Deutschland stand vor dem Aus des Finanzsystems
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Deutsche Bankmanager haben im Herbst 2008 angesichts der Krise der Hypo Real Estate einen Zusammenbruch ihrer Branche befürchtet. Die Folgen wären weit schlimmer gewesen als die Auswirkungen der Lehman Brothers-Pleite.
Die Süddeutsche Zeitung berichtet unter Berufung auf das Protokoll einer Krisensitzung von Vertretern der Bundesregierung, der Bundesbank, der Finanzaufsicht Bafin und der privaten Banken, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann habe gewarnt, eine Insolvenz der Hypo Real Estate (HRE) bedeute den Tod des deutschen Bankensystems.
Commerzbank-Chef Martin Blessing habe bei dem Treffen vom 26. bis 28. September 2008 in Frankfurt erklärt, wenn sich die Regierung einer Rettungsaktion verweigere, werde am Montag darauf kein deutsches Kreditinstitut mehr stehen, schrieb die Zeitung weiter. An anderer Stelle im Protokoll habe es geheißen, es drohe ein schlimmeres Szenario als nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers wenige Tage zuvor.
Bundesbankchef Axel Weber habe HRE-Hilfen aus dem Einlagensicherungsfonds der Banken abgelehnt, weil dieser dann leer gewesen wäre und die Sparer womöglich am darauffolgenden Montag ihre Bankfilialen gestürmt hätten.
Die HRE wurde am Ende vom Bund und den Banken mit einem Hilfspaket in Höhe von zunächst 35 Milliarden Euro gerettet, das bereits eine Woche später auf 50 Milliarden Euro aufgestockt werden musste. Mittlerweile bürgen beide Seiten bei der Hypo Real Estate für insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro.
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