Monarchie Queen Elizabeth II. - Die Pferdenärrin der Nation

London - Noch mehr als ihre Pferde soll sie angeblich nur noch ihre Hunde lieben. Queen Elizabeth II. ist als wahre Pferdenärrin bekannt. Sie reitet, züchtet und lässt rennen.

Queen Elizabeth II. - Die Pferdenärrin der Nation (Foto)
Queen Elizabeth II. - Die Pferdenärrin der Nation Bild: dpa

Angefangen hat alles mit einem Pony.

«Peggy» ist an allem Schuld. Das kleine Shetland-Pony war das erste Pferd der Queen. Die heutige Monarchin, damals gerade mal vier Jahre alt und noch «Lilibet» gerufen, wurde durch das Geschenk ihres Großvaters zur stolzen Pferdebesitzerin. Aus der kindlichen Liebe zu dem Pony wurde über die Jahre eine Obsession. Die Queen ist heute, 82 Jahre später, oberste Pferdenärrin im pferdeverrückten Großbritannien.

Bei ihrer Krönung im Juni 1953 wurde die junge Monarchin von einer Hofdame gefragt, ob alles in Ordnung sei. Statt an Krone und Zepter schien Ihre Majestät auch an diesem historischen Tag nur an das eine zu denken: «Der Captain hat gerade angerufen, Aureole läuft wirklich gut», war die Antwort. Aureole war damals der Star im Rennpferde-Stall der Queen.

Die königliche Stute wurde im Jahr der Krönung Zweite im berühmten Epsom-Derby. Dass das Traditionsrennen 59 Jahre später den Aufakt für die offiziellen Feierlichkeiten zum 60. Thronjubiläum der Königin markiert, ist daher kein Zufall. Sie wollte den geliebten Besuch auf der Rennbahn einfach nicht ausfallen lassen. «Die Pferde der Queen laufen auf höchstem Niveau seit mehr als 60 Jahren», sagte Renndirektor Rupert Trevelyan dem Sender Sky News. «Es ist ihre Passion.» Pferde der Queen haben über die Jahre mehr als 600 Rennen gewonnen.

Als Züchterin von Rennpferden ist die Queen eine Choriphäe. Täglich soll sie auch heute noch die «Racing Post» lesen, eine Fachzeitung für Galopprennsport. Die Platzdeckchen auf dem Esstisch in ihrer Privatresidenz Sandringham zieren die Bilder berühmter Jockeys. Mit den Reitern fachsimpelt die Queen noch immer. Und selbst wenn die Rassehengste die vielversprechendsten Stuten decken, ist sie hin und wieder gern dabei. Auf einem Staatsbesuch in Irland im vergangenen Jahr bekam sie eine Samenprobe des berühmten irischen Deckhengstes «Big Bad Bob» geschenkt.

Die Bilder von der Queen als Reiterin sind legendär - zum Beispiel an der Seite von US-Präsident Ronald Reagan 1982, als die beiden Staatsoberhäupter durch den Park von Windsor Castle ritten. Einen Reithelm trägt Ihre Majestät nie, stattdessen ein Kopftuch. Die aufwendig drapierte Frisur könnte leiden. Ob sie ab und zu immer noch in den Sattel steigt, ist nicht überliefert - auch wenn es britische Zeitungen immer wieder standhaft behaupten.

Die Liebe zu den Pferden hat die Queen weitergegeben. Ihre Tochter Prinzessin Anne schaffte es in die reiterliche Weltklasse, wurde 1971 Europameisterin im Vielseitigkeitsreiten und nahm in derselben Disziplin 1976 an den Olympischen Spielen in Montreal teil. Auch Queen-Enkelin Zara Phillips ist schnurstracks in diese Fußstapfen getreten. Sie wurde 2006 in Aachen sogar Weltmeisterin. Einen höheren Stellenwert als Pferde haben bei Hofe nur noch die Corgis. «Die Queen mag Hunde, Pferde, Männer und Frauen - in dieser Reihenfolge», schrieb ihr Biograf Graham Turner.

Informationen des Palastes zur Queen

Infos zu den königlichen Stallungen

news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig