachs (Aktienkurs) hatte zuvor die Prognosen mit einem Rekordgewinn übertroffen. Nächste Bewährungsprobe für eine allmähliche Branchenerholung sind die Zahlen der deutlich angeschlagenen Schwergewichte Citigroup (Aktienkurs) und Bank of America (Aktienkurs) an diesem Freitag.

J.P. Morgan (Aktienkurs) schlug sich in der Krise bisher durchweg besser als der große Rest der Branche. Gerade erst gab der Konzern als eine der ersten Großbanken 25 Milliarden Dollar an Regierungshilfen zurück. Ihren jüngsten Gewinn erzielte die Bank trotz einer Dividendenzahlung von 1,1 Milliarden Dollar an den Staat für das Darlehen. Die Erträge kletterten um 39 Prozent auf 25,6 Milliarden Dollar.

Mit Blick auf die Konjunktur warnte Bankchef Jamie Dimon: «Wir wissen nicht, ob sich die Wirtschaft weiter verschlechtern wird.» Für sein Haus sei er aber zuversichtlich. Allerdings musste die Bank wegen Pleiten und Zahlungsausfällen 9,7 Milliarden Dollar zurücklegen - weit mehr als doppelt soviel wie noch ein Jahr zuvor.

Die Zahlen der US-Banken sind derzeit mit großer Vorsicht zu genießen und selbst für viele Experten schwer einzuschätzen, weil kürzlich die Bilanzierungsregeln geändert wurden. Wegen der Krise bekamen die Häuser Erleichterungen bei der Bewertung von derzeit schwer verkäuflichen Wertpapieren.

Der zu den größten Verlierern der Finanzkrise zählenden Citigroup trauen Experten an diesem Freitag zu, ihre Verluste zumindest stark verringert zu haben. Die Bank of America hatte sich an der Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch verhoben. Ihr Gewinn dürfte den Schätzungen zufolge deutlich niedriger als vor einem Jahr ausfallen.

Weiterführende Links:

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mat/ruk/news.de/dpa

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