Umwelt Pamela Anderson im Einsatz für Haischützer Watson

Paris/Frankfurt/Main - «Baywatch»-Star Pamela Anderson und Frankreichs einstige Nationalsymbol Brigitte Bardot rührten am Mittwoch unabhängig voneinander die Werbetrommel für Haischützer Paul Watson.

Pamela Anderson im Einsatz für Haischützer Watson (Foto)
Pamela Anderson im Einsatz für Haischützer Watson Bild: dpa

Beide machten sich für den unter Auflagen aus der Haft entlassenen Tierschutzaktivisten stark, dem die Auslieferunggegen seine mögliche Auslieferung nach Costa Rica droht. Den Haftbefehl aus dem zentralamerikanischen Land wegen eines zehn Jahre zurückliegenden Vorfalls halten Watson ebenso wie seine Befürworter für illegal.

Auf der ganz in schwarz gehaltenen Bühne des «Papageno Musiktheaters» im Frankfurter Palmengarten, flankiert von finster blickenden Bodyguards, ebenfalls ganz in Schwarz mit rosa Schlipsen, setzte sich Anderson für ein Ende des Auslieferungsverfahrens ein. «Die ganze Welt schaut auf dieses Verfahren», sagte die Blondine. Bardot dagegen lancierte über ihre Stiftung einen Offenen Brief an Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Das Festsetzen von Watson sei eine «groteske Situation, die Deutschland der Lächerlichkeit preisgebe.» Dieser «heldenhafte Mann» werde von der deutschen Justiz schändlich schikaniert.

Der Chef der internationalen Tierschutzgruppe Sea Shepherd war am 13. Mai auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen und eine Woche später gegen Kaution von 250 000 Euro auf freien Fuß gesetzt worden. Costa Rica wirft dem 61-Jährigen Eingriff in den Schiffsverkehr vor. 2002 soll er die Crew eines Schiffes aus Costa Rica bedroht haben. Nach Angaben von Sea Shepherd hatten die Aktivisten gegen das sogenannte Shark-Finning des costa-ricanischen Schiffs protestiert, bei dem lebenden Haien die Flossen abgetrennt werden. Dabei seien weder Menschen verletzt worden noch Sachschaden entstanden.

Bardot wetterte in ihrem Schreiben: «Durch die Schuld der deutschen Behörden sind Sea Shepherd und ihr Trimaran ,Brigitte Bardot' am Hafenkai blockiert, während die Räuber die Meere plündern. Im Mittelmeer werden in diesem Augenblick tausende roter Thunfische illegal gefangen.» Die Regierungen täten nichts dagegen. Sie forderte: «Frau Ministerin, ich rufe Sie auf sich persönlich in dieser schlimmen Angelegenheit einzusetzen, die täglich neue Opfer erfordert. Sie müßten Paul Watson das Bundesverdienstkreuz überreichen statt ihn auf so unwürdige Art zu behandeln», schrieb die Bardot. Sie erwarte die «unverzügliche Intervention» der Ministerin.

Anderson berichtete bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, als sie von dem Fall hörte, habe sie sich zur Unterstützung von Watson entschlossen. Schon als Dreijährige habe sie Tiere geschützt und etwa ihren Vater dazu gebracht, die Jagd aufzugeben. Wie Watson stammt Anderson (44) aus der kanadischen Provinz British Columbia, wie er setzt sie sich für Tierrechte ein. Begegnet seien sie sich erst in Frankfurt - «Paul ist ja immer unterwegs.»

Watson ist nach eigenem Bekunden bereit, sich einem fairen Verfahren in Costa Rica zu stellen, er habe Vertrauen in die dortige Gerichtsbarkeit. Bei einer Auslieferung allerdings drohe ihm Gefängnis, dort sei er nicht sicher. Mit Haifischflossen werde sehr viel Geld verdient, «und mit Geld wird viel Macht gekauft.» Watson setzt auf die Bundesregierung, die seine Auslieferung verhindern könne: «Ich vertraue darauf, dass die Bundesrepublik mich nirgends hinschickt, wo mir Gefahr an Leib und Leben droht.»

Costa Rica hat drei Monate Zeit, ein förmliches Auslieferungsersuchen mit den vollständigen Unterlangen zu stellen, die den Tatvorwurf belegen. Dann entscheidet das Oberlandesgericht in Frankfurt, das letzte Wort hat das Bundesjustizministerium.

news.de/dpa

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