Dollar-Millionäre Die Reichsten werden ärmer

Luxuskarossen verkaufen sich in der Krise schlechter. (Foto)
Luxuskarossen verkaufen sich in der Krise schlechter. Bild: ap

Die Zahl der Dollarmillionäre auf der Welt ist wegen der Finanzkrise gesunken. Die meisten von ihnen leben in den USA, Japan und Deutschland, wobei die deutschen Millionäre weniger von den Verlusten durch die Krise betroffen sind.

Die Zahl der vermögenden Privatleute mit einem Nettofinanzvermögen von mindestens einer Million Dollar ist im Jahr 2008 weltweit um 14,9 Prozent auf 8,6 Millionen gesunken, wie der jüngste World Wealth Report 2009 der Beratungsfirmen Capgemini und Merrill Lynch zeigt. Investiert wird vermehrt in sichere Anlagen und Kunst. Die Zahl der Ultra-Vermögenden mit einem Nettofinanzvermögen von mindestens 30 Millionen Dollar ging sogar um 24,6 Prozent zurück, wie aus dem in Zürich präsentierte Bericht hervorgeht.

Zugleich schrumpfte das Geldpolster der Dollarmillionäre: Ihr Vermögen reduzierte sich um 19,5 Prozent auf 32,8 Billionen Dollar. Dieser in seiner Höhe bislang einmalige Vorgang habe das ganze solide Wachstum der Jahre 2006 und 2007 zunichtegemacht, teilten die Finanzspezialisten von Merrill Lynch und Capgemini mit. Die Ultra-Reichen hätten die höchsten Verluste verbucht.

Prozentual die größten Gruppen von Dollarmillionären leben in den USA, Japan und Deutschland. In diesen Ländern wohnten laut Report im vergangenen Jahr 54 Prozent der Dollarmillionäre weltweit. China habe zahlenmäßig Großbritannien überholt und rangiere nun an vierter Stelle. Auf Rang 5, 6 und 7 folgen Großbritannien, Frankreich und Kanada.

Mit den Verlusten schwand das Vertrauen in Aktien. Weltweit verringerten die Millionäre 2008 ihre Investitionen in diese Wertpapiere. Zugleich erhöhten sie ihren Anteil an sichereren und einfacheren Anlagen wie Obligationen, Immobilien und Spareinlagen. «Thema des vergangenen Jahres war der Erhalt von Werten, nicht ihre Steigerung», sagte Serge Robin, Geschäftsführer der Merrill Lynch Bank Schweiz. Mangels sicherer Häfen hätten heute viele Millionäre große Mengen an Barmittel.

Auch die Nachfrage nach luxuriösen Sammlerobjekten wie Autos, Jachten und Privatjets sowie Kunst und Schmuck schwächte sich insgesamt ab. Dennoch sei eine stärkere Hinwendung zu Kunst und Schmuck als Luxusgeldanlage zu beobachten. Die Reichsten sähen Kunst in Zeiten der Krise als zusätzliches Mittel der «Flucht in die Sicherheit» und als langfristig werthaltiger als andere Anlagen, hieß es.

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mac/mat/news.de/ap

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